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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-06-27 · Heft 26 (27.6.1876) · p. Seite 417

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 26 (27.6.1876)
Date
1876-06-27
Page
Seite 417 (sequence 7)
Language
German
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417 aus und wird von allen Kunsthistorikern als ein beträchtlicher Fortschritt gegen die egyptische bildende Kunst bezeichnet. Zu der Zeit, als die Chaldäer und Egypter, die sich bisher um den Besitz Syriens bekämpft hatten, beiderseits brach gelegt waren, jene durch das sich erhebende assyrische Reich, diese durch innere Zerrüttung und allmählichen Verfall, also in einer sehr günstigen Epoche brachen die Israeliten in das Jordanland ein. Es stimmt vollständig mit des Vers. Ansicht über die Zeit des israelitischen Auszugs aus Egypten, wenn er die vierzigjährige Wanderung der Israeliten in der Wüste durch die Regierung des Pharaoh Ramses III. erklärt (S. 286», der noch einmal 32 Jahre lang sein Reich aus der allgemeinen Verwirrung zu kraftvoller Einheit zusammenfaßte, noch einmal erobernd über die Grenzen hervorbrach und zumal Syrien unterwarf. Erst nachdem er gestorben war und kraftlosen, kurzlebigen Nachfolgern, unter denen ein völliger Verfall Egypten's eintrat, Platz gemacht hatte, war der Weg in das verheißene Land für die Israeliten frei von überlegenen Gegnern. So fügte sich in der That die israelitische Geschichte vollkommen in den Rahmen der orientalischen Profangeschichte ein. (Schluß folgt.) 2oei£tuA/Cj 6U/0ccfa*ic(ateU/. Deutschland. Fürth, 21. April. (Privatmittheil.) Es ist eine löbliche Sitte, daß über öffentliche Anstalten und Einrichtungen Berichte gegeben und durch den Druck auch weiteren Kreisen zugängig gemacht werden. Auf diese Weise erfährt da8 Publikum Näheres sowohl über die Zwecke als auch die finanzielle Lage und vermag ferner, ein klares Urtheil über das Wirken der Betheiligten sich zu bilden. Zum ersten Male seit dem Verband der bayer. Unterstützungsvereine für arme durchreisende Israeliten liegt uns der Jahresbericht derselben vor, erstattet vom Vorstande des Centralvorortes Fürth. Der Bericht enthält mehrere interessante Punkte, die wir wiedergeben, während wir die uns nicht minder wichtig erscheinenden zum besseren Verständniß hinzufügen, da der Bericht sie eben nicht enthält. Der hiesige Verein zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten besteht seit 1861 und da trotz aller Energie dem Hausbettel nicht genügend gesteuert werden konnte, erließ der Vorstand am 28. Februar 1872 ein Circular an die hiesigen Mitglieder, welches in Nr. 20 dieser Zeitung von 1872 abgedruckt ist. Hiernach bat derselbe bei dem hiesigen Magistrat um die Mitwirkung der Polizei zur möglichsten Verhinderung der großen Belästigung der israel. Einwohner durch den Hausbettel, welchem Gesuche diese Behörde auch entsprach. Diese Maßregel bewährte sich als sehr probat, besonders dadurch, daß bei der jedesmaligen Gabenvertheilung im israel. Spital ein Polizeidiener anwesend war, und von den unterstützten Individuen Kenntniß zu erhalten und sie speciell zu überwachen, damit sie Tags darauf die Stadt verlassen, jüd. Feiertage natürlich ausgenommen. So konnte der Verein bei einer ohnedies musterhaften Leitung der Geschäfte segensreiche Thätigkeit entfallen. Am 3. Februar 1874 ttat der Vorstand des Unt. f. a. d. I. in Bamberg, Herr Leonard Müller, mit dem zeit- und sachgemäßen Antrag an den hiesigen Vorstand hervor, sämmtliche Unterstützungs-Bereins-Borstände in Bayern diesseits des Rheins zu einer Besprechung behufs Centtalisirung des jüdischen Armenwesens einzuladen, welchem Anttage fteudig zugestiwmt wurde. Bereits am 10. Mar 1874 fand solche im Locale des Bienenkorbes hier statt, wobei der kgl. Notar, Herr vr. Ortenau, präsidirte. Die aus circa 60 Delegitten bestehende Versammlung beschloß die Gründung eines Bereinsbandes und beauftragte mit Entwerfung der StaMten die Herren vr. Ortenau von hier, vr. Josephthal und vr. Mayer von Nürnberg und Leonard Müllen von Bamberg, welche den hiesigen Vorstand des Unterstützungs-vereins, Herrn I. I. Hirschmann, beizogen, um deffen während einer dreißigjährigen Praxis gesammelten Erfahrungen zu verwerthen. In der auf den 13. December 1874 dahier im gleichen Locale anberaumten constituirenden Versammlung, die aus circa 7 0 Personen bestand, wurden die vorgelegten Statuten, die sich in Nr. 2 dieser Zeitung von 1875 vorstnden, nach fünfstündiger Berathung genehmigt, die Vororte bestimmt, und Fürth als Centtalstelle gewählt, dessen Vorstand die Wahl annahm. Von den Vororten lehnte München wegen seiner isolirten Lage ab, Ansbach schloß sich spater auch Fürth an, so daß jetzt nur 4 Vororte, an denen allein in Zukunft Unterstützung gewährt wird, bestehen. Es sind dies die Städte Augsburg, Bamberg, Fürth und Würzburg. Sofort wurden alle israel. Gemeinden Bayerns, diesseits des Rheins, 250 an der Zahl, von hier aus eingeladen, dem Verbände sich anzuschließen. Bisher haben dies 164 Gemeinden gethan, es fehlen sonach noch 86, unter ihnen Aschaffenburg und Umgegend, München als einzige jüd. Gemeinde im Regierungsbezirke Oberbayern, welches aus Opportunitätsgründen die durchreisenden armen Israeliten selbst unterstützt und später die Wahl als Vorort annehmen wird, wenn etwa in der Umgegend jüdische Gemeinden sich bilden, während die übrigen meist kleine oder mittellose Gemeinden sind. An Fürth schloffen sich 37 Gemeinden an mit Beittägen von 9913 fl. 56Vs kr.. Fürth allein steuert zu dem Zwecke 5000 fl. bei, fa daß die jährliche Einnahme beim Vororte Fürth auf 14,913 fl. 56 ',2 kr. sich belaufen. Nach Nationalitäten geschieden, wurden in Fürth im Jahre 1875 unterstützt-:

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