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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-11-14 · Heft 46 (14.11.1876) · p. Seite 748

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 46 (14.11.1876)
Date
1876-11-14
Page
Seite 748 (sequence 14)
Language
German
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748 Die Versuche, den Juden auch die medicinische Laufbahn zu verübeln und ihnen — risuni tenealis! — die Befähigung zu ihr abzufprechen, sind noch nicht vergesien. Aus diesem Gesichtspunkte möge folgende Mittheilung zum Gedächtniß des Prof. Traube hier Platz finden. Bor einigen Tagen hat der an des verstorbenen Prof. Traube Stelle aus Straßburg berufene Pros. Leyden seine Vorlesungen begonnen. Zahlreich hatten sich Studirende, sowie auch mehrere practische Aerzte, in dem königl. Charitö-Krankenhause eingefunden. Derselbe begann mir etwa folgenden Worten, welche wir nach der „Voss. Ztg." mittheilen, seine klinische Wirksamkeit: „Voll Wehmuth und gerührt betrete ich diese Raume, in denen ich selbst vor Jahren eingeführt wurde in die Lehren der Wissenschaft durch berühmte Männer und Forscher. Aber lebendig steht uns vor Allen das Andenken an einen vielverehrten Vorgänger Ludwig Traube, der leider zu früh für die Wissenschaft abberufen wurde. Diese Räume haben so recht seine Thätigkeit viele Jahre hindurch ausgefüllt; in ihnen strebte und forschte er; von hier ging sein Ruf aus über Europa, ja über die ganze Welt. Er besaß die Eigenschaften eines bahnbrechenden Arztes: Klarheit im Erkennen, Energie, tiefes Durchdringen und Erschöpfung seiner Untersuchung. Sie, meine Herren, haben zum großen Theil selbst ihn noch gekannt, seine Rüstigkeit und Emsigkeit, und den Pflichteifer, der ihn veranlaßt, noch einige Tage vor seinem Hinscheiden, gteichsam von der Hand des Todes schon berührt, hierher zu kommen, um zu lehren, zu untersuchen, zu forschen und zu heilen. Möge der Geist des hehren Verstorbenen in unserm Thun über uns walten. Er wird unvergeßlich sein für alle Zeilen und sein Name ist mit unauslöschlichen Zügen in die Geschichte der Medicin eingeschrieben. Ehren wir durch Erheben von den Plätzen das Andenken des theuren Verstorbenen! Ehre und Ruhm seinem glorreichen Andenken!" Die junge Zuhörerschaft war mit großer Theilnahme diesen tiefempfundenen Worten gefolgt und erhob sich zum Zeichen der Uebereinstimmung mit denselben. Wie sich ein Gelehrter irrt. In diesen Tagen fanden wir beim Nachschlagen in Prof. Dr. Albert Socin's „Palästina und Syrien" (Handbuch für Reisende von Bädecker, Leipzig, 1875) S. 335 Folgendes: „Wahrscheinlich ist Bittir das Becher oder Bethar, welches im Aufruhr des Bar Kochba gegen die Römer eine große Rolle spielte und welches die Römer erst nach 31/2 jähr. Belagerung (i. I. 136) erobern konnten, was freilich von Josephus wohl übertrieben geschildert wird." — Man möchte wohl den Herrn Prof. Socin fragen, wo er diese Belagerung bei Josephus beschrieben gelesen? Josephus, geb. 37, vollendete seine „Alterthümer" im 13. Jahre der Regierung Domitian's (94), und schrieb dann nur noch sein Leben und die Schrift gegen Apion. Da er das Jahr 100 nicht erreichte, war er längst todt, als der Aufstand des Bar-Kochba aus brach, und konnte ihn also füglich nicht beschreiben! Es wäre dieser kleine Jrrthnm ganz gleichgültig, wenn nicht gegenwärtig bei vielen Gelehrten das Streben sichtbar wäre, Josephus. wo es irgend möglich, einen Streich zu versetzen. Unze Vacante Schächternnd Vorsängerstelle in Salzbach bei Arnberg. Nachdem der, seit 35 Jahren in dieser Eigenschaft Fiinctionirende, aus Gesundheitsrücksichten von dieser Stelle zurücktritt, soll dieselbe mit einem fixen Anfangsgehalte von '!/. 700, welcher einschliesslich der anfallenden Emolumente sich auf circa 31. 1300 erhöhet, bis i. Decetnber nüchsfhin wieder besetzt werden. Bewerber belieben sich, unter Beifügung ihrer Oualifications-Zeugnisse an den Cultus-Vorstand Herrn S. 3Ior genfhau in Sulzbach zu wenden. Ein reinliches israel. Küchenmädchen gesucht. Lohn 60 Thaler. Z. D. Cosman in Cleve. i g e n. Die hiesige Cantor- und Schächterstelle mit einem fixen jährlichen Einkommen von mindestens 2100 Mark ist vacanr, und wollen sich musikalisch gebildete Bewerber baldigst melden. Reisekosten werden nicht erstattet. Der Vorstand der Synagogen - Gemeinde in Schtcedf a\4J. Zum i^April 1877 ist die Religionslehrer-, Vorbeteru. Schächtersielle in hiesiger Synagogen-Gemeinde zu besetzen. Einkommen jährlich circa 1800 Mark. Berheirathete Bewerber wollen sich unter portofreier Einsendung ihrer Papiere beim Unterzeichneten Vorstand melden. Labeö i/Pommern, 1. November 1876. Der Borstand der Synagogen-Gemeinde: .4. B. .Jacob. Ein j. Mann, d. 3 I. i. e. Bankgeschäft war, s. e. Stelle i. ders. Branche 0. a. e. gr. Comptoir, w. Sonnab. geschl. Offerten sub H. c. 04372 an die An non een-Expedition von Haasensfein <f* Vogler in Hamburg erbeten.

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