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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-10-10 · Heft 41 (10.10.1876) · p. Seite 659

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 41 (10.10.1876)
Date
1876-10-10
Page
Seite 659 (sequence 5)
Language
German
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niffe deffelben bethatigen könnte, ist ersichtlich. Der Fond der Hochschule bestand Ende 1875 in 97,165 M. Die Einnahmen beliefen sich in diesem Jahre auf 32,510 Mark, die Ausgaben auf 32,256 Mark, worunter jedoch 10,918 Mark für angekaufte Pfandbriefe. Die ausgezahlten Honorare im Jahre 1875 beliefen sich auf 12,560 Mark. Außerdem besteht ein Stipendienfond zur Unterstützung der Studirenden. — Sicher ist diese Hochschule der bedeutendste und höchste Gedanke, den Las moderne Judenthum schaffen und verwirklichen konnte. Um so mehr ist es deffen Pflicht und Ehre, demselben die volle und dauerhafte Ausführung zu geben. Noch fehlen einige Lehrstühle, deren Mangel die Hochschule noch nicht ihren vollständigen Charakter erreichen, ihren vollständigen Zweck erfüllen laßt. Noch sind einige Disciplinen nicht durch fest angefiellte, der Hochschule allein angehörige Lehrer ausgefüllt. Hierzu gehören noch bedeutende Mittel, und diese sollten der Anstalt nicht vorenthalten bleiben! Dank allen Denen, welche die Existenz derselben, wie sie jetzt schon ist, ermöglicht haben — aber diesen Dank sollten sich noch recht Biele erwerben, welche sie zu dem machen hülfen, was sie fein muß! Berlin, 27. Septbr. (Privatmitth.) Die außerordentlich hohe Frequenz aller höheren Lehranstalten im ganzen preußischen Staate durch die israel. Jugend ist eine längst festgestellte Thatsache, und wir würden sie nicht noch einmal Nachweisen wollen, wenn sie nicht im gegenwärtigen Zeitpunkte, wo die Herstellung des jüdischen Religionsunterrichts an diesen Anstalten so vielfach ventilirt wird, eine besondere Wichtigkeit hätte. Das Augustheft des „Centralblalies für die gesummte Unterrichtsverwrltung in Preußen" bringt die officiellen Tabellen über die Frequenz aller höheren Lehranstalten im Wintersemester 1875/76. Aus ihnen ergiebt sich, daß, wahrend bekanntlich erst der 75ste Mensch in Preußen Jude ist, auf den Gymnasien der 10. Schüler, auf den Vorschulen der 8. Schüler, jüdischer Religion ist; auf den Progymnasien der 9., auf den Vorschulen zu diesen der 4.; auf den Realschulen I. Ordnung der 11. und ebenso auf den Vorschulen zu diesen; auf den Realschulen H. Ordnung der 6., auf den Vorschulen zu ihnen der 5., und endlich auf den höheren Bürgerschulen der 18., und auf den Vorschulen zu diesen der 23. Schüler jüdischer Religion ist. Denn auf den Gymnasien befinden sich unter 65,872 Schülern 6446 Juden, auf den Vorschulen unter 10,087 Schülern 1239 Juden; auf den Progymnasien unter 3737 Schülern 391, auf deren Vorschulen unter 417 Schülern. 90, auf den Realschulen I unter 26,588 Schülern 2347, unter deren Vorschulen unter 5092 Schülern 440, auf den Realschulen 11 unter 5162 Schülern 861, und auf deren Vorschulen unter 1736 Schülern 342, endlich auf den höheren Bürgerschulen unter 13,075 Schülern 696 und auf deren Vorschulen unter 4011 Schülern 173 Juden, Die Gesrmmtzahl der jüd. Schüler aller dieser höheren Lehranstalten beträgt also zusammen 13,025. Wir glauben, daß diese Zahl groß genug ist, um den Religionsunterricht derselben zu einer Verpflichtung des Staates zu machen, so lange derselbe den Religionsunterricht als einen Lehrgegenstand jener Schulen aufrecht erhält. — . Die hiesigen Blätter berichten: „An dem jüngst stattgehabten jüdischen Neujahrsfeste wurde auf höhere Anordnung sowohl im Bivouak des dritten Armeecorps, als auch des Gardecorps, ein vollständig organisirter jüdischer Gottesdienst veranstaltet. Wie man uns von betheiligter Seite mittheilt, ließ der Kaiser einen Tag vor dem bezeichneten Feste die in ven genannten Truppentheilen befindlichen jüdischen Soldaten vor die' Front treten, woselbst er ihnen sein Bedauern ausdrückte, daß der Dienst es nicht gestatte, die jüdischen Soldaten an ihren hohen Festtagen zu beurlauben." (Wer das innere Staatsleben Preußens seit langer Zeit kennt, der weiß, daß was innerhalb des Militärwesens geschieht, ganz besonders der Ausdruck der höchsten Willensmeinung und Richtung ist, und wird deshalb die obige Thatsache als einen Act nicht blos der bürgerlichen, sondern auch der religiösen Gleichstellung schätzen.) —. Die Schuldeputation hat den Prediger ür. Landsberger von hier zum jüdischen Religionslehrer an der Victoria- Schule gewählt. Derselbe hat die Wahl angenommen und beginnt mit dem neuen Semester seine Wirsamkeit an dieser Anstalt. —. Wie in jedem Jahre, machen auch in diesem Jahre die hiesigen Blätter ihre Bemerkungen über die jüdischen Feste. So schreibt der „Verl. Börs.-Cour." vom 29. v. M.: „Gestern, wo das Volk Juda büßte, fastete und betete, bot Berlin wieder ganz den an diesem Tage gewohnten, sonderbaren Eindruck. Ein starkes Drittel aller Kaufläden war geschloffen; in einzelnen Stadtgegenden trat dies weniger hervor, in anderen vagen, speciell jenseits der Spree, in der Königstadt :c. bildeten die herabgelaffenen Jalousieen geradezu die Regel, und die offenen Läden nur die Ausnahme. Einer unserer Berichterstatter hat sich der Mühe unterzogen, in einer anderen Stadtgegend, auf dem Hausvogtei-Platz, die Zahl der geschloffenen mit der der geöffneten Läden zu vergleichen. Er ist dabei zu dem Resultat gekommen, daß von fünfundzwanzig Läden auf diesem Platz sieben geöffnet und achtzehn geschloffen waren, indeß ist dieses Verhältniß nur als ein exceptionelles zu betrachten und im Allgemeinen hat der jetzt verstorbene Glaßbrenner doch wohl nicht so ganz Recht gehabt, wenn er von Berlin behauptete, es sei eine „rein jüdische Stadt." (Das „Sonderbare" an dieser ganzen Bemerkung ist nur, daß der Verfaffer sich über den eigenthümlichen Anblick der geschlossenen Läden verwundert, während er doch viel mehr geschloffene Läden an jedem Sonntag sehen kann!) Köln, 26. Sept. Der jüngst verstorbene Chef des hiesigen Hauses I. L. Eltzbacher u. Co., Herr Jak. Lob Eltzbachcr, hat dem Vernehmen nach für wohlthätige Zwecke folgende Legale ausgeworfen: dem israelitischen Asyl 15,000 Mark., dem Armenfonds der israelitischen Gemeinde 9000 Mark, der Gesellschaft

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