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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-12-14 · Heft 51 (14.12.1875) · p. Seite 823

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 51 (14.12.1875)
Date
1875-12-14
Page
Seite 823 (sequence 3)
Language
German
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823 Schuljugend und den Frauen gesungen (nach dem Vorgänge in Uba l'Zijon). — Der Priefiersegen wird an den „ersten" Festlagen auch am Sabbath gesprochen. Jeder seiner 3 Verse wird, ohne daß der Chasan die einzelnen Worte vorsage, und ohne daß die Gemeinde jedes mit einem Verse begleite, zusammenhängend gesprochen; nach jedem der 3 Verse folgt blos ein Amen der Gemeinde, jedoch nach dem dritten Amen an den „ersten" Festtagen, vesgl. am Confirmationstage und an Simchas-wra noch ein kurzer deutscher Gesang von dem Inhalte des Addir bamarom. Eine abweichende Fußbekleidung ist untersagt, für das Duchenen wie für Jom-Kippur und Tischa-beaw. — An allen „ersten" Festtagen wird anstatt des En kelohenu ein kurzes deutsches Lied gleichen Inhaltes gesungen, desgl. (nach Vorlesung des übersetzten Psalms) eine auszügliche deutsche Bearbeitung des Anim semiros, diese bei geöffneter Lade. — Noch ist hinsichtlich einzelner Festtage zu bemerken: Die Prüfung der Confirmanden ist am ersten Pfingsttage nach dem Mincha-Gebet, blos Alenu Kaddisch werden erst nach derselben gesprochen. Die Confirmation ist am 2. Pfingsttage vor Alenu. An diesem Tage fallen alle Pijutim aus, und die Knaben unter den Confirmanden werden zur Thora gerufen. Am 1. Tage Suckos wird der Umzug mit dem Lulab von einem kurzen deutschen Gesänge begleitet. An Schmini azeres tritt an die Stelle des Matnas-jad ein entsprechendes deutsches Gebet. — Die Feier des Simchas-tora findet ungeachtet des dreijährigen Cyclus jährlich statt, da ja eine Feier der Thora nicht von der Beschießung derselben abhängig zu sein braucht; doch fällt in den beiden ersten Jahren des Cyclus natürlich das sogenannte Chatan Bereschis aus. Bor dem Umzuge spricht der Geistliche die herkömmlichen Bibelverse in Uebersetzung, jedoch Adonaj melech und Schma werden von der Gemeinde hebräisch gesungen. Der Umzug selbst erfolgt unter Absingung eines dreistrophigen deutschen Liedes von dem Inhalte der für den Umzug üblichen hebräischen Worte. Auch an diesem Tage werden nur 5 (im dritten Jahre 6) aufgerufen, an dritter Stelle die Knabchen, wobei eine deutsche Bearbeitung des Hamalach gesungen wird. Die Einlagen vor Jehallelu sind stark abgekürzt, dafür aber sagt noch der Geistliche Josua 1, 8 deutsch, und die Gemeinde singt eine mettische Uebersetzung von Pf. 150. — Die Lesung des Hohenliedes, von Ruth und von Koheles fällt aus. Das Schofarblasen im Monat Elul und an den Neujahrstagen nach dem Gottesdienste ist abgeschaffl. In den Selichos- Tagen werden blos eine einzige Selicha und der Pismon gesprochen; auch die übrige Selichos-Agende ist stark abgekürzt. An dem Morgen vor Neujahr wird jedoch eine Selicha mehr gesprochen; und von dem zweiten Pismon Sechor bris ist für diesen Morgen und für Nila nur die erste Strophe beibehalren. Am 1. Neujahrsabend nach Mah-tobu ein Gebet des Geistlichen, worauf die Gemeinde eine mettische Uebersetzung von Ps. 121 singt. Zum Schluffe singt dieselbe die Uebersetzung des Adon olam. — Am 1. Neujahrs morgen sind die Pijute schacharis nur wenig gekürzt. Von den Abinu malkenu werden die 4 ersten von dem Geistlichen deutsch gesprochen, dann von der Gemeinde hebräisch gesungen; ebenso die fünf Kosbenu. Die Predigt ist gleich nach der Uebersetzung und Erklärung einer freigewählten Haftora. Bor dem Schofarblasen ein darauf bezüglicher Choral. Bor Keduschas muffas verliest der Geistliche eine deutsche Hymne, dagegen alle in diese Keduscha eingelegten Pijutim fallen aus, desgl. die 3 großen Pijutim vor den Tekios meummad bleiben sott, und anstatt des dritten Hajom haras olam wird ein deuffches Lied gleichen Inhaltes gesungen. Am zweiten Tage ist es mir den Pijutim wie am ersten. Am Vorabend des Jom-Kippur ist zunächst die Colnidre- Formel abgeschafft, aber nach einem Orgelspiel verliest der Geistliche eine Betrachtung von metrischer Form in 3 Absätzen, und zum Schluffe jedes Absatzes singt die Gemeinde ein aus seinen Inhalt bezügliches kurzes Lied. Nach Schehechjanu verliest er Ps. 134 deutsch. Auch den kleinen Abschnitt Weahawta wiederholt er deutsch. Das 4. Jaaleh singt die Gemeinde in mettischer Uebersetzung. Die 13 Middos werden nur einmal gesprochen, nach dem Pismon, und dieser wird so vorgetragen: der Chasan recirirt dessen erste Strophe und die Gemeinde singt eine mettische Uebersetzung derselben; ebenso abwechselnd die drei übrigen Sttophen, worauf die Gemeinde die 13 Middos nach der Sulzer'schen Composition singt. Die einleitenden Worte des Sündenbekenntniffes Aschamnu werden nach einem ernsten Orgelvorspiel deutsch von dem Geistlichen gesprochen, und Aschamnu wird leise gesagt. Die Wiederholung der Al-chet fällt aus; auch die übrige Agende dieses Abends ist etwas gekürzt, namentlich sind die Mi scheana auf 8 revucirt. Abinu malkenu wie am 1. Neujahrstage. Schir hajichud fällt aus; statt Anim semiros die deutsche Bearbeitung desselben. Nach Alenu wird blos Jigval gesungen. Für Jom-Kippur sind alle 9 Srbbathpsalmen beibehalten, und von den Pijute schacharis fallen blos die Einlagen in die Keduscha und die 14 kleinen Stücke des Mi lo jiraacha aus. Von den Selichos wird nur die erste und der Pismon gesagt. — Die Haftora wird zuerst hebräisch gesagt, dann wiederholt sie der Geistliche deuffch, und hängt daran eine längere Bettachtung, worauf nach einem Orgelvorspiel die Seelenfeier folgt. — Vor Keduschas muffas verliest er wieder eine deutsche Hymne. Auch die Pijute muffas sind nur wenig gekürzt. In der Aboda wird das dreimalige Wekach haja moneh ganz ohne Recitative gesagt. Das drille Wehacohanim wehaam spricht der Geistliche, unv trägt auch bald das die Abooa einleitende Ammiz-koach, bald die an sie angehängten Stücke in deutscher Bearbeitung vor. Von Selichos werden zu Muffas nur zwei und der Pismon, zu Mincha nur eine und der Pismon gesagt. - Die Perikope zu Mincha sind die ersten 18 Verse von Kedoschim. Anstatt Hastoras Jona wird eine mir Rücksicht auf Jom-Kippur getroffene Auswahl von Stücken aus allen 3 Theilen der Schrift in deutscher Uebersetzung von besonders hierzu geeigneten Privaten aus einem hierzu 51*

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