Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 40 (1876)
- Issue
- Heft 13 (28.3.1876)
- Date
- 1876-03-28
- Page
- Seite 206 (sequence 8)
- Language
- German
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206 Oberpräsidenten durch die greise Vorsteherin und die Waisen-! aber zugleich ein gemeiner Mißbrauch des Vertrauens, welches - kinder, folgte eine gottesdienstliche Feier, bei der Herr Dr. Ho-1 die Stadt und die Ellern dem Lehrer geschenkt habe» — gemein rowitz aus Crefelv die Festrede hielt, die an Form und Inhalt deshalb, weil die armen Kinder ruhig über sich ergehen laffen gediegen, dem Feste die echte Weihe gab. Bei dem sich daran-1 müssen, was der Lehrer in seiner Machtvollkommenheit über sie schließenden Mahle, in den festlich geschmückten Waisenhaus-«verhängt. Solcher Fälle sind in den hiesigen städtischen Schulen Räumen, welches in der heitersten Stimmung verlief, reihte sich «jüngst mehrere vorgekommen, besonders eclatant seitens des Oberon den von dem Herrn Oberpräsidenten Sr. Majestät dem Kaiser! lehrers Rudolph an der Luisenschule gegen die Schülerinnen ausgebrachten Toast, eine stattliche Zahl von Tischreden, unter I jüdischer Religion, und zwar wiederholt bei dem Unterrichte — denen namentlich folgende hervorzuheben. Als Antwort auf den! in der Geographie. In der Sitzung der Stadtverordneten vom vom Herrn Landrath ausgebrachten Toast, dem gütigen Fest-116. d. kam dieser Gegenstand zur Verhandlung, nämlich durch ordner, deffen liebenswürdiges, allseitiges Entgegenkommen nicht! die Berathung des Antrages Gerth, betr. die Mittheilungen der genug anzuerkennen, ließ Sr. Excellenz, der Herr Oberpräsident,I Zeitungen über die Verletzung des religiösen Gefühls der Schüdie Vorsteherin hoch leben, indem er mit begeisterten Worten ihre l lerinnen seitens eines Lehrers der Louisenschule. Stadtv. Gerth nach jeder Seite aufopfernde Wirksamkeit für ihre musterhafte führt aus, daß diese Gerüchte die Bürgerschaft um so mehr erregt Waisenanstalt und alle edlen Zwecke pries. Nachdem nun fast «haben, als es bekannt sei, daß das Streben der Stadt dahin alle Anwesenden ihren Theil an den Toasten erhalten, weihte «gehe, ihre Schulen im Sinne der Humanität, Toleranz und der Herr Dr. Horowitz ein stilles Glas dem Andenken der verstor-! confessionellen Gleichheit zu verwalten. Es fei Pflicht der Stadtbenen Wohlthäter, deren Namen in dem Festsaale zur ewigen! Vertretung, die Sache nicht ad acia zu legen oder todtzuschweigen. Erinnerung verzeichnet. Es verfehlte dieser Toast nicht, trotz der! — Stadtschulrath Dr. Bertram verweist darauf, daß sich die heitern Stimmung, den rührendsten und erhebendsten Eindruck zu! Schuldeputation dieser Sache angenommen und durch eine Vermachen. Zum Schluß erhob sich der Herr Oberpräsident noch-i fügung den Director angewiesen habe, sowohl dem Oberlehrer mals und sprach die feste Versicherung aus, daß dieses Fest ihm! Rudolph das Unpaffende seines Benehmens vorzuhalten, als auch unvergeßlich bleiben und ein kräftiger Sporn sein würde zu noch! die übrigen Lehrer anzuweisen, derartige Borkommniffe unter größerer Förderung dieser Anstalt, gleichzeitig feine Mitarbeiter!allen Umständen zu vermeiden. — Stadtv. Dr. Hermes führt in der ganzen Provinz auffordernd, sich diesem Streben anzu-! aus, daß einzelne Mitglieder der Schuldeputatiou das Disciplischließen. Ein Festgruß an Ihre Kaiserlichen Majestäten inlnarverfahren gegen den Oberlehrer Rudolph beantragt, und in Berlin war schon des Morgens abgesandt worden. «der Thal sei das Schreiben des betreffenden Lehrers an die Auö Westphalerr, im März. Einige Provinzialblätter,! Schuldeputation so hochmüthig und anmaßend, daß schon deshalb welche nicht ultramontan sind, sprechen sich in bestimmtester Weise! ein Einschreiten geboten wäre. An anderen höheren Lehranstalten darüber aus, daß man auch in christlichen Kreisen durch die Be-1 seien ähnliche Borkommniffe gar nicht selten, und wenn die schlagnahme des berüchtigten Pamphlets „Nicht Judenhatz" u. I Klagen darüber nicht in die Oeffentlichkeit dringen, so liege der s. w., welche der Staatsanwalt angeordnet, und durch das Bor-! Grund dafür in der Befürchtung vor der Rache der Lehrer. Die gehen auf gerichtlichem Wege gegen die Druckerei des Bonifacius-! Eltern müssen wissen, daß sie bei der Vertretung der Stadt eine Vereins, welche jenes verlegt hatte, wahrhafte Befriedigung! Stätte für ihre Beschwerden finden.— Stadtschulrath Bertram empfindet. Die Ultramontanen hatten dieses giftgeschwängerte I erwidert, daß das Schreiben keineswegs so hochmüthig und arro- Product der Berfolgungssucht so massenhaft verbreitet, daß es inlgant gewesen, und daß man auch einem Lehrer, der 38 Jahre jedem Hause zu finden ist, und die Stimmung der untersten I der Stadt gedient und eine bestimmte Ansicht über gewisse Dinge Bclksclasse war dadurch in einigen kleineren Städten der Provinz! sich gebildet habe, gestatten müsse, diese Ansichten seinem Director gegen die Juden sehr gereizt, so daß sogar die Fenster einiger!gegenüber zu vertheidigen. — Stadtv. Dr. Stryck betont, daß von Juden bewohnten Häuser zertrümmert wurden. Nun, diese «an der Luisenschule allerdings ein Geist herrsche, wie er dem von zerschmetterten Fensterscheiben werden der einzige Triumph sein,«der Stadt hochgehaltenen Geiste der Toleranz nicht entspreche, den die Ultramontanen durch ihre, sie schändende» Wuthausbrüche! Als die Schuldeputation zur Untersuchung in die Luisenschule gegen Menschen, die sie durch nichts provocirt hatten, erreicht haben I gekommen, habe sie Director Metzner mit den Worten empfangen: werden! „Aus der Judenhetze scheint jetzt eine Christenhetze werden zu Berlin, 17. März. (Privatmitth.) Zu den verabscheuens-I sollen." Er müsse der Charakterisirung des Rudolph'schen Schreiwerthen Acten der Intoleranz gehört unstreitig, wenn Lehrer bens Seitens des Stadtv. Hermes durchaus beitreten. — Stadtv. ihre Schüler vom religiösen Standpunkte aus beschimpfen und Dr. Hermes spricht seine höchste Verwunderung darüber aus, Schmähungen über deren Religion ausstoßen. Es ist dies eine daß der Stadtschulrath es noch unternehme, Herrn Rudolph zu Pflichtwibrigkeit, da sie, statt ihre Zöglinge zu bilden, deren Liebe1 vertheidigen. Redner verliest mehrere Stellen aus der Rudolph'- und Achtung sich zu erwerben, das Gegentheil thun; es ist Ischen Antwort, in welcher es unter anderem heißt, daß man