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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-11-14 · Heft 46 (14.11.1876) · p. Seite 742

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 46 (14.11.1876)
Date
1876-11-14
Page
Seite 742 (sequence 8)
Language
German
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742 Wir haben in den letzten Tagen hier noch einen andern! 1875 verausgabte es zu diesem Zwecke 56,588 Frcs. 477 Fabiedern, wackern Mann begraben, Herrn David Oppenheimer, milien, aus 2385 Personen bestehend, wurden mit wöchentlichen Rabbiner in Groß-Becskerek, der den Lesern dieser Zeitung durch Unterstützungen versehen, seine vortrefflichen Beiträge bekannt ist. Er kam hierher, um sich von einem langjährigen Leiden heilen zu laffen: leider unterlag er demselben. Ich liebe es nicht, zu übertreiben; aber! wohl darf ich sagen, daß der Tod von Männern wie Dr. Engel und D. Oppenheimer bedeutende Lücken zurücklaßt, die schwer! auszufüllen sind. — . Die Petition des Dr. Gabriel Perlitz, Rabb. zu Klattau' in Böhmen, um Gewährung einer Staatssubvention an die Rabbiner des Flachlandes und die rer Rabbiner in Böhmen um Einstellung einer Staatssubvention für 1876, wurden im Reichsrathe nach einer eingehenden und warmen Befürwortung derselben durch Abgeordneten Fürth der Regierung abgetreten und zur Würdigung empfohlen. Frankreich. Schweiz. Aus dem Aargau, 15. October. lPrivatmitth.) Die Einbürgerungsangelegenheit der schweizerischen Israeliten geht ihrer endlichen Erledigung entgegen. Wie in d. Bl. früher mitgetheilt, wurde im März d. I. der Bundesrath eiugeladen, bei der Regierung des Cantons Aargau auf die Einbürgerung und die volle bürgerliche Gleichstellung der Israeliten zu dringen. Die aargauische Regierung ist nunmehr diesem bundesräthlichen Aufträge nachgekommen. Sie beabsichtigt die beiden Corporationen Endingen und Lengnau unter den Namen Neu-Endingen und Neu-Lengnau zu neuen OrtSbürgergemeinden zu erheben, und würden die bisherigen Corporationsgenosien Ortsbürger der neuen OrtSbürgergemeinden, welche wie bisher mit den biSherigeu OrtSbürgergemeinden die politische Gemeinde Ober-Endingen und (Privatm.) Wenn vor Kurzem in d. Ztg. | Lengnau bildeten. Der „Cultus-Berein der Israeliten in der Schweiz" wird in seiner am 29. d. M. stattfindenden Generalversammlung u. a. auch diese Frage in Berathung ziehen. Paris, 29. Oct (Nr. 45) die gegen das italienische Ministerium gerichteten Ruhmredigkeiten der rumänischen Blätter, als ob Frankreich, England und Deutschland für die abzuschließenden Handelsconventionen die für die Juden beschränkenden Klauseln zugestauden hatten, als lügenhafte Prahlereien bezeichnet wurden: so hat sich dies seitens der hiesigen Regierung bereits bestätigt. Denn der französischrumänische Handelsvertrag ist bis jetzt noch gar nicht zu irgend I sollte die neue Synagoge zu Ancona eingeweiht werden. Diewelchem Abschluß gekommen, sondern der Herzog Decazes Hallselbe war vor 16 Jahren auf Befehl eines päpstlichen Generals Italien. Ferrara, im September. (Arch. isr.) Am 14. September mir rem rumänischen Bevollmächtigten nur ein Abkommen unterzeichnet, welches die Verhältnisse in den Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern bis zum Abschluß eines endgiltigen Handelsvertrags bestimmte. Diesem Acte zufolge werden bei der Einfuhr der Produkte der beiden Lander die Bestimmungen in Anwendung kommen, welche in den bezüglichen Staaten die meist begünstigten Nationen genießen; wird dieses Abkommen nicht ausdrücklich erneuert, so geht es am 30. April 1877 zu Ende. Hieraus ergiebt sich, daß die eigentlichen Differenzen noch gar nicht behoben sind, daß somit Frankreich nicht einwilligt, seine Unterthanen jüdischer Religion von den Rumänen irgend wie beschränken und ausschließen zu laffen. Paris, 1. Nov. (Nach den Arch. isr.) Am 21. October I fernen Orient verbreitet hatte, verstarb plötzlich der Großrabbiner von Algier, Herr Lazarv von Ancona fungirt, und bei niedergeriffen worden. Nach der Befreiung dieser Stadt von der päpstlichen Herrschaft machte der dortige Rabbiner, HerrAbr ah am David Bivanti, die größten Anstrengungen, um die Mittel zum Wiederbau der Synagoge zusammenzubringen. Es gelang ihm, und, wie gesagt, am 14. d. sollte die neue Synagoge feierlich eingeweiht werten. Da, am 12., entriß der Tod diesen ausgezeichneten Rabbiner seiner Gemeinde. Das italienische Judenthum hat durch dieses schmerzliche Ereigniß einen großen Verlust erlitten. Geboren in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts , ein Schüler des berühmten Asulai's, dessen reiche Bibliothek und Manuskripte er besaß, war er einer der geachtetsten Vertreter der alten Schule, deffen Ruf sich bis in den 48 Jahre hat er als Rabbiner strengster Orthodoxie die edelste Cahen. Während seiner Bestattung waren alle Geschäftslocale Toleranz und Humanität unv eine Wohlthätigkeit ohne Grenzen der Israeliten geschloffen. General Vuillenrot, Chef des Generalstabes und viele Civil- und Militärbeamten folgten dem Sarge. In allen Synagogen Frankreichs sollen nach Verfügung des Großrabbiners des Central - Consistoriums Gedächtnißnißgebete abgegeübt. Zwei Belagerungen und dreimaliges heftiges Herrschen der Cholera fanden ihn stets in der persönlichsten Hingebung und Aufopferung. Das letzte Mal 1865 durften die von der päpstlichen Censur befreiten Journale das Lob eines Rabbiners aushalten werden. — Der Präfeü von Algier belobt in feinem I sprechen, und waren seines Ruhmes voll. Mehrfache Unglücks- Bericht an den Generalrath das jüdische Conststorium wegen der! fälle in seiner Familie und ein langwieriges körperliches Leiden Wohlthätigkeit, die es in seinem Bezirke ausübt. Im Jahres ertrug er mit wahrhaft religiöser Standhaftigkeit. Friede seiner

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