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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-09-21 · Heft 39 (21.9.1875) · p. Seite 626

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 39 (21.9.1875)
Date
1875-09-21
Page
Seite 626 (sequence 4)
Language
German
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6*26 baren) Thachaschsellen, zum Schutze wider den Einfluß der Elemente; sie waren durch kupferne Pflöcke in die Erde befestigt. Endlich war das Allerheiligste durch einen Vorhang geschloffen, der aus Byfsus und den dreifarbigen Wollen und mit eingewebten Cherubim verfertigt war und an vier mit Gold überzogenen Säulen aus Akazienholz vermittels goldener Häkchen hing. Am Eingang des Heiligen hingegen standen fünf Säulen, an denen ein Vorhang aus denselben Stoffen, aber ohne Cherubim befestigt war, über welchen, wie schon bemerkt, die Decke aus Ziegenhaaren umgeschlagen hing. Die Säulen des inneren Vorhangs standen auf silbernen, die des äußeren aus kupfernen Füßen. — Dieses Heiligthum stand nun in der Mitte des 100 Ellen langen und 50 Ellen breiten Hofes, parallel mit den Seiten Lesielben und wahrscheinlich (nach Philo) der Symmetrie wegen je 20 Ellen von Len Längen- und der Rückseiten, so daß der Raum von 50 Ellen der Lange für den Opferaltar, das Becken, und das Volk frei waren. Die Umgrenzung des Hofes wurde durch je 20 Säulen mit kupfernen Füßen und silbernen Kapitälern, die Rückseite durch 10 Säulen gebildet, während auf der Vorderseite je drei Säulen rechts und links standen und 20 Ellen als Eingang freiblieben. An Liefen Säulen war ein Umhang aus Byfsus durch silberne Häkchen und Heftstangen befestigt, während an den Säulen sich Stricke befanden, die mit kupfernen Pflöcken in der Erde befestigt waren. Der Eingang des Hofes wurde durch einen Vorhang, ganz wie rer am Heiligen und an 4 Säulen hängend, gedeckt. Die Höhe des Umhangs war 5 Ellen. Während Las ganze Heiligthum cnp» genannt wird, heißt das oben geschilderte Gebäude inmitten des Hofes ,1512 vnrr r.-nr bnx und -po«. Während der erste Name es als Statte der geschehenen Offenbarung „zum ewigen Zeugniß" bezeichnet, bedeutet der zweite die Statte der zukünftigen Offenbarung(i), und rer dritte die Gegenwart, die Nähe des sich offenbarenden Gottes. Der besondere Gedanke des mosaischen Heiligthums ist also, daß es Vermittlungsstätte zwischen Gott und Mensch, ebenso wie zwischen Mensch und Gott ist, aber zugleich jede Vermischung und Verschmelzung res göttlichen und des Menschlichen behindert und ihr vorbeugt, sowie der Ocean die Welttheile trennt aber auch verbindet für den, der ihn zu überschiffen versteht. Darum ist der Raum deffelben in drei Abtheilungen gebracht: in dem ersten wird vom Menschen, vom gefammten Volke ohne Unterschied die Verbindung mit Gott durch die Opferhandlung symbolisch angestrebt; vom dritten geht die Verbindung Gottes mit dem Menschen Lurch die geschehene und die zukünftige Offenbarung aus; Lurch den zweiten geschieht die Vermittelung. Im Hofe daher der Opferaltar, die Priester und das Volk; im Allerheilizsten »,) Die gewöhnliche Uebertragung „Stistszclt, BersammlungSzelt" ist durchaus irrig, “?*)« ist vielmehr aus 2 Mos. 29, 42—46. 30, 36. :lh, 21. 22. Bgl. 30, 6. 4 Mos. 17, 9!TOO *sv -|SJ« vollständig als Ort, wo Gott sich Israel offenbaren will, erwiesen. die Lade des Zengniffes und die Offenbarungsstätte mit den Cherubim, wo zugleich der höchste Sühnact einmal im Jahre, als der höchsten religiösen Feier, durch die priesterliche Spitze vollzogen wird; im mitlleren Raume die beiden Momente der Vermittelung, das Licht und die göttliche Führung und zugleich das Moment der Verhüllung des Göttlichen vor dem Menschlichen (der Räucheraltar). Wer uns bis hierher gefolgt ist, den wirb es nunmehr nicht überraschen, wenn wir sagen, daß in der Consequenz die symbolische Bedeutung sich auch auf alle Einzelnheilen erstrecken mußte, und daß, wenn wir diese richtig zu fassen vermögen, sie sich in Uebereinstimmung befinden wird mit dem Gedanken, den wir in den Heiligthümern gefunden haben. Jeder Blick in die einzelnen Anordnungen bestätigt uns dies. Wenn wir, um nur ein Beispiel auzuführen, an den Eingang des Allerheilizsten vier, an den des Heiligen fünf und wiederum an den des Hofes vier Säulen verordnet sehen, während die beiden ersten Eingänge in gleicher Weise je 10 Ellen, der Eingang des Hofes aber 20 Ellen bespannte: so können wir nur einen bestimmten Gedanken dabei voraussetzen. Ebenso giebt uns das h. Wort selbst über die Bedeutung der tiefblauen Wolle (nban) in dem Gesetze über die Schaufäden einen vollständigen Aufschluß, der nicht zurückgewiesen werden kann. Wir würben daher in unsrer Forschung geradezu stillstehen, wenn wir nicht Zahlen, Maße, Stoffe und Farben einer solchen Untersuchung unterzögen. Hierbei natürlich ist die Vorsicht am meisten geboten, und vorzugsweise die Unterscheidung zwischen Symbolik und Mystik streng festzuhalten. (Fortsetzung folgt.» Literarischer Wochenbericht. Pest, 2. September. Zur Erinnerung an die den 12. August d. I. begangene, auch in diesem Blatte ausführlich beschriebene Feier des 200-jahrigen Bestandes der portugiesischen Synagoge in Amsterdam ließ Herr D. H. de Castro als Festschrift in holländischer Sprache: 1075—1875. De Synagoge dter Portugeesch-Israelitische Gemeente te Amsterdam (S. Gravenhage, Belinfante) erscheinen. Wie der Titel schon zeigt, liefert Herr de Castro eine Geschichte der Amsterdamer Gemeinde und zwar von der ersten Einwanderung spanischer Flüchtlinge im Jahre 1590 bis zur Vereinigung der drei nach und nach entstandenen Gemeinden mit separirten Bethäusern, beziehungsweise bis zum Bau der Synagoge, welche, eine der schönsten und reichsten der damaligen im Jahre 1675 mit einem Kostenaufwande von über 18,6000 Gulden aufgeführt wurde. Eine recht dankenswerthe Zugabe sind die Verzeichnisse der Rabbiner, Cantoren u. s. w., welche in dieser Synagoge seit ihrem Bestehen sungirten, der gekrönten Häupter und fürstlichen Personen, welche

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