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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-07-04 · Heft 27 (4.7.1876) · p. Seite 431

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 27 (4.7.1876)
Date
1876-07-04
Page
Seite 431 (sequence 5)
Language
German
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431 geglaubt, finden die erstem, wenn sie auch fast gleichzeitig sind, vor den Augen des Herrn Maspero keine Gnade (vgl. S. 368 Anmerkung). Vielleicht werden spätere Forschungen, wie in so vielen Punkten, auch in den jetzt noch streitigen die Angaben der Bibel rechtfertigen! Ebenso selbstverständlich ist es, daß unser Verfasser der „wiffenschastlichen" Ansicht von dem elohistischen und dem jehovistischen Redrcteur der vier ersten Bücher Mosis folgt, und diese erst „etwa um die Mitte des 8. Jahrhunderts! vor unserer Zeitrechnung" ihre „ungefähr endgültige" Gestalt erhalten läßt; das Deuteronomium ist dann natürlich unter Jofchiah nicht aufgefunden, sondern damals erst von den Priestern geschrieben worden. Dagegen ist anzuerkennen, daß Hr. Maspero sich von den thörichten Versuchen, den israelitischen Monotheismus in älterer Zeit auf die Stufe der heidnischen Religionen herabzuziehen, fern hält. „Die Glaubensmeinungen der Israeliten", sagt er iS. 289), „bilderen gegen die kanaanitischen Religionen Len schneidendsten Contrast. Man sinder wohl bei den Juden einige verwirrte Spuren ursprünglicher Vielgötterei .... aber thatsächlich sind sie Monotheisten. Auch ist ihr Monotheismus niemals unter einer pantheistischen Hülle verborgen, wie in Egypten und Asiyrien: er ist auf dem Grunde und auf der Oberfläche. Sie haben nur einen einzigen Gott und vermischen diesen Gon nicht mit der Welt, sie lasten für ihn weder Theilung noch Geschlecht zu. Ihr Gott ist von der Welt getrennt, erzeugt nicht uno wird nicht erzeugt, empfängt nicht und wird nicht empfangen, har weder seines Gleichen noch Unlergölter. Die ganze 9iatur ist Las Werk seiner Hände; die Gesetze der Natur sind nicht seine vergötterten Kräfte, sondern bleiben stets die beabsichtigten Wirkungen seiner Gottheit. Donner, Blitz, Hagel werden niemals unabhängige Wesen, sondern sind Thaten Gottes". Wir haben diese Stelle mitgetheilr, weil eine so freie und klare Bezeugung der Wahrheit, eine so offene Anerkennung der großen culturhistorrschen Thal der Schöpfung des Monotheismus durch die Israeliten und Lurch sie allein bei den neuern Geschichtsschreibern leider eine seltene ist; und wir billigen vollständig, daß Herr Maspero sie nicht in ihrer geschichtlichen Entstehung und ihrem Verlaufe Larzulegen versucht, wozu rer Grund sehr einsichtlich ist. Da dürfen wir es ihm wohl verzeihen, wenn er dem erhebenden und läuternden Einfluffe der Propheten auf die altmosaische Religion vielleicht eine zu tiefgehende und umfastende Bedeutung zuschreibt! In Betreff der erbitterten Gegner der Israeliten, der Philister, folgt unser Verfaffer der von den meisten Forschern angenommenen und in der Thal sehr wahrscheinlichen Ansicht, Laß sie von Kreta stammten. Die egyprischen Denkmäler bestätigen diese Meinung und geben auch die Zeit der philistäischen Einwanderung an. Die Philister gehörten zu den fremden Stämmen, die von der Seeseite her Egypten unter der Regierung Ramses des Dritten angriffen. Von diesem Herrscher besiegt, unterwarfen sie sich uno erhielten die Erlaubniß, sich als Vasallen des Pharaoh an dem südlichen Theile der syrischen Küsten niederzulasten. Sie kamen also ein oder zwei Decennien vor den Israeliten in Palästina an und vermischten sich mit den in ihrem Lande wohnhaften Semiten, deren Sprache und Religion sie annahmen. Auf diesen unmittelbaren Zusammenhang der Philister mit den egyptischen Herrschern jener Zeit ist es vielleicht zurückzuführen, daß die Israeliten es nicht wagten, vom Süden aus, durch das Philisterland, in Palästina einzudringen, sondern den Umweg nach Osten hin nahmen. Durchaus unzulässig ist es, wenn der Vers. Salmanastar V. ein Jahr vor der Einnahme von Samaria sterben, dieses durch Sargon erobern läßt. Allerdings rühmt sich (nach Opperl, Sargon auf einer Inschrift seines Palastes zu Khorsabad dieser Thal; aber muß man nicht annehmen, daß er sie noch in seiner frühern Eigenschaft als Feldherr Salmanaffar's vollführt hat, da die Bücher der Könige fo ausdrücklich von der Einnahme Samaria's durch den letztern reden? Ist es nicht ganz natürlich, daß Sargon, nachdem er König geworden, sich noch auf eine Großthat beruft, an der er als Feldherr das hauptsächlichste Verdienst hallte? Wir hätten noch mehrere Einwendungen zu erheben, die jedoch mir der israelitischen Geschichte zu wenig im Zusammenhänge stehen, um hier erwähnt zu werden. Sie vermindern nicht das Verdienst des Werkes als Ganzen, das wir nur wiederholt den Freunden der israelitischen Geschichte zum Studium und zum Nachschlagen empfehlen können. Rühmend hervorzuheben ist noch, daß Herr Maspero auf das genaueste, in der einschlägigen deutschen Literatur bewandert ist und dieselbe ohne jene Voreingenommenheit gegen die deutschen Gelehrten, welche so viele heutige Franzosen zeigen, rnführt und würdigt. —n—n. 2& 6ik<xc&txcßteu/. Deutschland. Berlin, 18. Juni. Was wir in vor. Nummer mittheilten, wird jetzt durch officiöse Organe bestätigt. Der „K. Z." schreibt man: „Die Verhandlungen wegen Abschluß einer Handelsconvention zwischen Deutschland und Rumänien, welche von dem ehemaligen Cultusminister Majorescu hier geführt wurden, sind, officiöser Mittheilung zufolge, auf Schwierigkeiten gestoßen. Die Reichsregierung wägt nämlich Bedenken, die vom bukarester

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