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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-10-31 · Heft 44 (31.10.1876) · p. Seite 713

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 44 (31.10.1876)
Date
1876-10-31
Page
Seite 713 (sequence 11)
Language
German
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713 ven Platz einräumt, die einzige, welche dem himmlischen Vater gefällt, die einzige, welche seine Kinder zn vereinigen vermag." Unterzeichnet ist dieser Bericht mit G. Pradez, protestanerhielt das Großkreuz des russischen St. Annenordens. Dies ist bas Kennzeichen der Lage. Diese haben wir vor Allem der schwächlichen Politik Andrasiy's zu verdanken. Hätte dieser vor ti scher Pastor zu Lüttich. Fürwahr, auch dieser Bericht ist! dem Beginn des Serbenkrieges enrschlosien und selbstständig sein bemerkenswerth, wenn er uns auch lebhaft an den Ausspruch j Semilafso's erinnerte: Ueberall ist die Ecclesia pressa die aufgeklärte. Rumänien. Bukarest, 16. Oktober. lPridatmitth.) Die rumänischen Blätter sind wüthend gegen Italien, weil desien Ministerium offen ausgesprochen, eine Ausschließnngsklausel betreffs der jüdischen Italiener ln einen etwaigen Handelsvertrag nicht aufnehmen zu wollen. Es kann bei diesen Blättern nicht auffallen, daß sie sich. Veto eingelegt, so würde schwerlich diese Verwickelung eiugetreten sein. Diese Politik hat er aber durch seine Nachgiebigkeit in dem Handelsverträge mit Rumänien eingewecht, welchen Vorgang wir mir Recht ebenso als ein Symbol betrachten können, wie es die Mortarageschichle für die Politik Pius IX. gewesen. Wir wünschen aufrichtig, daß das Resultat für Oesterreich und die Welt nicht dem gleiche, das der Papst erreicht hat. Palästina. I Bonn, 22. Oct. (Privatmillh.) Die russischen Blätter um Italien abzusertigen, die Lüge erlauben, England, Frankreich j behandeln den Plan der römischen Curie, in Jerusalem die wcli- und Deutschland hätten bereits in jene Klausel gewilligt, während j liche Macht des Papstes wieder auszurichten, Palästina zu einem zuverlässige Nachrichten Vas Gegentheil melden. Aus ein späteres! Kirchenstaate zu machen, Jaffa in einen großen Hafen zu ver- Dementi kommt es rumänischen Zeitungsschreibern nicht an. —! wandeln, und von da eine Eisenbahn nach Jerusalem zu bauen, Gestatten Sie mir hierbei, einige Worte über die politische Lage! ganz ernsthaft, bezeichnen die päpstlichen Unterhändler mir Flamen, Rumäniens auszusprechen. Dieser Staat halte sich seit dem und bekämpfen bereits das angeblich beabsichtigte Unternehmen. Beginn der Aufstände in Bosnien und des serbisch-türkischen; Jedenfalls ergiebt sich hieraus. Laß es unter den Ultramontanen Krieges fast völlig neutral gehaltert in der richtigen Voraussetzung,; eine Partei giebt, w'elche für diese Idee schwärmt. Dieselbe daß es durch einen Sieg der Serben, mit welchen er in rivali- Partei hat in der ultramontanen Presie nun einen sogenannten strendem Berhältniß steht, nichts gewinnen, bei einem Siege der: Fühler oder Versuchsballon losgelasien, indem sie einen solchen Türken durch seine Neutralität nichts verlieren würde. Jetzt Plan einem Verein jüdischer Bankiers für die Juden fingirlen,. jedoch schließt er sich Rußland aN, weil er nicht anders kann.! und gerade dies ist ein Beweis mehr, daß jener Plan in der Die Donauländer werden bereits inne, daß die russische Herrschaft! ultramontanen Welt vorhanden ist. Da derselbe nur eine Chimäre viel gefährlicher für sie ist, als vie schwache türkische Suzeränilät; ist, so erwähnen wir seiner nur, um die Quelle zu bezeichnen, aber sie können sich der wachsenden Lawine des panslavistischen aus welcher die Fabel über derartige jüdische Bestrebungen ge- Slurmes nicht erwehren. Der rolhe Republikaner Bratiano flössen ist. I e « i f I)r. Abraham Ueumann. Eine Lebuwsti;;«. (Forts e tz u n g.) Der Leser aber kann mit Recht fragen, warum ließen die andern Leiter der Gemeinde dieses Unrecht zu? Warum hat Günzburg, desien Mittel am meisten bei jeder Gelegenheit und hauptsächlich für die zu begründende Schule in Anspruch genommen wurden, nicht diesem Unwesen ein Ende gemacht?! Die andern Leiter der Gemeinde und Giivzburg mit konnten in der ersten Zeit das Bestreben Kahans upv seines Anhanges kaum ahnen. — Allen kam es sündhaft vor, an der Unfehlbarkeit Kahans nur zu zweifeln. Dabei schenkten alle dem Gebahren dieser sechs, sonst so ehrenhaften Männer vollen Glauben, die da vergaben, nur die Meinung der großen Maste der als Gäste hier lebenden l e t o n. Juden zu vertreten. — N. allein durchschaute das ganze Jntriguengewebe von Anfänge an, daß alles nur gegen ihn gerichtet war. — Aber er schwieg, denn er wollte nicht den Brand der Uneinigkeit in die junge Gemeinde werfen. Aber bald sollte der Plan, den Rabbiner unthätig, also entbehrlich, ja überflüssig zu machen, ostenbar werden — da der Wurf mit der Schule so schön gelang, so wurde Kahan dreister und dreister und glaubte zuletzt, den Rabbiner bereits aus die Seite geschoben zu haben. Im Frühjahr 1865 entstanden Uneinigkeiten bei dem sogenannten E*8in mp’a — ohne davon dem Rabbiner selbst Anzeige zu machen, beruft Kahan eine Versammlung bei einer Privatperson, läßt zwei neue Vorsteher für die Krankenpflege wählen und neue Berwalrunzsregeln beschließen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde von dieser Versammlung bei allen Juden. In der Solratensynagoge versam- 44*

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