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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-05-23 · Heft 21 (23.5.1876) · p. Seite 340

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 21 (23.5.1876)
Date
1876-05-23
Page
Seite 340 (sequence 12)
Language
German
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340 geprüft wurden, dennoch ihrem Zeugniffe sowohl wie dem Anstellungsdecrete die Klausel hinzugefügt wurde: „Hiernach hat P. p. solche Kenntnisse dargethan, daß er befähigt erklärt wird, in jüdischen Familien und jüdischen Schulen zu unterrichten." Schreiber dieses hatte Veranlassung, von einem solchen Zeugnisse in Schweden Gebrauch zu machen. Doch die Befürchtung lag nahe, die hiesigen Schulbehörcen, die tolerant genug sind, um nicht einmal eine Ahnung von einer solchen Einschränkung zu haben, würden diese Klausel nur als einen Qualisicationsmangel verstehen. Ich wandte mich daher an die König!. Regierung in Breslau mit der Bitte um Aufhebung dieser Klausel; doch sie antwortete abschlägig, weil sie sich nicht befugt halte, ein in officieller Prüfung sestgestelltes Resultat zu ändern. Daraufhin appellirte ich an das Cultusministerium in Berlin, unter Anderem anführend, daß diese Einschränkung nach der Praxis, die der jetzige Cultusminifier befolgt, längst haltlos geworden ist. Das half. Bald erhielt ich die Nachricht, daß Herr vr. Falk sich dieferhalb mit dem Provinzial-Schulcollegium in Breslau in Verbindung gesetzt habe und ging mir von letzterer Behörde folgender Bescheid zu: „Auf Euer Wohlgeboren Zuschrift vom L I.Aug. d. Ä. haben wir unter dem 7. Sept. dem Herrn Cultusminifier Dr. Falk berichtet, daß wir kein Bedenken tragen, Ihrem Lehrer- Qualificationsattest die Bemerkung anzufügen, daß die Einschränkung der Qualification in confessioneller Beziehung nunmehr aufzuheben sei." R. Ieuil Die In-enverfolgrrngeu in den Städten Speyer, Worms und Main; im Jahre 1096, wahrend des ersten Lrerrzzuges. Aus einem hebräischen Manuscripte übertragen von Moses Mannheimer, emerit. Rabbinatsverweser in Darmstadt. (Schluß.) Und es geschah, als die frommen Männer der heiligen Gemeinde zu Mainz hörten, daß ein Theil der Gemeinde Speyer und die ganze Gemeinde Worms getövtet worden, schmolz ihnen das Herz zu Wasser, und sie schrien zu Gott: „O, Ewiger, willst Du dem Reste Israels ein Ende machen?" Und es traten zusammen die Führer der Gemeinde und begaben sich zu dem Bischof und seinen Beamten und sprachen: „Was sollen wir Juden unter diesen Umständen thun?" Diese antworteten: „Höret unsern Rath! bringet all euer Geld in unsre Schatzkammern zur Aufbewahrung, und ihr, eure Weiber und Kinder, begebet euch in den Hosraum des Bischofs, da könnet ihr gerettet werden." — Dies r) riechen sie, um uns wie Fische im Netze auf einmal zu fangen und zu ergreifen. — Der Bischof hat auch wirklich seine Beamten und Diener, sowie Fürsten, Ritter, Herren, Befehlshaber und Vornehme des Landes versammelt, um uns zu helfen und unS zu retten vor den Herumirrenden: denn anfänglich war dies wirklich seine Absicht, aber am Ende wurde er schlecht. 2) — Eines Tages kam in den Straßen eine Christin einhergegangen und führte eine Gans mit sich, die sie von damals an, da dieselbe noch ein Küchlein war, großgezogen hatte, und die gewöhnt war, überallhin ihr zu folgen. Sie redete alle Vorübergehenden an: „Sehet, die Gans verstand, daß ich sagte, ich wolle zur Kirche gehen." Und alsbald versammelten sich um uns die Herumirrenden und die Städter und sprachen: „Wo ist euer Ruhm? 3 > Wie könnt ihr euch retten? Sehet, was Christus diesen Gänsen, thut." 4j Und sie kamen mit Schwertern und k e t o n. Lanzen herzu, um uns zu tödten; allein ein Theil der Städter trat dazwischen und litt es nicht. — Zu selbiger Zeit mordeten sie in der Umgegend des Rheines, weil sie einen von den Herumirrenden erschlagen hatten, indem sie sprachen: „All Dieses haben die Juden gethan." Und es fehlte wenig, so wären wir Alle umgekommen. Und als die frommen Männer der Gemeinde es erfuhren, redeten sie mit ihnen harte Worte (dies könnte veranlaffen b) über uns herzufallen. Und als sie ihre Worte hörten, sprachen sie: „O, stürben wir doch durch die Hand Gottes und nicht durch die seiner Feinde." — Und sie ließen ihre Häuser öve und leer stehen, gingen auch nicht zur Synagoge außer am Sabbath, dies war der letzte Sabbath, der nächste zu unsrem Verhängnisse. Nur wenige Leute gingen hinein zu beten — R. Isaak b. Jehuda war dabei — sie weinten jämmerlich. Und es befand sich daselbst (Mainz) ein scharfsinniger gelehrter Jünger, R. Baruch b. Isaak. Er sprach zu uns: „Unser Berhängniß ist unabwendbar. Denn ich und mein Schwäher Jehuda-die Seelen, die hier gebetet hatten mit lauter Stimme wie weinen, und wie wir die Stimme hörten, glaubten wir, vielleicht seien einige Gemeindeglieder aus dem Hofe des Bischofs hinweg und in der Mitte der Nacht in die Synagoge gegangen, um da in Noth und Herzenskummer zu beten. Wir liefen an die Synagogenthüre und sie war verschlossen. Die Stimme hörten wir, schauten aber nichts. Da kehrten wir zurück in das Haus, welches nahe bei der Synagoge war." — Und als wir viese Worte hörten, fielen wir aus unser Antlitz zur Erde und sprachen: „Willst Du Ewiger dem Reste Israels ein Ende machen?" Und sie gingen hin und erzählten ihre Begegnisie auch ihren Brüdern im Hofe des Statthalters und im Hofe des Bischofs. Und auch sie weinten sehr'-). — Und es geschah am 1. Siwan (— 25. Mai 1096), da kam Emicho'), der Bösewicht, mit einem großen Heere, aus Herum irrenden und gemeinem Volke bestehend, vor der Stadt

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