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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-01-11 · Heft 2 (11.1.1876) · p. Seite 21

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 2 (11.1.1876)
Date
1876-01-11
Page
Seite 21 (sequence 5)
Language
German
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Dieser ausgezeichnete Commentar, dessen Berfaffer ein Zeitgenosse des Nachmanides war, wurde nun 1874 in einer in Wilna erschienenen Pentateuchausgabe von Herrn Rabbiner Br. Adler in London nach einer Oxforder Handschrift unter dem Titel: Pathschegen, veröffentlicht. Der Berfaffer des Pathschegen ist aber der erste, der die Mafforah zum Targum Onkelos erwähnte und davon Gebrauch machte. Hierdurch aufmerksam gemacht, suchte Luzzatto den Spuren der erwähnten Mafforah. von der R. Elia Levita im Mafforeth Ha-Massorah bloß drei Beispiele citirte, nachzuforschen, und es gelang ihm in der höchst seltenen und wegen ihres correcten Targumrextes überaus geschätzten Ausgabe der 5 B. M. eilit. 8al>ic>new (1557 in Sedez-Fcrmat) einen Theil der Mafforah zum Targum Onkelos aufzufincen. Später (1839) gelangte Luzzatto in den Besitz einer Bibelhandschrift, die ebenfalls am Rande Bruchstücke der Targummafforah enthielt, und er gab diese Fragmente mit den nölhigen Erläuterungen im Ozar Nechmad IV. (Wien 1803) heraus. Jndeffen waren dies alles bloß Fragmente, da Luzzatto's Mittheilungen stch nur auf die beiden ersten Bücher Moses erstreckten. Herrn Dr. A. Berliner ist es endlich auf seiner Reise in Italien zur Durchforschung der hebräischen Schätze der italienischen Bibliotheken gelungen, in einer Handschrift, die als Unicum gelten kann, die vollständige Massorah des Targum zum Pentateuch aufzufinden und theilweise in der vorliegenden, mit großer Sachkenntniß behandelten Schrift zu veröffentlichen. Herr Br. Berliner sagt über diese Handschrift in der Vorrede: „Diese Mafforah begleitet den Targumtext des Lock. r. 7 der Nationale Codices des wirklichen Werthes nicht gehörig gewürdigt worden ist. Ich möchte diese Pentateuch-Handschrift als die Perle unter den vielen Schätzen, welche die zahlreichen Bibel-0o«Iice8 in dieser berühmten Sammlung repräsentiren, bezeichnen :c. Uetomel b. Levi mit dem Beinamen Trabort, einer der letzten Nakdanim, hat den von Jakob Diena hergestellten hebräischen und aramäischen Text mit Bocalen unv Accenten versehen, den Commenlar Raschi's und des Nachmanides hinzugesügt, wie auch die Massorah zum Text unv zum Targum an den Ranv gesetzl. Er hat sein Werk mit der größten Correctheit am 2 Tebet 5230 beendet, und mit diesem ein höchst würdiges Andenken in der aramäischen Literatur sich gesichert. Denn seinem Verdienste ist es zuzuschreiben, daß uns die Mafforah zum Targum wenigstens in dieser einen Handschrift vollständig erhalten geblieben ist. Wahrscheinlich hielt die Minuskelhanrschrifr, welche in diesem Codex angewandt ist, de Rossi und nach ihm noch manche Andere zurück diese Noten näher zu prüfen, Nachdem ich aber den hohen Werth derselben erkannt hatte, scheute ich nicht die große Anstrengung u. s. w., bis ich von allen den einzelnen Bemerkungen eine Abschrift genommen hatte." Ueber den Zweck der Mafforah äußert sich Herr Br. Berliner folgendermaßen: „Ter Zweck derselben besteht vorzüglich darin, den Targumtext, wie er nach mehrfachen Schwankungen und dialektischen Beeinflussungen endlich als abgeschloffen angesehen wurde, vor weiteren Aenderungen sicher zu stellen und vor Abschreibfehlern zu bewahren. Sie sucht riesen Zweck dadurch zu erreichen, indem sie die Abweichungen in der Uebersetzung eines solchen Wortes, bei dem der Targum nicht bei rer Wiederkehr desselben Ausdruckes zuweilen sich veranlaßt gesehen hat, zählt, und näher nachweist, außerdem die bis zur Abfassung bekannt gewordenen Varianten sammelt, wie auch die durch Abschreiber und falsche Auffassung entstandenen Jrrthümer angiebt :c." Ueber die Entstehung und das Alter dieser Mafforah läßt sich wohl mit Sicherheit nichts Näheres eruiren. Jedoch meint der gelehrte Herausgeber, daß sie aus jener Zeit stamme, wo in Babylonien die Merhurgamanim am Sabbath die aramäische Uebersetzung bei der Thora-Vorlesung vortrugen. Die genauen Angaben von den Differenzen, welche in Betreff mancher Wörter zwischen den Nehardeeren und den Suranern obwalten, die mitgetheilten Lesarten aus Irak, die bis in das genaueste Detail gehenden Angaben über diese und jene Punclation im Targum — dies Alles setzt eine Zeit voraus, in der eine Fluidität des Targumdialekts vorhanden gewesen sein muß. Aber weiter hinaus läßt sich deren Entstehung Loch nicht datiren, weil die Namen der Punctationszeichen: Kamaz, Palhach :c. darin bereits Vorkommen. Herr Dr. Berliner glaubt daher deren Abfaffung zwischen dem 9. u. l o. Jahrhundert anzusetzen. Aus dieser dürren Skizze kann der Leser sich auch schon überzeugen, welche Bedeutung und Wichtigkeit die Mafforah zum Targum für das Bibelstudium hat und welches herrliche, un- + VVV »• , Wfc rfVUUVWHkV ****** JMV VUW WMV «**v«x**vw —•* in Parma, welche von de Rossi in der Beschreibung seiner! vergängliche Verdienst sich Herr vr. Berliner mit der Herausgabe

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