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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-03-14 · Heft 11 (14.3.1876) · p. Seite 176

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 11 (14.3.1876)
Date
1876-03-14
Page
Seite 176 (sequence 12)
Language
German
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176 Schilfmeere, das Land Edom zu umgehen." Dies kann doch unmöglich den Weg „zum Sirbonischen See" bedeuten. Noch mehr, wenn 4 Mos. 32, 10 sie aufbrechen von Elim und am Schilfmeer lagern und vom Schilfmeer aufbrechen und in der Wüste Sin lagern. Sie können doch unmöglich von Elin wieder nach dem Sirbonischen See zurückgegangen sein, sondern von Elim aus tiefer herunter in die Nähe des rothen Meeres, an dessen Ostküste gelangt sein. Ganz entschieden ferner spricht die Stelle 2 Mos. 23, 31 gegen Herrn Brugsch: „Ich werde Deine Grenze setzen vom Schilfmeere bis zum Meere der Pelischlim, und von der Wüste bis zum Strome". Es sollen hier also in allgemeinen Strichen die Grenzen des heil. Landes bezeichnet werden, und Liese können doch unmöglich vom mittelländischen Meere zu dem kleinen unbekannten, in Egypten gelegenen Sirbonischen See angegeben werden, sondern allein vom rothen Meere bis zum Mittelländischen, wie im Osten „von der Wüste bis zum Strome (Euphrat)." Es ist also unmöglich, daß die Bibel unter ri'2^2^ etwas Anderes, als das rothe Meer mir seinen beiden Meerbusen verstanden haben kann. Vergleiche noch Richter 11, 10. Die Stellen in den späteren, besonders den poetischen Büchern der h. Schrift übergehen wir. Wohlweislich erörtert Brugsch-Bey die von uns angeführten Bibelstellen nicht. Man wird also mit dem Resultate des sonst so gewichtigen Forschers sich nicht zufriedengeben können. Vermischtes. Das englische medicinische Fachblatt „Lancet" berichtet: „Der deutsche Egyptologe Ebers hat vor kurzem eine interessante Entdeckung gemacht, nämlich einen Theil der verloren geglaubten hermetischen medicinischen Bücher. Bis setzt waren alle Versuche, den Ursprung der angeblich hermetischen Schriften zu verfolgen, vergeblich und es wurde angenommen, daß der große Hermes eine mythische Persönlichkeit sei, erfunden von irgend einem Alchymisten, der seine Kenntnisse mit der Autorität des Alterthums zu umgeben suchte. Das in Rede stehende Manuskript wurde vor wenigen Jahren bei einer Mumie von einem Araber gefunden. Nach dessen Tode wurde dasselbe dem vr. Ebers angeboten, der es auch käuflich an sich brachte. Das Manuskript besteht aus einem einzigen Papyrusblatt von ungefähr 60 Fuß Länge und ist mit rothen und schwarzen Schriftzeichen bedeckt. Nach dem Charakter der Schrift zu uriheilen, mag das Datum des Manuskripts etwa um das Jahr 1500 v. Ehr. angenommen werden, so daß dasselbe nun über 3300 Jahre alt wäre, und falls es in der ersteren Zeit jenes Jahrhunderts geschrieben worden, so würde es mit dem Zeitpunkte des Aufenthaltes Moses an dem Hofe Pharao's zusammenfallen. Bis jetzt wurde blos ein Theil dieses Documentes von Ebers vollständig übersetzt, außerdem aber noch einige Capitelüberschriften, z. B. „Das geheime Buch der Aerzte", „Die Wissenschaft des Herzschlages", „Die Kenntniß des Herzens", gelehrt von dem Priester und Arzte Nechsecht, „Heilmittel für das Beheben von Krankheiten der Harn- und Berdauungsorgane". Es sind viele Gründe zu der Annahme vorhanden, daß die Egypter einen hohen Grad wissenschaftlicher Kenntnisse in einer sehr frühzeitigen Periode ihrer Geschichte besaßen. Wie schon Boerhaave bemerkt, zeigt das Factum, daß Moses verstand, Gold zu Pulver zu machen, so daß es mit Wasser vermischt und auf diese Weise trinkbar gemacht werden kann, daß ihm Gehemniffe der Alchymie bekannt waren, welche nur die großen Meister jener Zeit ihr Eigen nannten. In der That scheint Egypten das Geburtsland der Chemie gewesen zu sein, denn nach Plutarch wurde dieses Land in der heiligen Sprache der Priester Xr^ia, das heißt nach Bochart, verborgene oder geheime Kenntnisse, genannt. Auch jetzt noch wird es, wie „Lancet" glaubt, von den Kopten das Land Kemi geheißen." In Kowno besteht ein Verein (Dorsche Schelom Zion), dessen Mitglieder jährlich jedes einen Rubel zahlt. Dafür wird jedes Jahr ein oder zwei Individuen nach Jerusalem geschickt und mit genügenden Mitteln versehen, um dort das Leben zu beschließen. % n S e Die Stelle eines Religionslehrers, Cantors u. Schächters, soll bei der hiesigen Gemeinde vom /. Juli d. / ab andertceitig besetzt werden. Gehalt 600 Mark u. circa 300 Mark Nebeneinkünffe. Qualificirte Retcerber wollen sich bis zum /> April d. / franco bei dem Unterzeichneten Vorstande melden. Reisekosten werden nicht vergütet. täötcenherg ijSchl.. den .5. März 1876. Der Synagogeii-Genieiiide-Vorstand: Robert Wollenberg. i g e n. An der hiesigen städtischen Communalschule soll ein seminaristisch gebildeter israelit. Confession, angestellt werden und haben wir den Auftrag erhalten, die Stelle auszuschreiben. Bewerber mit guten Zeugnissen versehen, wollen sich unter Einsendung derselben an uns wenden und erklären wir uns gerne zur Ertheilung weiterer Auskunft, bezüglich Gehaltsverhaltniß rc. rc. bereit. (F. 1606.) Offenbach a/M, den 20. Februar 1876. Der Vorstand der israel. Religions-Gemeinde.

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