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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-01-25 · Heft 4 (25.1.1876) · p. Seite 52

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 4 (25.1.1876)
Date
1876-01-25
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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52 Realen, indem er letzterem immer nachgeht, konnte aber freilich gerade durch diesen letzten Zug all' der Einseitigkeit deS hellenischen Geistes, all' der Härte und Unnatur nicht entgehen, welche diesem durch das schwere Ringen nach außen und innen eingewohnt waren. Blicken wir jetzt auf den Staat, wie ihn Moses aufstellte. «Schluß folgt.) Die Statistik -er jüdischen Bevölkerung im außerpreußischen Deutschland und in -er Schweiz. V. (Schluß.) DaS nunmehrige Herzogthum Anhalt, das früher in 4, dann in 3 kleine Staaten zerfiel, war in allen Zeiten für unsere Glaubensgenossen duldsam unv von guter Behandlung, wenn man auch sich spät entschloß, den Juden völlige Gleichberechtigung zuzuerkennen. Dennoch hat seit 50 Jahren die jüdische Bevölkerung daselbst abgenommen, was sich namentlich an der früher so überaus renommirten Gemeinde Dessau ersehen laßt, die von früher circa 1000 Seelen sich auf 402 herabgemindert hat. Dies hat seinen Grund in dem Mangel alles Handelsverkehrs in dem kleinen Binnenlande, so daß die dortige Jugend nach allen Weltgegenden auszuwandern sich genöthigt sah. Das Land hat seine frühere Eintheilung in Deffau, Bernburg und Cöthen als Kreise beibehalten, und befaßen diese 3 Städte die Hauptgemeinden. In 18 Gemeinden leben 1890 Juden, mit 1 Rabbiner, 16 Lehrern, 2 Vorsängern, 23 Synagogen, wovon 1 gemiethet, 1 Elementar- und 14 Religionsschulen mit 278 Schulkindern in 13 Schulhäusern, ferner mit 20 Begräbnißplätzen, 20 Vereinen und 1 Stiftung. — Das Herzogthum Braunschweig mit seiner stets humanen und liberalen Richtung, welche längst den Forderungen der Gleichberechtigung genügte, hat eine jüdische Bevölkerung von 1041 Seelen in 8 Gemeinden mit I Rabbiner, 7 Lehrern, 1 Vorsänger, 6 Religionsschulen in 4 Schulhäusern, wovon 2 gemiethet; ferner mit 6 Synagogen, wovon 3 gemiethet, 4 Vereinen und 5 Stiftungen. Außerdem sind die beiden berühmten Schulstiftungen zu Seesen und Wolfenbüttel hervorzuheben. — Die beiden kleinen Fürstenthümer Lippe-Detmold und Waldeck sind verhältnißmäßig stark von Juden bewohnt. Lippe zählt deren 900 «448 Männer und 452 Frauen) in 14 Gemeinden mit 8 Lehrern, 8 Elementarschulen mit 129 Schulkindern in 7 Schulhäusern, wovon 2 gemiethet; ferner mit 17 Synagogen, wovon 4 gemiethet, 17 Begräbnißplätzen, 3 Vereinen und 12 Stiftungen. — Waldeck zählt 834 Juden in 9 Gemeinden mit 9 Lehrern, 6 Elemevtar- und 3 Religionsschulen mit 156 Schulkindern in 9 Schulhäusern, wovon 4 gemiethet; ferner mit 9 Synagogen, wovon 2 gemiethet, 9 Begräbnißplätzen, 3 Stiftungen und 2 Vereinen. DaS Großherzogthum Oldenburg besteht bekanntlich aus 2 getrennten Landschaften, Oldenburg und Birkenfeld. In beiden besteht für die Juden eine gesonderte, aber ganz gleiche Kirchenverfafsung. Die Juden jeder Landschaft bilden je 1 Landesgemeinde, an deren Spitze ein Landesgemeinderath steht, zusammengesetzt aus dem Rabbiner und den Vorstehern der Gemeinden. In Oldenburg leben 853 Juden in 9 Gemeinden mit 1 Rabbiner, 4 Lehrern, 3 Elementar- und 3 Religionsschulen mit 88 Schulkindern in 6 Schulhäusern; ferner mit 9 Synagogen und 8 Begräbnißplätzen. Das Fürstenthum Birkenfeld zählt 647 Juden in 4 Gemeinden mit 1 Rabbiner, 4 Lehrern, 2 Elementar- und 2 Religionsschulen mit 101 Schulkindern, 4 Synagogen, 3 Begräbnißplätzen und 4 Vereinen. Von den beiden Großherzogthümern Mecklenburg, in welchen erst das Bundesgesetz vom 3. Juli 1869 den Juden die Gleichberechtigung verschaffte, besitzt Schwerin eine geordnete jüdische Kirchenverfafsung, indem das gesammte Synagogen- und Unrerrichtswesen einem israelitischen Oberrath, bestehend aus 1 Rabbiner, 5 Laien und 2 landesherrlichen Commisiarien, untersteht. Es wohnen 2945 Juden in 40 Gemeinden mit 1 Rabbiner, 33 Lehrern, 3 Vorsängern, 1 Elementar- und 33 Religionsschulen mit 379 Schulkindern in 15 Schulhäusern, wovon 3 gemiethet; ferner mit 40 Synagogen, wovon 6 gemiethet. 18 Begräbnißplätzen, 15 Vereinen und 7 Stiftungen. — Strelitz enthält 584 Juden in 5 Gemeinden mit 1 Rabbiner, 4 Lehrern, 4 Religionsschulen mit 62 Schulkindern in 2 gemietheten Schulhäusern; ferner mit 5 Synagogen, wovon 2 gemiethet, 5 Begräbnißplätzen, 7 Vereinen unv 2 Stiftungen.-Nachträglich theilt Herr vr. Engelbert mit, daß Schaumburg-Lippe 351 Juden zählt, ohne daß er die anderen Angaben aus diesem Ländchen zu machen vermochte. Im ganzen deutschen Reiche, einschließlich des Reichslandes, aber ohne den preußischen Staat, wohnen demnach 182,394 Juden in 1152 Gemeinden mit 128 Rabbinern, 888 Lehrern, 228 Vorsängern, 321 Elementar- und 612 Religionsschulen. Für die folgenden Rubriken fehlen die Angaben aus Bayern. Ja dem übrigen Deutschland, wo 772 Gemeinden bestehen, zählen wir 481 Schulhäuser, 773 Synagogen, 381 Begräbnißplätzen. An wohlthätigen Vereinen haben wir in diesen Ländern 7 73, sowie 433 Stiftungen, welche letztere jedoch auch aus dem Reichslande nicht angegeben sind, so daß deren Anzahl im Ganzen bedeutend größer sein muß. Jedenfalls geht aus dieser Statistik nach mehrfachen Richtungen hervor, wo viel zu conserviren, und wo nach mehr anzustreben sei.

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