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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-02-06 · Heft 6 (6.2.1877) · p. Seite 90

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 6 (6.2.1877)
Date
1877-02-06
Page
Seite 90 (sequence 8)
Language
German
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w K-- Mehrheit, — und doch komml die Angelegenheit nicht vo» der Stelle. Wie es beißt, soll da- Municipium zur Erhaltung deseltsamen Monumenteneue Unterhandlungen mit der Gemeind« Hngeknüpft haben, te,en Erfolg nun wieder..abgewartet werden muß. l»e. Jsaia Lu;;atto. Sohn deseligen Prof. ©. D. Luzzatto, der sietbetyuhl ist. die von feinem Baker hinterlassenerr Schriften der Oeffentlcchkeit zu übergeben, hat letzthin wieret die Herausgabe eine- Bandeveranstaltet, welcher hebräische Erläuterungen deberühmten Exezeten über Jeremias, Ezechiel. Einzelneüber ^die Sprüche Salomo'» und Hiob und andere biblische Stücke Atzftuhälk. Berlag von A. Isaak Menke« in Lemberg. Eist tberflnssig den hohen Werth dieser Vi”o 'on'c hervorzuheben. Türkei. Paris, im Januar. Da- Monat-Heft der Alliance i-ra-» lite universelle enthält folgenden bemerkenSwerihen Paffu« in einem Berichte von Konstanrinopel: Herr Fernande; berichtet über die Schritte, welche er jüngst zu Gunsten der J-raeliteu bei verschiedenen Ministern der hohen Pforte und anderen einfiußreichen Persönlichkeiten gemacht habe. Ueberall begegnete er dem freundlichsten Empfange: .LLir wellen keine Au-uahmra. sagte» die höchsten Würdenträger zn ihm; wir verlangen die Freiheit für Alle und dir vollständige Gleichheit unter allen llnterthanen de» Sulran». Wir haben soeben ein Decret veröffentlicht, welche« die.Benennung Muselmann und Ehrist durch die'von Mnsel .manu und Nichtmufelmann ersetzt; diese« Decret ist Ihnen eine Bürgschaft für dir Zukunft und die pvfitive Bekräftigung, daß die Israeliten bcrvfen. sind, dieselben Rechte zn genießen, wie dir anderen Bevölkerungen de« Reiche«." «Hieran« geht hervor, wie Recht wir hatten, älwir mooriger Rümmer die Mrtcheiluag der „St. Z.'. die auch in andere Zeitungen übergegaoge», nach welcher die Inden da« acttve, nicht aber da« passive Wahlrecht haben sollten, als aueiner falschen Uebersetzung hevorgegauzeu betrachteten. Die« bestätigt sich auch durch die »eiteren Mitthei« langen de» vorliegenden Berichte«. Redact.) Die Wahle», zu .welchen alsbald geschritten werden muß, scheinen den J-rqeliteu keinen Bortheil bringen zu sollen, da fie im Bergleich zu den Griechen, Bulgaren und Armeniern in der Minorität bleiben. Diese Meinung wird vom Herrn Dr. Alattnr^au- Sakonichi ge» theilt, der die Aufmerksamkeit darauf leuft, wie wenige Israeliten durch ihre Kenutniffe zu dea Functionen eine« Depukirteu' befähigt seien. „Die deu Orient bewohnenden J-rackirev »heile» sich, in zwei Kategorie»: die Frauken geuauot, welche ihre französische, englische, irätikuische u. J. w. Nationalität bewahn haben, und die^kafa«. Unter dea erstereu giebt eziemlich viel Personen, die 'zu Depuuneu sehr fähig wäre», aber fie köaueu selstverstäuklich al»Eandi^te» nicht auftreteu twell sie nicht naturalifirt find), während uatep den Rajas, wenigstenin der nächsten Zeit/ keine genügende Individuen sich finden. Rur durch die