Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 40 (1876)
- Issue
- Heft 15 (11.4.1876)
- Date
- 1876-04-11
- Page
- Seite 243 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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243 siasten zugestanden, nunmehr auch bewillig: worden, den Relij gionsunterricht in den Räumen des Gymnasiums ertheilen zu dürfen. In dem an ihn gelangten schulbehördlichen Schreiben ist Herrn Dr. Cohn zugleich aufgegeben worden, einen bezüglichen Lehrplan pro Schuljahr 1876,77 bei dem Director des Gymnasiums baldmöglichst einzureichen. Oesterreich - Ungarn. Gr. Kanizsa, 23. März. (Privatmitth.) Samstag den 1. April feiert unsere Gemeinde das fünfundzwanzigjährige Amtsjubiläum unseres Oberrabbiners Hirsch B. Fasset. Großbritannien. London, 27. März. Am letzten Donnerstag Abends, fand eine wichtige Versammlung des Generalcomitös des Montefiore-Gedächtnißfonds in den Vorstandszimmern der hiesigen Portugiesischen Synagoge statt. Sie war von vielen einflußreichen Herren besucht. Der Bericht des Executivcomit»-s ergab, daß die Zeichnungen für diesen Zweck im Ganzen 10,682 Pfund St. (circa 71,250 Thlr.) betragen, von denen ein Theil auch in weitern Jahren sortzuzahlen ist. Das Executivcoinit,'; hat einstimmig den Beschluß gefaßt, daß diese Summen verwendet werden sollen: auf die Erwerbung von Grund und Boden im heiligen Lande, aus die Erbauung von Häusern daselbst, aus die Herstellung eines Darlehnsonrs und aus die Unterstützung körperlich befähigter jüdischer Bewohner zu lancwirthschastlichen oder gewerblichen Zwecken. Rach längerer Verhandlung wurden diese Anträge von dem Generalcomir«! angenommen. Als Zusatz zu diesen Beschlüsien beantragte Professor Marks, daß, um seine Arbeiten zu krönen, das Epeculivcomilö Schritte thun sollte, die Juden in Palästina mit weltlicher Erziehung auszurüsten, ohne welche nach der Meinung des Herrn Marks keine bleibenden Verbesserungen in ihrer Lage zu bewirken seien. Eine eifrige Debatte erfolgte, aber zu ihrem Beschlusie stellte der Vorsitzende fest, daß das Executivcomit«'! nicht im Stande sei, einen Theil des Gedächtnißsonds zu solchen Zwecken zu bestimmen. Türkei. Pera, 21. März. Ein Erlaß der Pforte an das griechische und armenische Patriarchat und an den hiesigen Großrabbiner verordnet Gebete in den betreffenden Gotteshäusern des ganzen Reiches für das Aushören der finanziellen Krise. I e u i l Di-. Js. Neumann. Eine Lebensstile. < Fortsetzung.) Woher kam aber dieses Zutrauen? Warum fühlte sich Suworcs gerade zu N. hingezogen, da doch so viele, mit den Berhältniffen des Landes mehr bekannte und geschickte Juden sich an die Schwelle des Generalgouverneurs drängten?! Diese Frage beantwortete erst vor Kurzem ein Mann, der keiner Partei angehörte, der mit allen unseren Verhältnissen vertraut, und befähigt ist ein klares Urtheil zu fällen. — Die Verwandtschaft der Lebensgrunvsätze in beiden Charakteren, die Gleichheit der Denk- und Handlungsweise schufen diese Harmonie zwischen Fürst und Rabbiner, welche durch 32 Jahre hindurch ungestört andauerte. — Wahre Frömmigkeit, selbst was die Erfüllung der Ritualgesetze betrifft, vereint mit der größten Toleranz gegen Andersgläubige, ist beiden Charakteren gemein. — Ebenso mußte dem bei Hofe und in der großen Welt erzogenen und lebenden Fürsten der ferne Takt N.'s gefallen, der niemals den Hohen gegenüber sich Etwas vergab, aber die Schranke auf ein Haar erkannte, bis zu welcher er gehen durfte. Und offene Wahrheit, erfuhr sie nicht der wahrheitsliebende Suworof stets von dem Seligen? — Diese Eigenschaften würdigte nicht Suworof allein bei diesem, sondern sie wurden bald von allen Gutdenkenden erkannt und gewürdigt. l e t o n. — Im Aufträge der Schulverwaltung mußte R. oft die Provinzen bereisen, um die neugegründeten Schulen zu revidiren, und passirte auf einer solchen Reise die Stadt F. — Der Rabbiner daselbst, ein durch große Frömmigkeit bekannter Mann, lud ihn zum Mittagesien. — Beim Rabbiner angelangt, fand er noch viele Gäste vor, die ihm zu Ehren erschienen waren. — Der Rabbiner war im Schabbesornat und hatte die bekannte Schabbesstreimel auf dem Haupte. — R. nahm aber gleich beim Eintritte die Mütze ab. — Der Rabbiner geht ihm bis zur Thüre entgegen, und nach dem gebräuchlichen ciVr begrüßt er ihn mit den Worten: „Deshalb achten wir Sie alle so, weil Sie keine Heuchelei kennen; wer -rrs für keine Sünde hält, für den ist sie keine." Reumann verwandelte diese ernste Bemerkung gleich in's Humoristische. „Aber warum," fragte er, „haben Sie die Schabbesstreimel auf rzc cc"’n s': crm „ — — „Aber ein nia ct* ist es für mich, den in meinem Hause zu sehen, der 2 >2:rr 2r-> '71 er me: ist." — Selbst die :r“*o~ erkannten bald die hohen Tugenden R.'s. Sie fühlten sich zu ihm hingezozen, und zählte er unter den in Riga temporär lebenden angesehensten Chassidim viele nnr sehr ergebene Freunde. Als Vorsteher der jüdischen Schule war er eigentlich Beamter im Ministerium rer Volksaufklärung und war rem Euratorium in Dorpat untergeordnet. — Das bedeutende Gedeihen der 15*