Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 40 (1876)
- Issue
- Heft 36 (5.9.1876)
- Date
- 1876-09-05
- Page
- Seite 584 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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584 Frankreich selbst den Kampf um ihre Existenz zu kämpfen haben» I wollender Seile auffassen. Er will sagen, daß der Antheil der daß es für sie einen inneren Kampf in Frankreich gelte. Und! jüdischen Bevölkerung an aller Thatigkeit des Volkes und jede dies ist schon Gewinn genug. — Man wird uns vielleicht ein-! Ausschließung jener von dieser den Menschenfreund befriedigt, wenden, daß bei diesem Kampfe insofern auch das Judenthum Derselbe könnte freilich die gleiche Genugthuung auch an anderen in Mitleidenschaft gezogen sei, als es zu den Zielpunkten der! Orten empfinden, z. B. in Amsterdam, in den russisch-polnischen Gegenpartei gehöre, alle Cultusetats zu streichen, und somit auch Provinzen, in der Berberei u. s. w., nämlich überall, wo man das französische Judenthum Len Wegfall der Staatssubvenlionen die Juden nicht viele Jahrhunderte hindurch von der allgemeinen zu erleiden hätte. Allein so viele Schwierigkeiten dies für die gewerblichen Thatigkeit ausgeschloffen hat, wo man sie nicht durch erste Zeit schaffen würde, da eine so kleine Anzahl, wie die I Zunft- und andere Ausschließungsgesetze auf den Geldhandel und französischen Juden ausmachen, so bedeutende Summen nicht Trödel allein beschränkte, wo man ihnen also freiließ, ihr Brov leicht zu ersetzen vermöchte: so sind doch Frankreich und Belgien lauf jede mögliche redliche Art zu erwerben. Dies ist eine Wahrdie einzigen Staaten, in welchen die Juden vom Staate einen I heit, eine Thatsache, welche den europäischen Schriftstellern nicht nennenswerthen Beitrag zu ihren Cultuskosten erhalten; die! oft genug wiederholt werden kann, französischen und belgischen Juden werden schließlich ebenso gut! fertig werden ohne die Staatshülfe wie die übrigen sämmtlichen! Juren. Wo an 7 Millionen zum Ziele kommen, nämlich ihren! Cultus aus eigenen Mitteln zu erhalten, wird es den 50,000! Fokschani, 13. August. (Privatmitth.) Auch mir wird es französischen und belgischen Juden auch nicht an Opferwilligkeit I schwer, fort und fort über die Frevel und Gewaltthatigkeiten zu fehlen. Die Hauptsache ist immer: die gleiche Behandlung aller! berichten, welche an unsren Glaubensgenossen in unsrem Lance Culte von Seiten des Staates.! verübt werden. Allein bedarf das geängstigle Herz schon an sich, I seinen Kummer auszusprechen, so bleibt uns auch kein einziges » . | Hülssmittel übrig, als die Oeffentlichkeit, und wenn auch die * I gegenwärtigen großen orientalischen Wirren unsre Stimme für Konstautiuopel, 18. August. Bon hier aus verbreiten! die europäische Journalistik verdecken, so wird sich doch, hoffen sich Nachrichten, welche die Pforte nicht mehr auf dem Wege I wir, auch unser Hülferuf mit der Zeit Bahn brechen. Europa zeigen, den sie bis jetzt hinsichtlich der gleichen Behandlung der! muß sich überzeugen, daß vom sogenannten eisernen Thore der verschiedenen Religionsparteien beschritten und eingehalten hatte. Grenze Rumäniens an in allen Ländern des Donaugebietes und Es heißt nämlich: „Die hiesigen Israeliten haben es sehr miß-! der Balkanhalbinsel dieselbe Barbarei, herrscht und die Halbcultur liebig vermerkt, daß bei der Neugestaltung des Staatsraths kein nichts als ein rohes, bestialisches Wesen verhüllt. Ob die Türken Mitglied ihres Bekenntniffes hinzugezogen ist. In einem Briefe,! in Bulgarien unerhörte Grausamkeiten üben, die Montenegriner welcher seit einigen Tagen die Runde durch die hiesigen Blätter lalle türkischen Gefangenen niedermetzeln, „damit sie ihnen nicht macht, wird hervorgehoben, daß die Israeliten sich stets als die! zur Last fielen", die Serben die türkischen Dörfer und Städte treuesten und aufopferungsvollsten Anhänger derjenigen Staaten! anzünden, oder die Rumänen die jüdischen Bewohner des Landes gezeigt hatten, in welchen ihnen volle Gleichberechtigung mit den! zum äußersten Elend bringen: es ist derselbe Racen- und Relianderen Bekenntniffen zucrkannt ist. Durch die jetzt hier vor-! gionshaß, der sie alle beseelt und ihnen die scheußlichste Menschengekommene Uebergehung müßten sich die Israeliten daher in Verachtung einflößt; dabei ist es ganz gleichgültig, ob sie unter hohem Grade gekrankt und zurückgesetzt fühlen. Gleichzeitig wird! despotischer oder covstitutioneller Verfassung stehen, sie handeln der Hoffnung Raum gegeben, daß die Regierung recht bald die doch nur nach ihren barbarischen Gelüsten. Zu den in Nr. 33 gerügte Ausschließung der Israeliten durch Berufung von einigen geschilderten Mißhandlungen von Juden unter dem Vorwände jüd. Mitgliedern in den Staatsrath wieder gut machen werde, der Vagabonden, die noch immer fortgesetzt werden, hat sich — . Die „Köln. Zeitung" enthält jetzt Briefe vom deutschen neuerdings die strengste und übertriebenste Anwendung des Art. 8 Mittelmeer-Geschwader, so auch aus Salonichi datirt. Unsere des Licenz-Gesetzes gesellt. Unter dem Vorwände nämlich, daß Leser erinnern sich, daß wir bei Gelegenheit der traurigen Bor-! Art. 8 den Juden den Verkauf von Spirituosen verbiete, befiehlt fälle in dieser Stadt einen ausführlichen Bericht über die jüd. Beman allen in den Dörfern wohnenden Juden, dieselben zu vervölkerung derselben gebracht, welche im Mittel auf 50,000 Seelen lassen, welches Gewerbe sie auch daselbst betreiben, die Handangegeben wird, sowie daß ein großer Theil der dortigen Juden werter so gut wie die Händler mit allen Arten von Maaren, als Bootsmänner und Lastträger ihr Brod erwerben. Auch der! Nun stelle man sich vor, daß diese Juden mit ihren Familien Verfasser jener Briefe bestätigt dies, indem er schreibt: „Es ist ein angenehmer Anblick, Juden als Bootsführer und Lastträger thätig zu sehen." Man kann diesen Ausdruck nur von wohlmeist seit langer Zeit in den Dörfern wohnen, zum großen Theile in ihnen geboren sind, daß sie vom städtischen Geschäft und Verkehr keine Kenntniß besitzen, ferner, daß es sich hierbei in jedem