Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 41 (1877)
- Issue
- Heft 6 (6.2.1877)
- Date
- 1877-02-06
- Page
- Seite 87 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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87 (Wenn das von Herrn Moses Wolf Angeführte wirklich in der angegebenen Weise Thatsache wäre, so würde daraus schon jetzt die sittliche Wirkung des von Lasker betriebenen Gesetzes beurkundet, wie wir und Andere sie, vbschon vergebens, auf's Nachdrücklichste vorausgesagt haben. Redaction.) Bonn, 28. Januar. Wir werden ersucht, folgende Entgegnung zu veröffentlichen: Wiesbaden, 22. Januar. Mit Bezugnahme auf die Privatmittheilung aus Wiesbaden in Nr. 2 der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums", erklärt hiermit der Unterzeichnete, daß von einem Mitglied der israel. ReligionSgesellschast hier jenes anonyme Schreiben, welches zum Austritt aus der israel. Cultusgemeinde auffordert, nicht herrührt, sondern daß dasselbe einen Feind der Religionsgesellschaft zum Verfasser und Verbreiter hat. Abraham Stein. Wir geben diese Zeilen der Unparteilichkeit wegen, ohne daß wir der Aeußerung eines Einzelnen unsrem Correspondenten gegenüber ein besonderes Gewicht beizulegen vermögen. Die Redaction. 2kelfcLiu*j6n<xcßtxcßteu/. Deutschland. Bonn, 25. Januar. (Privatmitth.) Bis heute haben an uns die folgenden Gemeinden ihre Zustimmung und Vollmacht zu der Petition eingefandt. welche der in 9lv. 3 dieser Zeitung veröffentlichte Aufruf nebst Gutachten beabsichtigt: Aachen, Lauenburg in Pommern, Suhl, Simmern, Vlotho, Adeleben. —. Das Comitv beabsichtigt nicht, die Petition an das Abgeordnetenhaus während der laufenden Session zu richten, in welcher es doch nicht mit derselben sich beschäftigen könnte, sondern baldmöglichst sie dem Ministerium zu überreichen, um dessen Bescheidung zu erlangen, bevor das Abgeordnetenhaus wieder zusammentritt. Aus diesem Grunde werden die Gemeinden ersucht, die Einsendung ihrer Zustimmung zu beschleunigen. Wir brauchen nicht noch einmal hervorzuheben, welches hohe religiöse Interesse hier auf dem Spiele steht. Die Folgen des Umstandes, daß seit vielen Jahrzehnten die jüdische Jugend in den höheren Lehranstalten des Religionsunterrichtes entweder ganz und gar oder gerade in den Jahren entbehrt, in welchen das ernste Studium der Profanwiffenschaften die Eindrücke der Kindheit zu verwischen beginnt, haben sich erfahrungsmäßig traurig genug herausgestellt. Es ist also eine Gewissenssache für die Gemeindevorstände, sich über den hochwichtigen Gegenstand schlüssig zu machen. Man wende nicht ein, daß die Petitionen der Gemeinden bei Gelegenheit des Austrittsgesetzes wirkungslos geblieben. Es war dies, wie gerade der Redacteur dieser Zeitung am öftersten erfahren, bei vielen früheren Gelegenheiten nicht der Fall und wird es, wie wir hoffen, diesmal auch nicht der Fall sein. Immer aber enthebt dies nicht der Pflicht zu handeln und das zu thun, was recht erscheint. Breölau, 24. Januar. (Privatmitth.) Bei dem Comite sind bis jetzt Zustimmungen zu der Petition von folgenden Gemeinden eingelaufen: Halle, Elbing, Koschmin, Lübben in der Lausitz, Lhck, Friedeberg in der Neumark, Hamm (Westphalen), Belgard, Bartenste in, Leobschütz, Patschkau, Schmiegel, Landsberg a. W., Carlsruh Oberschl., Neustadt bei Pinne, Moers, Kattowitz, Creutzburg Oberschl., Graetz (Prov. Posen), Lüneburg, Burgsteinfurt, Osnabrück. Berlin, 25. Jan. (Privamitlh.) In dem neuerwählten deutschen Reichstage erscheinen dieselben Persönlichkeiten jüdischer Religion wieder wie in dem früheren. Bamberger, Lasker und Wolfson sind in ihren Wahlbezirken bei dem ersten Wahlgang mit Stimmenmehrheit wiedergewahlt worden. Frankenburger hat in ver Stichwahl über den socialistifchen Mitbewerber gesiegt. —. Das am 18. Januar stattgehabte 25-jährige Jubiläum des Rectors der Knabenschule der hiesigen jüdischen Gemeinde, A. Horwitz, gestaltete sich zu einer erhebenden Feier. Das „Tageblatt" berichtet darüber: Nachdem zunächst das gesammte Lehrercollegium der genannten Schulanstalt seine Glückwünsche dargebracht und die Kolossalbüsten Lessings und Goethes als Geschenke überreicht hatte, erschienen Deputirte der jetzt in allen Gegenden Deutschlands als Lehrer fungirenden ehemaligeu Zöglinge der mit der Schule in Verbindung stehenden Lehrerbildungsanstalt mit einem prachtvollen Pokal, auf welchem in getriebener Arbeit Apollo und die neun Musen dargestellt sind. Ein Comite ehemaliger Schüler, als deren Sprecher Herr 1>r. weck. Boas auftrat, überreichte eine vom Magistratssecretär Wendel kunstvoll ausgeführte Adresse und die Urkunde über eine, dem Jubilar zur freien Verfügung gestellte Stiftung im Betrage von 7000 Mark. Eine Deputation des Bezirksvereins im Spandauer Stadtviertel, geführt vom .Telegraphensecretär Hirsch und Lehrer Heskel, sowie Deputationen der „Gesellschaft der Freunde" und anderer Vereine folgten. An diese vielseitigen Beglückwünschungen schloß sich eine würdige Schlußfeierlichkeit, welcher der gesammte Schulvorstand, eine große Anzahl von Vorstehern anderer Unterrichtsanstalten, der Direclor des Sophien- Gymnasiums vr. Paul, die jüdische Geistlichkeit und Andere beiwohnten und bei welcher Herr Dr. Kirstein die Festrede hielt. Festgesänge mit Orchesterbegleitung eröffneten und beschlossen die