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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-03-27 · Heft 13 (27.3.1877) · p. Seite 201

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 13 (27.3.1877)
Date
1877-03-27
Page
Seite 201 (sequence 7)
Language
German
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201 Sonnemann aus Frankfurt, das Wort, um ihren Trauergefühleu um den Verstorbenen Ausdruck zu geben. Die gauze Feierlichkeit verlief mit dem würvigsten Ernste, getragen von dem Gefühle, einem großen Todten die letzte Ehre erwiesen zu haben. Oesterreich-Ungarn. BrÜUU, im Februar. (Privatmitth.) In diesen Tagen wurde der Rechnungsabschluß des mährisch-jüdischen Landes- Maffafonds für das Jahr 1876 ausgegeben. Bekanntlich besteht ein solcher Fond für gemeinsame Interessen der jüdischen Bevölkerung eines Landes eben nur in Mähren, Böhmen und Ungarn und da nicht aus allen diesen drei Ländern die Gcbahrung dieser Fonds regelmäßig zur Veröffentlichung kommt, so wird wohl der obige Abschluß ein allgemeines Interesse besitzen. Es erhielten Unterstützungen 25 Rabbiner, zusammen 2525 fl., 41 Lehrer, zusammen 1745 fl., 32 Cantoren, zusammen 1205 fl., andere 159 Gemeinde-Angestellte, zusammen 5230 fl. Ferner wurden Unterstützungen an 37 Gemeinden 9000 fl., an 49 Gemeindeschulen 12,540 st., an Bildungs- und Humanitäts- Anstalten 2123 st., dem Landesrabbinat 420 fl. und an 6 Lehramts- und Rabbinats-Candidatev 600 fl., gezahlt. Aus dieser Uebersicht bildet man sich gewiß ein günstiges Urtheil über die Wirksamkeit dieses Fonds, den man von Herzen der jüdischen Bevölkerung auch anderer Länder wünschte. Man erkennt aber auch daraus zugleich, welchen Nutzen die moderne Verwaltungsweise bei solchen Fonds schafft, wo die genaueste Ordnung und Controle und die öffentliche Rechenschaftsablegung jede Willkür und Unordnung ausschließt. Um so mehr gebührt den Männern, die sich dieser Verwaltung unterziehen, die ehrenvollste Anerkennung. Teplitz, im März. (Privatmitth.) Sie eröffnen, Herr Redacteur, die Spalten Ihrer Zeitung gern den Berichten über jüdische Wohlthätigkeitsanstalten, namentlich solche, deren Wirksamkeit über den örtlichen Kreis hivausgeht. Sie fördern damit sowohl das Bewußtsein des Wohlthätigkeitssinnes und diesen selbst hierdurch, als auch die betr. Anstalt selbst, auf welche so die öffentliche Aufmerksamkeit immer von Neuem gerichtet wird. Wir haben hier soeben den sechsundvierzigsten Jahresbericht des „Teplitzer Badehospitals für in- und ausländische kranke Israeliten" vom Jahre 1876 erhallen. Jedenfalls giebt derselbe das erfreuliche Resultat, daß trotz immer erhöhter Ansprüche die finanzielle Lage des Hospitals sich von Jahr zu Jahr bessert. Selbst im verflossenen Jahre konnten 500 fl. dem Fond zugeführt werden. Im Sommer 1876 wurden 117 Kranke (53 Männer und 64 Frauen und zwar 93 aus Oesterreich-Ungarn, 21 aus Deutschland und 3 aus Rußland) in dem israelitischen Badehofpital jahre bevor er das Bad gebraucht hatte. Für diese wurden 2074 fl. verausgabt. Der Fond verblieb 20,839 fl. Prag, 5. März. (Privatmittheil.) Demjenigen, der die Studentenkreise kennt, wird es auch bekannt sein, mit wie großen Schwierigkeiten die Studenten in der Großstadt oft zu kämpfen haben, um bei den Anstrengungen des Studiums noch ihr Leben zu fristen. In erhöhtem Maße kommen diese Schwierigkeiten beim jüdischen Studenten vor, weil demselben die Bortheile, welche die Mitglieder anderer Confcssionen genießen, wie namentlich die Stiftungen, fast gar nicht zu Gute kommen. Diesem Uebelstande einigermaßen abzuhelfen, besteht in unserer Universitätsstadt der Unterstützungsverein und löst seine Aufgabe damit, daß er mittellosen israelitischen Universitätshörern Rigorosentaxen, Collezien - und Sustentationsgelder vorstreckk. Derselbe besteht schon acht Jahre, hat sich während dieser Zeit rasch entwickelt und die wärmsten Sympathien erworben. Dies konnte abermals in der am 1. Februar abgehaltenen, zahlreich besuchten Plenarversammlung bestätigt werden. Nach dem Jahresberichte wurden bisher 200 Darlehen im Betrage von 5000 fl. verabreicht und für den Fond sind 5000 st. angelegt. Der Verein zählt 447 Mitglieder, darunter 320 beitragende mit einem Minimalbeitrage von 2 fl. jährlich, 85 ordentliche, 36 stiftende mit einem einmaligen Beitrage von mindestens 30 fl. und 6 Ehrenmitglieder. Es sind auch viele Gemeinden in und außerhalb Böhmens dem Vereine theils als beitragende, theils als stiftende Mitglieder beigetreten und es haben in vielen derselben die Herren Vorsteher es selbst übernommen, die Jahresbeiträge einzuheben, welche edle Aufopferung in den Herzen der jüdischen Studenten besten Dank erntet und allseitiger Nachahmung würdig ist. Zuschriften werden erbeten an den Obmann, Herrn Otto Frankl, iur. sturl., Prag, Karpfengasse Nr. 24. Agram, im Marz. Der „D. Z." wird geschrieben: „Ein Fräulein N., von sehr armen jüdischen Eltern abstammend, hatte sich das Hierlands übrigens ziemlich undankbare Ziel gesetzt, Bolksschul-Lehrerin zu werden. Sie erreichte auch dieses Ziel unter den größten Opfern ihrer Mutter insoferne, als sie die Prüfung als Lehrerin bestand. Nun wurde an der hiesigen Hauptschule ein Concurs zur Besetzung einer Lehrerinslelle eröffnet. Den Bemühungen des Fräulein N. ist es, Dank der Protection einiger Gönner gelungen, diese Stelle zu erhallen. Doch Fräulein N. hatte die Rechnung ohne den Wirth — ohne Se. Excellenz den allmächtigen Bischof Stroßmayer — gemacht. Kaum erfuhr nämlich Se. Excellenz, daß in einer katholischen Schule, welche — nebenbei bemerkt — von circa 100 jüdischen Schülern besucht wird, eine Jüdin als Lehrerin angeslellt sei, so war Fraulein N. schon ihres Amtes entaufgenommen, und von diesen als geheilt 35, als gebessert 80, als ungeheilt 1 entlassen; 1 starb im achtundsiebzigsten Lebens-1 hoben.'

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