Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-03-20 · Heft 12 (20.3.1877) · p. Seite 190

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 12 (20.3.1877)
Date
1877-03-20
Page
Seite 190 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3227123-3227136--35224-3305165
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

190 Jahre dem Unterhause angehört halte. Die „K. Z." sagt hier-1 ist für uns wie eine Familiengeschichte?' Wir wollen hierüber bei: „Der viel angegriffene Mann semitischen Stammes erschien mit dem gelehrten Herrn Priester F. Bigouroux nicht streiten, zum ersten Male unter den Hochadeligen des Landes als Peer, aber nur fragen: Warum man denn die berechtigtesten Glieder d. h. als ihres Gleichen." Wir bemerken hierzu, daß Disraeli dieser Familie anderthalb Jahrtausende hindurch so grausam bejedoch bereits 30 Jahre der Führer, d. h. das Haupt dieser hoch-1 handelt hat? adeligen Partei gewesen ist. Daß die „K. Z." den jüdischen Ursprung des Mannes hervorhebt, sehen wir gern. Es geschieht dies nicht immer, wenn von ausgezeichneten Persönlichkeiten jüd. Ursprungs, oder tüchtigen Arbeiten und guten Thaten von Juden die Rede ist. Diamantene Hochzeit. Der Volksschnllehrer Joseph Mannheimer in Lackenbach bei Eigenthümlich ist es, daß man den Adel der Juden I Oedenburg (Ungarn) feierte Mitte Februar d. I. im Alter von immer weiter hinauf zu rücken sich bemüht. Man spricht nicht mehr von Juden, nicht mehr von Bekeunern des Mosaismus, nicht mehr von Abrahamiden und Hebräern, sondern — von Semiten, dem Sohne Noa's! Jndeß ist das Motiv just kein freundliches. Man will hiermit die Juden aus der europäischen Bevölkerung herausescamotiren, und sie nach dem Oriente verweisen, während sie doch Europa länger angehören, als alle durch die Völkerwanderung dahin gekommenen Nationalitäten, die folglich dem Oriente noch mehr angehören als die Juden. 102 Jahren mit seiner 99 Jahren alten Frau Rebecka seine diamantene Hochzeit. Das seltene Paar hört und sieht scharf, ißt und trinkt mit gutem Appetit und ist von den gewöhnlichen Gebrechen des Alters fast vollkommen frei. Der Brüderverein in Berlin. Aus den kleinsten Anfängen hat sich der seit 60 Jahren in Berlin bestehende „Brüderverein z. g. U." (zur gegenseitigen Unterstützung) zu einer Blüthe entwickelt, die Zeugniß davon ablegt, daß die Basis der Gesellschaft eine durchaus gesunde ist. Der Verein bezweckt die Unterstützung seiner Mitglieder und zwar in der discretesten Weife. Au laufenden und Extra-Untestützungen wurden nach dem soeben erschienenen Jahresbericht pro 1876 12,835 Mart verausgabt. Die Wittwennud Waisen - Unterstützungs-Anstalt, welche einen integrirenden Theil des Vereins bildet, unterstützte ihre Pflegebefohlenen mit 10,462 Mark. An Mitgliedern nennt der Bericht 753. — In Verbindung mit dem oben genannten Verein wurde am 28. Febr. 1852 der „Frauen-Hülfs-Berein" gestiftet, der somit in den nächsten Tagen das Fest seines 25-jährigen Bestehens feiert. Derselbe hat sich die Aufgabe gestellt, die Unglücklichen und Kranken zn unterstützen, jungen Kräften zur Weiterfortbilvung zu verhelfen und Bräuten die Mittel, in günstigere Lebensstellung zll treten, verschaffen zu können. Nach dem letzten Jahresbericht besitzt der Verein ein Baarvermögen von 9191 Mark 35 Pf., die Jahresbeiträge beliefen sich auf 2430 Mark. An Uuter- Der Patriarch Abraham und die neuesten Entdeckungen. Unter diesem Titel enthält die katholische Zeitschrift „kevue äes questions Historiques“, welche in Paris erscheint, in ihrer Lieferung vom 1. October 1876 einen ausführlichen Artikel, mit umfaffender Gelehrsamkeit ausgearbeitet, welcher die neuesten Ergebniffe der Egyptologie und Affyriologie mit den Berichten des 1. B. Moses vergleicht und die historische Treue der letzteren nachweist. Das Vaterland Abrahams, seine Wanderung nach Palästina und Egypten, der Sieg Abrahams über Kodorlaomar und die Sitten und Gebräuche der patriarchalischen Zeit bilden die Hauptpunkte der Untersuchung. Der Verfaffer sieht sich berechtigt. am Schluffe zu sagen: „Wir sahen, daß die Affyriologie definitiv den Ort seiner Geburt bestimmt und daß sie die Genauigkeit der Details im 14. Capitel über die Macht:der Könige von Elam in dieser Zeit rechtfertigt; wir haben gezeigt, daß die Egyptologie vollkommen mit Moses in den Einzelnheiten der I stützungen als: Pensionsgelder, Brautstener, Krankenpflege, Bade- Reise des Erzvaters in Egypten übereinfiimmt; wir haben endlich reisen, Heizmaterial, Cerealien wurden 2599 Mark 80 Pf. verdie Treue in den Sittenschilverungen nachgewiesen. Sind wir jausgabt. Die Mitgliederzahl beträgt 450. nicht gegenwärtig zu dem Schluffe berechtigt, daß der Geschichtsschreiber Abrahams ein getteuer und wahrhafter Geschichtsschreiber ist, weil alle Theile, die wir zu controlliren vermögen, in seiner Geschichte gegen jeden Angriff sicher sind?" Indem wir auf die Abhandlung verweisen, wollen wir nur noch die Anfangsworte citiren: „Wir sind durch den Glauben Kinder Abrahams, wir Bor Kurzem starb in München der bekannte und verdiente Palästina-Reisende Titus Tobler, dessen Beschreibungen des h. Landes und seine bibl. geogr. Palästinae von großem Werthe sind. Seine Bibliothek hat er an das deutsche Consulat in Jerubilven einen Theil jener Nachkommenschaft, zahlreicher als vie l salem vermacht, um den Grundstock zu einer, den Bewohnern Sterne des Himmels, welche Gott ihm in der Stadt Haran und im Lande der Kanaaniter versprochen hatte. Seine Geschichte I und Reisenden geöffneten Bibliochek zu bilden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.