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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-02-28 · Heft 9 (29.2.1876) · p. Seite 138

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 9 (29.2.1876)
Date
1876-02-28
Page
Seite 138 (sequence 8)
Language
German
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138 sungsurkunde eine Bereinigung zu gemeinsamer häuslicher Religionsübung nicht mehr verboten werden kann. Homburg, den 3. Februar 1876. Königliche Verwaltung a»l. V. A. Nr. 55. gez. E. Schaffner. Berlin, 16. Februar. (Privatmitth.) Wir haben schon darauf aufmerksam gemacht, daß die neue General-Synodal- Orvnung, welche bereits von Sr. Majestät vollzogen worden, der General-Synode das Recht der Besteuerung zu kirchlichen Zwecken, selbstverständlich nur für die evangelischen Gemeinden, zuspricht. Der Art. 13 nämlich bestimmt, daß Steuerbeschlüsse mir gewöhnlicher Mehrheit, jedoch mit zweimaliger Abstimmung erfolgen sollen. Es versteht sich, Laß diese Steuerbeschlüsse e;ecutorische Kraft haben für alle Mitglieder der evangel. Kirche. Warum wir hierauf aufmerksam machen? Weil dieser Artikel der Zustimmung der beiden Häuser des Landtages bedarf, und deren Beschluß in einem Augenblick erfolgen würde, wo derselbe Landtag über Vas Selbftbefteuerungsrecht der jüdischen Gemeinden zu beschließen haben wird. Wir werben da auf consequente und gleichartige Behandlung Anspruch haben. Lttblittitz, 14. Februar, i Privatmittheil.) Wir gestatten uns Ihnen mitzutheilen, daß, wie bereits im Reichs- und Staatsanzeiger veröffentlicht worden ist, des Kaisers und Königs Majestät Allergnädigst geruht haben, dem Kaufmann Bernhard Selten hierorts — unserem Vorsitzenden — den Charakter als Commissionsrath zu verleihen. Aus Anlaß des fünfzigjährigen Bestehens des hiesigen Bankhauses „Johann Selten", deffen Mitinhaber Herr Commissionsrath Bernhard Sellen ist, hat derselbe die Summe von dreißig Tausend Mark zur Errichtung eines Kreiskrankenhauses in hiesiger Stadt dem Königlichen Landrath, Herrn von Klitzing überwiesen. Ew. Hochwürden stellen wir die Veröffentlichung dieser Miltheilung in Ihrer geschätzten „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" ergebenst anheim.') Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. D. Schlochoff. Adolph Fuchs. Oesterreich - Ungarn. Wien, im Februar. Am 26. März d. I. feiert die Wiener israelitische Cultusgemeinde das Jubiläum ihres 50jährigen Bestandes, zu welchem Feste bereits Vorkehrungen getroffen werden. Zu diesem Behufe wurde ein Comilö ernannt, welches aus hervorragenden Mitgliedern dieser Gemeinde besteht, und zwar aus 1) Wir nehmen die Gelegenheit wahr,;u bemerken, daß wir Auszeichnungen der obigen Art,' weit sie in der großen preuß. Monarchie nicht selten sind, nicht mitzutheilen pflegen; hier aber, wo sie in Begleitung einer so edelherzigen Tbat austritt, ist sie gewiß der Deröszentlichung auch unsrerseits werth. Die Redaction. den Herren: Dr. Ignaz Kuranda, Moritz Ritter v. Pollak-Borkenau, kaiserlicher Rath Arminio Kohn, Moritz Freiherr v. Königswarter, kaiserlicher Rath Wilhelm Frankl, Dr. Ignaz v. Hofmannsthal und Emanuel Baumgarlen. Wien, 12. Februar. In einigen Abendblättern finden wir heute noch Details über die gestrige Verhandlung des volkswirtbschaftlichen Ausschuffes in Betreff der rumänischen Handelsconvention, die nachgetragen zu werden verdienen. Die Abstimmung über den Vertrag war Anfangs zweifelhaft, mußte wiederholt und zuletzt mit Namensaufruf vorgenommen werden. Die namentliche Abstimmung erst ergab die erwähnten sechzehn Stimmen für und acht Stimmen gegen dev Vertrag. Für die Convention votirten die Abgeordneten Steffens, Hohenwart, Syz, Dormitzer, Teuschl, Ritter, Grnahl, Wolfram, Wickhoff, Schaffer, Gomperz, Ladenburg, Dumba, Fürth, Bonda, Kaiser; gegen dieselbe stimmten die Abgeordneten Canaval, Walterskirchen, Zschock, Liebieg, Hallwich, Jsbary, Neuwirth, Fr. Sueß. Die „Reichsraths-Correspondenz" meldet überdies bezüglich der bekanntlich unter Hinderniffen vollzogenen Wahl des Berichterstatters, daß im ersten Wahlgange der bisherige Berichterstatter des Ausschuffes, Abgeordneter Fürth, einstimmig auch zum Referenten im Plenum des Hauses gewählt wurde. Da dieser jedoch während einer Sitzung res Ausschuffes abwesend war, in welcher der bekannte Antrag des Abgeordneten vr. Herbst (Anerkennung des aufrechten Bestandes der mit der Pforte geschloffenen Vertrage bezüglich Rumäniens) angenommen wurde, welcher mit den vom Abgeordneten Fürth aufgestellten Principien nicht überein- -timme, so erklärte Letzterer, aus diesem Grunde die Wahl zum Berichterstatter für das Haus ablehnen zu müffen. Es haben also sämmtliche im Ausschuß befindliche jüdische Abgeordnete für den Handelsvertrag gestimmt, welcher ohne sie 12 Stimmen für und 12 Stimmen gegen sich gehabt hätte! Wien, im Februar. l Privatmitth.) Soeben ist der „Rechnungs-Ausweis des Vereins Wiener Bet Ha-Midrasch für das Jahr 1875" erschienen. Derselbe giebt Zeugniß von der wachsenden Blüthe dieser höheren theologischen Lehranstalt, welcher wir ein günstiges Gedeihen und eine nachhaltige Weiterentwickelung von Herzen wünschen. Wir heben aus dem Berichte folgende Stelle hervor: „Am 28. Februar 1875 wurde eine Generalversammlung unseres Vereines abgehalten. In derselben wurden einige Abänderungen der Vereinsstatuten einstimmig genehmigt. Eine derselben, den ersten Paragraph betreffend, ist für die Zukunft und die kräftigere Entwickelung unserer Lehranstalt von großer Wichtigkeit. Als nämlich im Jahre 1865 beim Ministerium Belcredi um die behördliche Sanctionirung des Bet ha-Midrasch eingeschritten worden war, wurden dem Wirkungskreise deffelben beengende Feffeln angelegt. Wir Unterlasten es hier die Gründe anzugeben und diejenigen zu bezeichnen, welche das kaum geborene wiffenschaftliche Institut als Träger des modernen Geistes des Judenthums bei den entscheidenden

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