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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-09-12 · Heft 37 (12.9.1876) · p. Seite 598

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 37 (12.9.1876)
Date
1876-09-12
Page
Seite 598 (sequence 8)
Language
German
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598 mit allen Consequenzen, die daraus fließen, daS Loos Ihrer Glaubensgenossen in der ganzen Welt werden. In Ihrer Eigenschaft als Vorsitzender wollen Sie, mein Herr, der Dolmetscher dieser Gefühle bei Ihren Collegen sein, und empfangen Sie mit dem Ausdruck meiner Sympathien für die Sache der Freiheit und Toleranz, deren eifriger und berühmter Apostel sie sind, den Ausdruck der hohen Achtung, welche Ihr Charakter mir einflößt, sowie meine herzlichen Grüße. " Der außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister der Bereinigten Staaten in Frankreich. E. B. Washburne. Schweiz. Zürich, 29. August. (Privatmitth.) Bor einiger Zeit las man in einem jüdischen Blatte, das für die Richtigkeit feiner Angaben überhaupt niemals eintreten mag, Episteln aus der Schweiz, in welchen über die jüdischen Verhältnisse berichtet wird, ohne daß der Verfasser Einsicht in dieselben zu nehmen sich die Mühe gegeben hat. Ihm lag mehr daran, vor dem Leser seine Frömmigkeit zur Schau zu tragen. Von der hiesigen Gemeinde nimmt er gar keine Notiz, obschon sie eine Synagoge und einen Begräbnißplatz hat, für das Cantoramt und die Religionsschule zwei Angestellte, die ganz gut in großen Gemeinden fungiren konnten, und dazu noch einen besonder« Schochet unterhalt. Sie zählt gegenwärtig 64 Familien. Außer denselben kann man mindestens 30 jüdische Familien hier rechnen, die nicht bei der Gemeinde find, und zwar aus vieler Herren Länder: Schweizer, Franzosen, Deutsche, Oefierreicher, Ungarn, Russen, Polen, Italiener. In dem schönsten hiesigen Quartier, Bahnhofsstraße, wohnen 20 jüdische Familien, darunter bedeutende Großhändler: Louis Dreyfus & Co., Sax, Bernheim. Mehrere Professoren an der Universität und dem Polytechnicum sind Juden, Herman, Kohn u. a. Großbritannien. London, im August. Deutsche Zeitungen enthalten Folgendes: „AuS London erhält die hebräische Zeitung „Hamagid" eine Correspondenz, in welcher es heißt, es ginge das Gerücht, die türkische Regierung habe ihren zahlreichen hebräischen Gläubigern in England die Abtretung eines Theiles von Palästina angebolenIn Konstantinopeler Zeitungen werde berichtet, Sir Hammond in London stehe in Verbindung mit Guedalla, dem Gründer einer aus englischen, sianzösischen und österreichischen Juden zusammengesetzten Gesellschaft, welche mit einem Capital von 8,000.000 Pfd. St. darauf ausging, der hohen Pforte das ganze gelobte Land abzukaufen. Nach einer Veröffentlichung Guedalla's sei eine solche Abtretung nicht ohne Genehmigung der europäischen Großmächte denkbar, es läge aber Hoffnung vor, daß sich das Geschäft werbe realisiren lassen. Man habe bereits seit Jahren die einflußreichsten jüdischen Häuser in ganz Europa zu interessiren gewußt, und zwar nicht ohne Erfolg. Guedalla beabsichtige demnächst, sich persönlich nach Konstantinopel zu begeben, um an Ort und Stelle die Angelegenheit zu betreiben." — Aehnliche Mittheilungen sind schon rüher vorgekommen und von uns erwähnt worden. Daß es ach hier nur um den Erwerb einiger Landstriche zu Ackerbaucolonien für Juden handelt und um die Sicherstellung des erworbenen Grund und Bodens durch eine Garantie der Großmächte, jene Referate aber nur böswillige Aufbauschungen sind, brauchen wir wohl kaum zu erwähnen. Rußland. Koretz (Volhynien)^ 16. August. (Privatmitth.) Der Verein zur Verbreitung der Aufklärung unter den russischen Juden, dessen Leiter in St. Petersburg ihren Sitz haben, hat in jüngster Zeit seinen zwölften Jahresbericht für das Jahr 1875 veröffentlicht. Wir können uns nicht die Genugthuung versagen, demselben die wichtigsten Daten zu entnehmen und den geschätzten Lesern der A. Z. d. I. in kurzen Umrissen mitzutheilen, damit sie Ueberzeugung gewinnen, daß das alte: brr-nv-> -;»prr sb *o auch bei uns sich bewahrheitet, daß auch wir russische Juden nicht von hochsinnigen, thalkrästigen Männern entblößt sind, denen das geistige Wohl ihres armen Volkes am Herzen liegt, die alles Mögliche aufbieten, nach Maßgabe ihrer Mittel der studirendeu Jugend unter die Arme zu greffen, die jüdssche Literatur zu befördern, mit einem Worte, überallhin Licht und Aufklärung zu verbreiten. Doch wir wollen Zahlen sprechen lassen. Bei einem Cassenbestande von 17,727 Rub. war der Verein im Stande in besprochenem Jahre 17,079 Rub. auf die verschiedenartigsten Zwecke zu verausgaben. Wenn wtr in Erwägung ziehen, vaß der Verein nur 207 Mitglieder zählt, von denen viele nur Ehrenmitglieder, die nichts zahlen, andere wiederum, die nur mit kleinen Gaben betheiligt sind, so müssen wir über die namhafte Summe und über die verschiedenartigsten Zwecke, die derselbe damit erzielt, erstaunen; — allein wir müssen auch nicht vergessen, daß der Curator und Präses des Comites, Herr Baron H. Günsburg, allein außer dem jährlichen Beitrage von 2000 Rub. bet dem Schulfonds, der im Jahre 1874 behufs Subventionirung von öffentlichen, gut organisirten Privatschulen gegründet wurde, mit einer namhaften Summe von 3000 Rub. betheiligt ist; außerdem hat derselbe zur Stipendienvertheilung an Studenten 2517 Rub. und zur Abonnirung von Journalen und Zeitungen 422 Rub. gespendet. — (So wurde z. B. die h. Zeitung Hazefira redigirt von Ch. Z. Slonimfki in Warschau mit 100 Rub. vom Vereine subventionirt; außerdem erhielt derselbe vom Gehülfen des Präsidenten Herrn Baron Horace Günsburg 15V Rub. und von Herrn Cassirer Leon Rosenthal 100 Rub. als Subvention, mit der Bedingung, daß, falls das Comitö es

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