Entwickelung de» Unterrichtkönnen unsere Glauben-geimffen ihre Stellung in den neuen Institutionen einaehmiwiU^Der 63. Art.'der neuen Eonstitution bestimmt au-vrücklich; daß der Ehachaw-Baschi (Oberrabdiner) die Senatorwürde erlangen kann. —. In einer Schilderung des „Dailh-Telegraph" von der Sitzung degroßen Rath«, in welcher die Entscheidung über die Couferenzvcrschläae getroffen wurde, lesen wir: „Der Großrabbiuer saß neben dem Scheik-ül-J-lam und hatte einen gelben Turban auf. Er ist da- Oderhaupt jener wichtigen. in der Hauptstadt und deren Umgebungen seßhafte» Gemeinschaft, deren Mitglieder in gerader Linie von den im 15. und 16. Jahrhundert an» Malaga und Granada vertriebenen Juden abstamm-iu. Sie sprechen »och heute da« Spanische und bilden für sich selber einen lebenden Beweis für die Toleranz, welche die Türken auf alle Zweige und alle Kategorien de- Glauben» erstrecken. Der Grvßrabbiner befand sich unter der Zahl der Redner, welche i« großen Rath ihre unerschütterliche Ergebenheit für die Rechte de« Sultans bekundeten."') Kovstautivvpel. 20. Januar. E» war nicht der Greßrabbiuer selbst, sonder» deffeu Stellvertreter, der im Große» Rathe die begeisterte u»d begeisternde Rede gehalten hat. - Den» der erstrre war, wie auch der ökomenische Patriarch und der «tfc metrisch-gregorianische Patriarch, krank, und die beiden letzteren waren durch ihre Geueralvicare vertreten.' Bon sehr vielen Orten laufen fortwährend Zufiimmuug-adreffen bei ver hohen Pforte ein, und diese sind auH mit vielen jüdischen Liameu bedeckt. Was zu befürchten steht, ist, daß in Syrien, namentlich tu,. Dama-ko-, da der Fanati-mnfür deu. heiligen Krieg nk^der mohammedanischen Bevölkerung daselbst sehr geweckt ist,, eine Ehristenversolguug ' fintrrte, welche al-bald einen europäischen Kreuzzug gegen die Türkei Hervorrufen würde. Wen» die Türkei irgend gedeihliche Fortschritte mache» soll, sobevarf sie. vor Allem hierzu des Frieden«, au« geistige», wie aus materiellen Gründe». Lodert der mohammedanische Fanatismus m Flammen auf, so werden diese «^h die neue Berfaffuug wie ein Stück-Papier verzehre». Rur wen» die Geister, des Friede»« sicher, sich he» ruhige», können die Reformen Platz greisen. Midhat-Pascha hat wie ein genialer Smat-mauu gehandelt. Er sprach in de« l> Die» beleuchtet einen Satz, welchen die »^kölnisch« ZtitnNa" in dem Berichte eine« Lorrespondearea drucken zu laste» sich »ich» entUödete: Der Großradbinrr hätte nicht gesprochen-, au» Furcht, wie alle seine Glaubensgenossen in allen Sprachen, durch da« Jlldel» sich lächerlich zu machen! ' Die» schreib» die JL Z.", welche fast täglich dem Jude» Laster al» Führer der Rationalliberalen ihren Weihrauch streut, und nicht minder anderen jüdischen Abgeordneten. wenn fie zu dieser Partei gehöre». Dabei geräth ste mit sich selbst im Widerspruch, da ste in einer anderen Nummer über de» glanzenden Erfolg der Red« de» Großrabbinrrv berichtet hatte. Die Parlamente. die Lehrstühle, die Gerichtshöfe und die jüdisch« ckanzel aller Länder geben zu viele Beweise kür die Beredsamkeit jüdischer Redner, al» daß.nicht solch, A»«sprülhe dattscher Zeitungen und Pamphlete sich selbst mehr al« lächerlich machen. Redactio».

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