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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-03-28 · Heft 13 (28.3.1876) · p. Seite 205

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 13 (28.3.1876)
Date
1876-03-28
Page
Seite 205 (sequence 7)
Language
German
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205 nommen werden, als die Bestimmungen desEdictS vom 10. Juni IS 13 bezüglich der Matrikelführung in gesetzlicher Geltung standen, La hiernach der Jsraelite auch beim Wechsel seines Domiciles als Angehöriger jener Gemeinve in Betracht kam, in welcher er die Aufnahme in die Matrikel unv hiermit die Ansässigkeit erlangt hatte. Inzwischen sind nun aber in Gemäßheit des Landtagsabschiedes vom 10. November 1861 die Vorschriften über die bezeichnete Matrikelführung außer gesetzlicher Geltung gekommen. Auch ver Begriff einer formalen Ansässigkeit ist zufolge res Gesetzes über Heimath, Verehelichung u. Aufenthalt vom 16. April 1868 aus dem bayer. Berwaltungsrechte nunmehr verschwunden. Für die Verpflichtung zur Beitragsleistung an eine Cultusgemeinde erscheint sonach der Titel der Heimath gänzlich belanglos. Nachdem nun — was den vorliegenden Fall anbelangt — l)r. Sch. sein früheres Domicil in F., beziehungsweise in dem zur dortigen israel. Eultusgemeinde gehörigen Orte Eschenau aufgegeben unv seinen Wohnsitz unbestritten in M. genommen hat, kann derselbe vom Zeitpunkte dieser Domicilsänderung an nur als Mitglied der Eultusgemeinde M. und nicht mehr als solches der Eultusgemeinde F. in Betracht kommen unv eben deswegen auch als concurrenzpflichtig zur letzteren Gemeinde nicht erachtet werden. Dabei besteht dermalen keine Veranlassung zu einer weiteren Untersuchung, ob die israelitische Eultusgemeinde F. auf Grund des obenerwähnten Statutes etwa berechtigt sei, von vr. Sch. ein Abzugsgeld zu beanspruchen. Diese Frage muß zunächst der benannten Eultusgemeinde selbst zur Erwägung anheimgestellt und gegebenenfalls der Berbescheivung im ordentlichen Jnstanzenzuge Vorbehalten werden. München, den 6. Juli 1875. K. B. Slaatsministerium v. I. für Kirchen- und Schulangelegenheilen, vr. von Lutz. An die k. Regierung K. d. I. Der Generalsecretar von Mittelfranken. M. R. v. Bezolv. Erhebung von Umlagen in israel. Cultusgemeinden betr. München, 13. März. sPrivatmitth.) Am 9. d. verstarb hier ein sehr verdienstvoller Mann, Abraham Wolfsheimer, dessen Tod unsrem Schulwesen eine tüchtige Stütze raubt. Er gründete vor 30 Jahren die hiesige israel. Schule, und leitete dieselbe durch diesen ganzen Zeitraum hindurch mit ebenso vielem Elfer wie Geschick. Seine stete Anstrengung, sich in seinem Berufe zu vervollkommnen, seine Leistungen unv die Freundschaft, die er allen seinen Mitarbeitern wivmete, sichern ihm ein dauerndes Gedächtniß. Birnbaum, im März. (Privatmitth.) Nach dreijähriger Wirksamkeit allhier, verließ uns jetzt Rabbiner Vr. Lesser, um seine Wirksamkeit in Bielitz (österr. Schles.) anzutreten. Seine Thätigkeit und Erfolge in Synagoge, Schule und Wohlchätigkeitsanstalten lassen uns seinen Abgang schwer empfinden. Schippenbeil, im März. lPrivatmitth.» Der „sechste Rechenschaftsbericht über das israelit. Provinzial-Waisen-Jnstitut für Knaben und Mädchen zu Schippenbeil in Ostpreußen" zeigt uns ein erfreuliches Wachsthum dieser segensreich wirkenden Anstalt. Es wurde ihr ermöglicht, die Anzahl ihrer Zöglinge von 15 zu 18 zu erheben, 9 Knaben und 9 Mädchen. Allerdings sind der Gesuche um Aufnahme weit mehr; aber die dem Waisenhause bis jetzt zu Gebote stehenden Mittel erlauben nicht mehr. Einschließlich des Bestandes vom vorigen Jahre von 1937 M. betrug die Einnahme 10,186 M., die Ausgabe 9518 M., so daß der Bestand 637 M. beträgt. Das Vermögen der Anstalt beträgt 35,137 M. einschließlich von 18,000 M., die aus das Jnstitutsgebäude angezahlt sind. Um diesen schwachen Mitteln zu Hülfe zu kommen, hat der Vorstand bekanntliche eine Lotterie unternommen, wozu ihm vom Ministerium des Innern die Eoncession ertheilt ward. Allein der Absatz der Loose ist bis jetzt noch ungenügend vor sich gegangen, und der Vorstand erläßt daher in diesem Rechenschaftsberichte das dringende Gesuch, ven Absatz ver Loose zu befördern, sowie auch Geschenke, die zu Gewinnen verwendet werden können, ihm zukommen zu lassen. Möge diese Bitte in Anbetracht des wohlthätigen Zweckes recht nachhaltige Erfüllung finden, da durch den Absatz dieser Loose das Loos elternloser Kinder gebessert wird! Königsberg i. Pr., im März. Das Märzheft der Alliance isr. univ. enthält einen Bericht des hiesigen Hauptcomite's für die westrussischen Juden, das unter der Leitung des Rabbiners Vr. Bamberger noch immer thätig ist. Allerdings haben sich vie zu Gebote stehenden Mittel sehr verringert. Aber von der Ansicht ausgehend, daß, wo die Mittel nicht ausreichen, Gutes im Großen zu thun, es immer doch Pflicht und Verdienst sei, eine kleine Zahl Menschen zu retten, hat es seine Thätigkeit nicht eingestellt. So wurden denn im Jahre 1875 zwar keine neuen russischen Waisen angenommen, jedoch vie einmal angenommenen in Pflege und Unterricht weitergefördet, wobei fast immer gute Resultate erzielt wurden. Ebenso wurden dazu geeignete Personen zur Reise nach Deutschland, Schweden, England und Amerika besörvert, um sich in diesen Ländern zu einem nützlichen Gewerbe niederzulassen. Das Centralcomite zu Paris unterläßt es denn auch nicht, dem Comitö zu Königsberg vie gewünschten Geldmittel nach Bedarf zu liefern. Paderborn, 4. März. j Privatmittheil.) Heule fanv vie 20-jährige Stiftungsfeier des israelit. Waisenhauses für Westphalen unv Rheinland in Anwesenheit Sr. Excellenz ves Herrn von Kühlwetter, Oberpräsidenten von Westphalen zu Münster, eines hohen, edlen Gönners der Anstalt, ves Herrn Regierungspräsidenten von Einhorn zu Minden, des Herrn Landrath Jentzsch in Paderborn und der übrigen höchsten hiesigen Beamten in erhebendster Weise statt. Auf die würdige Begrüßung des Herrn

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