Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 40 (1876)
- Issue
- Heft 52 (26.12.1876)
- Date
- 1876-12-26
- Page
- Seite 841 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3227069-3227122--35009-3304940- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
841 gehen, von Seiten der deutschen Regierung eine Berücksichtigung nicht verlangen kann. Bonn, 17. December. Obgleich wir in vor. Nummer bereits über einen Ministerialerlaß berichtet haben, scheint es uns doch angemessen, Len Wortlaut aus dem soeben ausgegebenen Octoberhest des „Centralbl. für die gesammte Unterrichtsverwaltung in Preußen" 1876, S. 574 zu geben, damit bezüglich derselbe citirt werden könne. 236) Ausstellung der Unabkömmlichkeitsatteste für den Fall der Einberufung der Reserve rc. im Ressort der geistlichen und Unterrichtsverwaltung. (Centrbl. pro 1876 Seite 23.) Berlin, den 4. October 1876. Mit Bezug auf § 20. Nr. 2. a. der Controlordnung (H. Thl. der deutschen Wehrordnung i, wonach auch einzeln stehende Geistliche und Volksschullehrer mit Unabkömmlichkeitsattesten für den Fall der Einberufung der Reserve, Land- und Seewehr versehen werden können, bestimme ich hiermit im Einverständnisse mit dem Herrn Kriegsminister, daß diese Atteste hinsichtlich der einzeln stehenden Geistlichen der nach tz 13. Nr. 5. a. a. O. in Betracht kommenden Religionsgesellschaften bei dem Oberpräsidenten, hinsichtlich der Volksschullehrer bei den Königlichen Regierungen, in der Provinz Hannover bei den Consistorialbehörden, nachzusuchen und von diesen Behörden geeigneten Falls zu ertheilen sind. Die Ausstellung der Unabkömmlichkeitsatteste für sämmtliche Beamte meines Refforts mir Ausnahme der Bolksschullehrer erfolgt auch in Zukunft nach Maßgabe der bestehenden Vorschriften durch die Ministerialinstanz. Der Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten. Falk. An die König!. Herren Oberpräsidenten, die Königl. Regierungen, Consistorien, Provinzial-Schulcollegien, Universitäts-Curatorien, rc. 6. UI. 5166. U. M. 3998. Oesterreich - Ungarn. Gr. Becökerek, 11. December. tPrivatmittheil.) „Das Gr. Becskereker Wochenblatt" von gestern enthält einen Bericht, den wir hier wiedergeben. „Dienstag, am 5. December, fand für den verdienstvollen, allgemein geachteten Rabbiner der israel. Cultusgemeinde, weil. David Oppenheim, in der hiesigen Synagoge ein feierliches Requiem statt. Wir können diese Trauerfeier nicht vorübergehen laffen, ohne derselben einige Worte zu widmen. Es zeigte sich bei dieser Gelegenheit wieder deutlich, in welch' hohem Maße sich der Verblichene die Achtung und Anerkennung unserer Gesammtbevölkerung erworben hatte, denn nicht blos die Mitglieder der israel. Gemeinde waren herbeigeeilt, um dem Andenken ihres langjährigen Lehrers den Tribut des Dankes zu zollen, auch die Vertreter aller politischen und juridischen Behörden, des Militärs, der Geistlichkeit aller Confessionen, Deputationen des wohlthätigen und israelitischen Frauenvereines, rer Chewra-Kadischa, des Maskil-el-dol, des Humanitätsvereines, res Jugendvereines, der Feuerwehr, das Profesiorencollegium des Obergymnasiums, kurz alles, was unsere Stadt an Intelligenz besitzt, war erschienen, um mit liebevoller Pietät das Anrenken David Oppenheims zu ehren. Die israel. Gemeinde hatte aber auch alles aufgeboten, um vie Feier zu einer wahrhaft würdigen, dem ernsten, feierlichen Momente entsprechenden zu gestalten. Der Tempel war auf's feierlichste decorirt; zwei Rabbiner, De. W. Bacher aus Szegecin und Dr. L. Lichtenstein aus Csurg«'», wareu berufen, welche rem Dahingeschiedenen in deutscher und ungarischer Sprache warme Nachrufe hielten; der Männergesangverein executirte einen ergreifenden Trauerchor; daS für diesen Tag entsendete Ordnungscomitö erfüllte seine Psticht mit so viel freundlichem Tact und wurde dabei von unserem intelligenten Publikum so bereitwillig unterstützt, daß trotz des in allen seinen Räumen überfüllten Gotteshauses, während voller zwei Stunden, so lange das Requiem dauerte, musterhafte Ruhe und Ordnung herrschten. Wir sprechen gewiß die Meinung und das Unheil Aller aus, wenn wir sagen, das Requiem hat auf uns einen geistig erhebenden, innig ergreifenden Eindruck hervorgebracht." (Die Grabrede des vr. I. H. Oppenheim und die Denkrede auf den Verstorbenen, welche Rabb. vr. B. Placzek zu Brünn am Sabbath *p~P gehalten, sind im Druck erschienen.) Frankreich. Pariö, 11. Dec. Heute Abend wurde der Israelitische Congreß eröffnet, welcher ein Memorandum ausarbeiten soll, das an die Großmächte gerichtet, ihnen die Lage der Juden im Orient darstellen und sie bitten soll, bei den Stipulationen zu Gunsten der Nichtmohammedaner in der Türkei ihrer nicht zu vergeffen; namentlich auch, sie gegen die Verfolgung der Christen zu schützen. Es wird dabei an die Vorgänge in Serbien und Rumänien seit 1856 erinnert. Der Congreß besteht aus Mitgliedern der Alliance lsraelite, Mitgliedern des Israelitischen Centralconsistoriums von Frankreich, des Israelitischen Consistoriums von Paris und Delegirten aus allen europäischen Ländern und aus Amerika. Nach der von Cremieux gehaltenen Eröffnungsrede wählte man ein Comitv; der Senator Cremieux wurde zum Präsidenten gewählt, zu Vicepräsidenten ein Engländer, ein Amerikaner, ein Belgier und vr. Kristeller aus Berlin. Pariö, 14. December. Der Israelitische Congreß nahm in seiner diesen Abend abgehaltenen Sitzung die Denkschrift an, die an die Mächte in Betreff der Israeliten des Morgenlandes gerichtet werden soll. Die Denkschrift schildert die Lage der Juden in der Türkei, die zwar verhaltnißmäßig bester als die der Juden