Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 40 (1876)
- Issue
- Heft 10 (7.3.1876)
- Date
- 1876-03-07
- Page
- Seite 160 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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160 Kenntniß Egyptens besaß, ohne eine sorgfältige Vergleichung anzusiellen, oder wenigstens die Resultate dieser Forschungen abzuwarten. Da nun von einer anderen Seite Lurch die Entzifferung der Keilschrift und die Forschungen der Assyrologen eine gleiche Controle der biblischen Geschichtsbücher angebahnt und bis auf Geringfügiges die geschichtliche Treue jener bezeugt worden, so muß unsre Aufmerksamkeit nach beiden Seiten hin eine gespannte bleiben. Unter den deutschen Egyptologen steht jetzt Heinrich B r u g s ch voran. Früher Professor in Göttingen, jetzt im Dienste des Khedive von Egypten, hat er, abgesehen von seinen sonstigen bedeutenden Leistungen, zwanzig Jahre auf die Erforschung der Geographie des alten Egyptens verwandt, wozu er durch feinen langen Aufenthalt daselbst und die immerwährenden Reisen durch alle Theile des Landes besonders geeignet war. Es ist ihm nach seiner Aussage gelungen, mehrere Tausend Ortsbestimmungen festzustellen. Seine besondere Aufmerksamkeit wandte er den in der Bibel erwähnten Orten zu und als eine erste Frucht veröffentlichte er jetzt einen Vortrag, den er am 17. Sept. 1874 im Orientalistencongreß zu London gehalten: „L'exode et les inomiments egvptiens“, der Auszug der Israeliten und die egyptischen Denkmäler. (Leipzig, Hinrichs, 1875), mit einer ausgezeichneten Karte von Unteregypren. Beiläufig bemerkt, ist dies Schriftchen auch äußerlich ein Zeugniß, wie sehr die Wissenschaft in unsrer Zeit international geworden. Bor einem meist englischen Publikum gehalten, in französischer Sprache abgefaßt, dem egyptischen Bicekönig gewidmet, und mit einer deutschen Karte versehen! Die Veröffentlichung des Vortrages verzögerte sich durch Reisen des Verfassers in die libysche Wüste und Abyssinien im Aufträge des Khedive und durch eine nochmalige Bereisung (die dritte) der in Rede stehenden Landstriche. Brugsch tritt nun der traditionellen Ansicht über den Weg, den Moses mit seinem Volke eingefchlagen, völlig entgegen, und indem er die einzelnen Stationen durch Vergleichung mit egyptischen Ortsnamen ganz verschieden mit den bisherigen Annahmen bestimmt, läßt er die Israeliten nördlich fast bis zur Küste des mittelländischen Meeres (Baal Zephon) kommen, und von da über die Landenge von Suez in die sinaitische Halbinsel sich versenken. Der Mittelpunkt dieser Bestimmungen ist das „Schilftneer", und Brugsch erklärt dasselbe nicht für das „rothe Meer", sondern für den Sirbonischen See. Man sieht leicht ein, daß von dieser Frage auch die anderweitigen Ortsbestimmungen abhangen, und es wird uns daher darauf ankommen, ob diese Ansicht des gelehrten Egyptologen haltbar sei oder nicht? Brugsch betont wiederholt in feinem Vortrage und in dem Vorwort, daß er mit ängstlicher Treue die Angaben der h. Schrift festgehalten und ihnen in nichtswiderspreche, indem es nur eine falsche Auslegung der bisherigen Exegeten gewesen, den Jam-Suph für das rothe Meer zu halten, während die heilige Schrift den Sirboniscken See damit bezeichnet habe, welcher einen üppigen Schilswuchs hatte. Daß der Gelehrte diese Versicherung der Uebereinstimmung mit dem h. Texte so oft wiederholt, ist wohl daraus zu erklären, daß er die englische Zuhörerschaft im Sinne hatte, welche zu einem großen Theile streng der orthodoxen Ansicht angehörig geglaubt wird, scheint jedoch zu bezeugen, daß er sich hierin nicht ganz sicher fühlte. Sonst hätte er die Sache ruhig sich selbst überlassen können. Für uns stellt sich daher die Frage, ganz unabhängig von Orthodoxie oder Kritik, sv: Läßt die heil. Schrift zu, daß unter dem Jam-Suph ein anderes Meer als der arabische Meerbusen, namentlich in seiner westlichen Bucht, also etwa der Sirbonische See, zu verstehen sei? Wir müssen dies verneinen, und es ergiebt sich uns dies aus der einfachsten Untersuchung, auf die wir jetzt näher eingehen wollen. (Schluß folgt.) % n 8 e Am / Mai d. ./. soll in der hiesigen Gemeinde ein Y'if, Rabbiner und Cantor in einer Person* tler auch zugleich der Vorlesung der Thora kundig, angestellt werden. Bewerber wollen sich unter Kinreichung ihrer Zeugnisse hei dem Unterzeichneten Vorstände schriftl. melden. Gehalt fest i05O 31. Xebenaccidenzien nach Veher einkomme n. Obersitzko, int März tS7b. Der Corporations-Vorstand. Herr Lehrer Frennd in Breslau wird die Güte haben, eine gebildete Familie zu empfehlen, die Knaben in Pension zu nehmen wünscht; gute n. altem Ritus zub. Kost, Beaufsichtig. d. Schularbeit, u. gew. Pflege w. zugesichert. i g e n. Lehrergesuch. Zum 1. Juli d. I. wird in der hiesigen Gemeinde die Stelle eines Religionslehrers, der zugleich Schächter und Borbeter sein muß, vacant. Die Einnahme ist incl. freier Wohnung circa 1500 Mark. Bewerber werden gebeten ihre Zeugnisse und Mittheilnngen über bisherigen Wirkungskreis dem Unterzeichneten baldigst einzuseuden. Berheirathete Bewerber erhalten den Vorzug. Einbeck, den 23. Februar 1876. Der Vorstand: J. Katzenstein. Ich suche auf sofort oder später einen Lehrling mit guter Schulbildung für mein Herren-Gardervbe-Geschäft. D. Sternfeld in Osnabrück.