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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-10-05 · Heft 41 (5.10.1875) · p. Seite 668

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 41 (5.10.1875)
Date
1875-10-05
Page
Seite 668 (sequence 12)
Language
German
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668 War es Loch bekannt, wie viel Stücke der Schwedenkönig auf ihn hielt. Nachdem Me>r die Lage der Dinge und des Gefängnisses insbesondere erkundet hatte, verließ er das Lager, um das Vieh zur Ablieferung zu holen. Nach zwei Tagen kam er mit diesem an, lieferte es ab, erhielt den Betrag und seine Bescheinigung. Unter allerlei Vorwänden verblieb er noch im Lager, in gespanntester Aufmerksamkeit, irgend welchen Umstand zu benutzen, der ihm die Befreiung Stahlmann's ermöglichen möchte. Aber ein solcher wollte sich nicht zeigen, und er verzweifelte fast, um so mehr da ein längeres Verweilen im Lager bald auffallen mußte, .krampfhaft zog sich fein Herz bei dem Gedanken zusammen, daß alle Bemühungen nutzlos seien. Wie? dachte er, würde man nicht in Magdeburg, wo die Vertrauten Stahlmann's wußten, daß dieser ausgegangen, ihn aufzusuchen, zuletzt glauben, daß er ihn verrathen habe? Dieser Gedanke erfüllte ihn mit Entsetzen und feuerte ihn an, auch das Vermessenste zu wagen. (Schluß folgt.) woselbst Herr Rabbiner vr. Wedcll in einer treffenden Ansprache es denselben an's Her; legte, auf die in Synagoge und Schule ihnen gebotenen Lehren mit Ernst und Eifer zu achten, um sich zu tüchtigen und treuen Bürgern des Staates, sowie zu anhänglichen und gottesfürchrigen Mitgliedern der Gemeinde heranzubilcen. Hierauf wurde von einem Gemeindevorsteher dem Rabbiner ein herzlicher Dank ausgesprochen. Nachdem wieder ein patriotisches Lied angestimmt worden, gab sich die Jugend dem fröhlichen Spiele hin, bis die von Herrn Michel Simons, dem Vorsitzenden des Vorstandes, und die vom Comitv veranstalteten Lonerien die Kinder um das Glücksrad versammelten, um die zahlreichen für sie vorbereiteten Geschenke in Enpfang zu nehmen. Nach einer nochmaligen Verpflegung wurde der Rückmarsch angetreten. Am Wehrhahn erhielten die Schüler und Schülerinnen zahlreiche Lampions und in stattlichem Zuge, dem sich Viele anschlofsen, bewegte sich die Kinderschaar nach der Stadt. Bemerken wollen wir noch, daß der Impuls zu diesem schönen Feste von einem christlichen Mitbürger herrührte, vereinen namhaften Geldbeitrag zu diesem Zwecke übergab. Correspon-enz. Düsseldorf, 19. September. Ein Kinderfest. Sie haben bereits eine kurze Notiz über die am 10. d. statlgefundene Einweihung unsrer schönen neuen Synagoge gegeben. Die Weihe wurde durch unsren gegenwärtigen Rabbiner Herrn »!-. Wedell in höchst befriedigender Weise vollzogen, und wohnten derselben der Regierungspräsident Herr von Ende und Vertreter der Stadt nebst vielen Honorationen bei, von der Geistlichkeit rer Tivisionspsarrer und der der allkatholischen Gemeinde. Sonst ging die Einweihung nach der überall gewohnten Weise vor sich, und beschränke ich mich deshalb mit der Beschreibung eines Festes, das in seiner Art eigenthümlich und wirklich nachahmenswerth ist. Die Gemeinde veranstaltete nämlich am 13. d. am Grafenberg ein Fest für die Kinder. Diese versammelten sich festlich gekleidet im Schullocal, Marienstraße 18, zogen mit zahlreichen Fahnen versehen in geordnetem Zuge über die Marienstraße, Königsplatz, Eckftraße, Schadowftraße bis zum Wehrhahn. Da in Folge des Manövers Musik nicht zu beschaffen war, mußten die Trommler und Pfeifer der Neustävter Compagnie aushelsen. Eine genügende Anzahl Wagen erwartete die Kinder am Wehr- Der Componik X Ul. Berlijn. Am 18. Januar 1870 verschied zu Amsterdam nach kurzem Krankenlager Aron Wolfs Berlijn, der ebendaselbst am 2. Mai 1817 geboren war. Eine soeben erschienene Broschüre: Nachruf an den verstorbenen Componisten A. W. Berlijn von P. Carl Böhm", erinnert uns daran, diesem verdienten Manne auch unsererseits ein ehrenvolles Andenken zu erneuern. Holland war seit seinen Freiheitskämpfen gegen das spanische Joch zu aller Zeit reich an tüchtigen und erfolgreichen Männern. Unter den Künsten ist es bekanntlich die Malerei, in welcher die holländischen Meister sich einen eigenen Platz unsterblichen Ruhmes erworben haben. In der Musik war dies weniger der Fall, und obschon diese Kunst Stätten der Pflege auch in den großen Städten Hollands fand, so lieferte diese Nation nur äußerst wenige Componisten von einiger Bedeutung. Um so mehr ist der verstorbene Berlijn hervorzuheben. Bon seinem Vater, einem begeisterten Musikfreunde, wurde das Talent des Knaben frühzeitig erkannt und gepflegt. Tüchtige Lehrer brachten es schon in jungen Jahren zur Blüthe, und selbst bevor Berlijn die Studien des Generalbasses und der Harmonielehre erschöpfend betrieben, machte sich seine Begabung in mancherlei Hahn, um dieselben nach Grafenberg zu fahren. Am Fuße des j Composilicnen Luft. Berlijn widmete sein ganzes Leben der Berges angelangt, ordnete sich wiederum der Zug, um unter! Musik, theils indem er die Unabhängigkeit liebend, in erfolgten Klängen der „Wacht am Rhein" sich nach der Wolssschlucht! reichster Weise Musikunterricht ertheilte, theils öffentliche Aufzu begeben, woselbst zur Freude der Kinder die in langen Reihen! führungen unc musikalische Vereine leitete, theils unermüdlich ausgestellten Tische den ihnen bereiteten Kaffe und eine große! Compositionen in allen Zweigen der Musik schuf. Er arbeitete Fülle von Kuchen aufwiesen. Nachdem die Kinder hier bereitrastlos, und die Zahl seiner edirten und unedirten Musikstücke willigst ihre Pflicht gelhan, marschirten sie nach dem Spielplatz, I ist sehr groß. Er componirte Opern, Ballete, Ouvertüren,

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