Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 40 (1876)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1876)
- Date
- 1876-01-11
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
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20 Priester die Sünden und Vergehungen des Volkes auf sich lade, mag vielleicht der Süneenbock damit in symbolischer Weise beladen worden sein, um sie in die Wüste zu tragen, fern von der Wohnung der Menschen, wo das Thier mit Len ausgeladenen Sünden sterben sollte. .mtm 21121377 cm 21:13771 Als die Priester und das Volk, die in der Halle standen, den ehrwürdigen und furchtbaren Namen Gottes (das Tetragrammaton) vernahmen, wie ihn in Heiligkeit und Reinheit der Mund des Hohenpriesters ausgesprochen, fielen sie auf's Knie, bückten sich und warfen sich auf's Angesicht zur Erde, und riefen einstimmig: Ws'«'s. Dieser Passus ist in der Mischnah nur beim Sünvenbekenntniß für das Volk angegeben, welche aber Maimuni (Vs'i'i 'bi /pinn -r) Cap. 3, 7 und arn z. St. aus alle drei Mal bezieht, während der Gaon aus Wilna es auch dort elidirt. Doch dem sei, wie ihm wolle, das aber steht fest, daß, so der Name Gottes vernommen wurde, die Nahestehenden auf's Knie fielen, die Entsernlern aber nur i'b's's'cj's sprachen. Und nach Salomon ben Birga in seinem Buche Schebet Jehuda Cap. 64 waren in Begleitung des Hohenpriesters 36,000 Leviten und eine überaus große Volksmenge, daß ein Amen von ihnen erscholl, daß die Vögel aus der Luft hatten heruntersallen mögen. Demnach mußte der Hohepriester natürlicherweise den Namen Gottes so lange im Gesänge ausdehnen, bis sämmtliche Priester, Leviten und die ganze Volksmenge mit dem Segensspruch zu Ende waren, und dann erst daraus nnar zu rufen. Wenn wir aber durchaus geneigt sind, das letzte Wort vom Vorhergehenden zu trennen, können wir es nur als Gebet, aber nicht als eine Absolution von Seiten des Hohenpriesters auffasien. Was das Kniebeugen anbelangt, war es ja bekanntlich Brauch beim Opfern, und brauchen wir's nicht erst in fremden Tendenzen zu suchen. Jacob ben Ascher (Tur. I. c. 6021) meint, daß das ganze Volk bei der Vernehmung des Gottesnamens das Knie beugte und sich auf's Angesicht zur Erde warf,4) was wir auch nachahmen. '■) Man sieht recht deutlich, daß der Tur letzteres nur in Bezug auf das Kniebeugen behauptet, nicht aber wie Herr llr. R. gestützt aus diese Stelle folgert: „es kam nur auf das Vorbild des hohenpriesterlichen Glanzes und Machteinflusies an, daß man nachahme." Hierher gehört noch eine Stelle im Jerusch. Talmud Joma ledit. Krotoschin 5626 S. 404), die also lautet: Rabbi Chaggai sagte: „zuerst sprach er: 231 8:8, hernach sprach er: 033 8:8 über welche viel geschrieben worden. In der Zeit- 4) pi 'i 1:2b dviidi 'i-s-Q» vi 11378 bs by V’Tsbnb acn rs i:pi -,3 'i;in: 'i 10333 311223 731x2 .211:2 by biD'bi ynsb 31b nx 5) .822112 ■pwiy 128 ",31 schrist der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 17. B. S. 406 in einer Abhandlung von l>r. Grünbaum, Anmerkung 1 heißt es: „In Bezug aus den Gebrauch von 231 bemerkte mir ein gelehrter Freund, daß aus mehreren der von llr. Geiger angeführten Mischna-Stellen nicht nur hervorgehe, daß non als Bezeichnung Gottes im Gebrauch gewesen, sondern daß auch der in einer Mischna-Stelle (Joma 6, 2 und von einem Commentar angeführten Parallelstelle aus dem Jerusch. Talmud) vorkommende Wechsel der Ausdrücke 2127? und 233 vermuthen laffe, daß nach Ansicht der Mischna der Hohepriester selbst nicht immer den Jehova-Namen ausgesprochen, sondern, abwechselnd damit, 331 gesagt habe." Herr I)r. Rothschild, in der obengenannten Monatsschrift S. 412, meint, daß ursprünglich der Name Gottes als Tetragramm bei jeder Wiederholung, später wohl nur ein Mal ausgesprochen wurde. „331 bedeutet an jener Stelle wohl das Tetragramm, und 222 die stellvertretenden Bezeichnungen des göttlichen Namens." Allein aus derselben Seite heißt es ausdrücklich: „Am Versöhnungstage sprach der Hohepriester zehn Mal den Jehova- Namen aus, sechs Mal beim Opferstiere, drei Mal beim Sündenbock und ein Mal beim Loosen, wo er mit lauter Stimme rief: hier das Sündenopser, dem Ewigen geweiht!" <>) Auch im Babyl. Talm. (Joma 39 6) aus der Tosifta ist diese Stelle mit besonderer Betonung aus das Sündenbekenntniß erwähnt.") Daraus geht deutlich hervor, daß der Hohepriester am Versöhnungstage zehn Mal das Tetragrammaton wirklich ausgesprochen. Denn wenn hier auch die stellvertretenden Bezeichnungen des göttlichen Namens gemeint sein sollten, so müßte doch die Zeit eine weit größere sein, da er außer diesen nach der Mischna noch ein kurzes Gebet zu verrichten pflegte, in dem der Name Gottes einige Mal vorkommt. sj Der Unterschied zwischen 331 und 332 kann daher kein innerer, sondern nur ein äußerer sein, da jenes die Anrede Gottes absolut ist, um vor ihm die Sünden zu bekennen, dieses mit Präfix 3 verbunden, weil beim hochheiligen Gottesnamen (um dieses Namens willen) um die Vergebung der Sünde gebetet wird. Auf ähnliche Weise bemerkt o'i'i'i Cap. 6, 2: I8iipi 8"i2 1381» *pix bTinsos 1:138131 6) '1 a'i'i's 231 ri8 11373 a"3 '^i oi»y2 nor .71131133 '8i -rr®3 '21 -123 7) '3 3T*2 13 331 718 T3773 >"3 'TI 3i»y2 13y .nb-nas '81 1271321 11333 ':i 1:3 11113 '31 ',1381111113 8) Joma Cap. 5, 1: .-,1XN1 71133 iixp ibsn bbsnoi Res. Tuarith S. 24 b: 81713 17i7lb8 'l -^i:2b2 ',1X1 1771 .... ibX2 18» — . . . 12lb31 12133 87771 121N3 28 ... . 1777 773377