Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-11-07 · Heft 45 (7.11.1876) · p. Seite 725

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 45 (7.11.1876)
Date
1876-11-07
Page
Seite 725 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3227069-3227115--34886-3304804
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

725 faffct schließt daher richtig mit der Bemerkung, „daß nicht etwa in den wesentlichen und wichtigen Punkten der Halacha miteinvon A. Saul allein, sondern beinah von allen hervorragenden ander übereinstimmend, in vielen, zuweilen nicht zu unterschätzen- Lehrern jener Zeit Mischna - Sammlungen angelegt wurden, die > den Einzelheiten voneinander abweichen." öuticc&zic&beu/. Deutschland. Berlin, 29. October. (Privatmitth.) Nach den bis heute bekannt gewordenen Ergebnissen der Wahlen für daS Abgeordnetenhaus find die Abgeordneten jüdischer Religion Laster (Frankfurt a. M., national-liberal), Rechtsanwalt War bürg (Altona, Fortschritt), Stadtrath Hirsch (Danzig, national-liberal), wiedergewählt. und Stadwerorvneten-Borsteher Dr. Straßmann (Berlin, Fortschritt). Stadtrath Dr. Cohn (Teltow - Beskow, national-liberal), Rechtsanwalt Freund (Breslau, Fortschritt), und Dr. Alexander Meyer (Breslau, national-liberal) neugewählt worden. Also zusammen 7. Es ist in d. Bl. wieverholt ausgesprochen worden, daß wir auf die Wahl von Juden in die parlamentarischen Körperschaften durchaus kein besonderes Gewicht legen, sondern nur in dem Sinne, daß sich daraus der Beweis ergiebt, wie ihnen trotz aller Hetzereien in der jüngsten Zeit das Volk sein Vertrauen nicht entzieht. Bei diesen Wahlen haben die Ultramoutanen, die Agrarier, die Deutschconservativen und die Haudwerkerpartei (in Berlin) nicht aufgehört, gegen die Juden zu wühlen. Es hat ihnen nichts genützt. Abgesehen von den ersteren, welche nur einige wenige Sitze eingebüßt haben, machten die anderen genannten Parteien völlig Fiasko. — Der Herr Glagau, der in feinen Büchern über die Gründungen gegen die Juden die ungerechtfertigsten Behauptungen ausgesprochen und auf keinen Nachweis der Unrichtigkeit hin zurückgenommen hat, ist von mehrfachen Seilen wegen Injurien in seiner Schrift verklagt worden. In der ersten dieser Klagen wurde er zu drei Wochen Gefängniß verurtheilt, andere vier werden in den nächsten Tagen zur Entscheidung kommen. Zur Beurtheilung der Judenfeinde dient es wohl auch, daß der katholische Geistliche Dr. Rittler in Würzburg, der wegen Verleumdung der Juden vor einiger Zeit eine mehrmonatliche Gefängnißstrafe zu verbüßen hatte, jüngst auch wegen Majeftätsbeleidiguug mit fünfmonatlicher Haft bestraft worden ist. Kozwi«, 18. October. (Privatmitth.) Eine Mittheilung, welche in den weitesten Kreisen der jüdischen Bevölkerung über die Grenzen unserer Provinz hinaus freudigen Anklang finden dürfte, geben wir im Folgenden. Einsam, ohne jede Verbindung miteinander, lebten bisher die Rabbiner unserer Provinz, zumeist in Kämpfen und Bestrebungen ihre Kraft nutzlos vergeudend, wo Vereinigung zum Siege geführt hatte. Einer fürchtete aber die Berührung des Anderen. Das Parteischibolet war ttennend und erkältend zwischen die Genoffen zetteten. Vergeblich erschienen alle Bemühungen, der dadurch festgewurzelten Gleichgültigkeit und Apathie ein Ende zu machen. Ueberzeugt, daß auch kleine Anfänge den endlichen Erfolg verbürgen können, versammelten sich in Folge privater Einladung am 15. <t. die Rabbiner Herren Bloch-Jarolschin. De. Bloch- Kobylin, Dr. Goldschmidt-Obornik, Dr. Hollänver-Wreschen, Dr. Horovitz-Gnesen, Dr. Jaffe-Kurnik, Dr. Kohn-Jnowrazlaw, Dr. Lewin-Koschmin, Dr. Porges-Nakel, Dr. Rosenzweig-Birnbaum, Dr. Silberberg-Pleschen — in Gnesen zur Feststellung der Tagesordnung für eine demnächst zu berufende Versammlung der Rabbiner in der Provinz Posen. Mehrere andere Amtsgenoffen waren am Erscheinen behindert. sprachen jedoch brieflich ihre volle Zustimmung zu den Bestrebungen der Versammelten aus. Im Saale des Hotel du Nord wurden in drei, mehrstündigen Sitzungen am 15. und 16. er. unter dem Vorsitze des Dr. Horovitz nach eingehenden Debatten folgend« Befchlüffe gefaßt: Es werden je zwei Herren aus der Mitte der Versammlung beauftragt, der allgemeinen Rabbinerconferenz ein Referat zu unterbreiten über eine Reihe von Fragen, deren wichtigsten in Kürze etwa folgendermaßen lauten: I. 1) Wie sind die in unserer Provinz bestehenden Religionsschulen eingerichtet. 2> Welche Mängel haften denselben au. 3) Wie ist diesen Mangeln abzuhelfen a) in pecuniärer 1>) in pädagogischer Beziehung. 4) Wie ist eine allgemeine Theilnahme der jüv. Jugend an dem hebräischen Unterrichte zu erzielen. II. I) Welcher Weg empfiehlt sich, um für die jüd. Geistlichen dieselbe amtliche Stellung und gleiche Behandlung mit den Geistlichen anderer Confessionen seitens der Behörden anzustreben. 2) Wie ist eine engere Verbindung zwischen den Amtsgeuoffen in der Provinz herzustellen. 3) Welches sind die dem Stande angemeffenen Bedingungen der Anstellung eines Rabbiners. III. I» Simulranfchule oder confessionelle Schule. 2) Welche Stellung nimmt der jüdische Religionsunterricht an diesen beiden Arten der Volksschule ein und welche soll er einuehmen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.