Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 39 (1875)
- Issue
- Heft 39 (21.9.1875)
- Date
- 1875-09-21
- Page
- Seite 625 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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625 und übersetzen; zweites Jahr: Pentateuch übersetzen durch Vorübersetzen; drittes Jahr: das wichtigste aus der hebräischen Grammatik. B. Für die Oberstufe. .->) In der einen Stunde, erstes Jahr: Das Wichtigste aus der jüdischen Geschichte von des Reiches Untergang bis auf die neueste Zeit (in Geschichtsbildern); zweites Jahr: systematische Religion, Sittenlehre; drittes Jahr: Glaubenslehre. h) In der zweiten Stunde, erstes Jahr: im Urtexte die Bücher Samuelis; zweites Jahr: Jesaias; drittes Jahr: Psalmen mit Auswahl nebst Inhaltsangabe der nichtgelesenen biblischen Bücher. Vom Memorierstoff wird auf jeder Stufe nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit der Schüler in's Gedächtniß ausgenommen. Anmerkung 1. Die technische Lesefertigkeit wird den Kindern vor dem Eintritt in die Sexta auf der jüdischen Religionsschule beigebracht. Anmerkung 2. In den ersten Jahren werden die Schüler in's Verständniß des Hebräischen durch Vorübersetzen eingesührt, theils um nicht die Kleinen, die schon mit der lateinischen und sranz. Grammatik zu kämpfen haben, noch mit der hebräischen Grammatik zu belästigen, theils da es auch nicht in unserer Absicht liegt, die hebräische Sprache als solche zu lehren. Aus letztgesagtem Grunde gestatte man auch den Schwachem in der Oberstufe bei der häuslichen Präparation einer guten deutschen Uebersetzung sich zu bedienen. David Lewinski, Prediger u. j. Religionslehrer am Gymnasium u. an der hies. höheren Töchterschule. Die Symbolik des mosaischen Heiligthums. Vll. ‘) Haben wir bis jetzt die Räume und die in denselben befindlichen Heiligthümer nach ihrer symbolischen Bedeutung in Betracht gezogen, und wurden uns dadurch des ganzen Gedankens bewußt, der in dem Heiligthum zum Ausdruck kam, so haben wir noch einen Blick auf das Bauwerk zu werfen, welches über diesen Räumen und Heiligthümern stand, und zu versuchen, ob wir auch an ihm und der Beschaffenheit der Einzelheiten, aus denen es zusammengesetzt war, symbolische Zwecke aufzufinden und zu erkennen vermögen. Die eigentliche „Wohnung" (*po”), welche das „Allerheiligste" und das „Heilige" enthielt, 30 Ellen lang, 10 Ellen breit und hoch, bestand aus einem Gerüste von 48 Bohlen aus Holz von der arabischen Akazie (ni2*w), die leicht und unverweslich, und war oben und vorn offen. 20 Bohlen aus jeder Längenseile und auf der Rückseite 8 Bohlen, war jede Bohle 10 Ellen hoch und 1 i/o E. breit, nach der Tradition 1 E. dick. Diese Bohlen waren mit Gold überzogen und hatten an der Außenseite goldene Ringe, durch welche aus Akazienholz verfertigte und mit Gold überzogene 5 Riegel gingen, um die Bohlen fest aneinander zu halten."') Ferner befanden sich unten an jeder Bohle zwei Zapfen, die in zwei silberne Fußgestelle paßten, welche Fußgestelle ihrerseits in die Erde eingesenkr wurden. 2 3 4 5i— Dieses Gerüste war durch vier Decken und zwei Vorhänge — der eine vor dem Allerheiligsten, der andere vor dem Heiligen — geschloffen. Bon jenen war die unterste die kostbarste, gewoben aus feinem Byffus, tiefblauer, purpurrother und karmoisinrother Wolle, mit hineingcwebten Cherubim. Sie bestand aus zwei Stücken, von denen das eine über dem Heiligen, das andere zehn Ellen über dem Allerheiligsten und zehn Ellen an der Hinterwand lag; indem beide Stücke durch 50 Schleifen aus tiefblauer Wolle und fünfzig goldene Häckchen gerade über den Vorhang des Allerheiligsten verbunden waren. Rach der gewöhnlichen Ansicht lag diese unterste Decke über die Bohlen hinweg, so daß sie neun Ellen an der Außenwand hinunterhing. Dies müffen wir aus triftigen Gründen zurückweisen. Vielmehr bildete sie den Plafond und bekleidete die inneren Wände, während die anderen drei über das ganze Gerüste lagen ^). Die zweite Decke bestand aus Ziegenhaaren, ebenfalls aus zwei Stücken, die überdem Vorhang des Allerheiligsten durch 50 Schleifen und kupferne Häkchen verbunden waren, war jedoch über den Eingang mit 4 Ellen umzeschlagen, um auf diese Weise das Zeltartize zu bezeichnen. Die beiden anderen Decken waren aus Leder, die eine aus rothgefärbten Widderfellen, die andere aus (unbestimm- 2) Die Richtigkeit der trad. Angabe geht aus der Berechnung hervor, wenn man festhält, daß der innere Raum tu E. breit bleiben mußte, und die 8 Bohlen der Rückseite l2 Emaßen. 3) Durch 2 Bios. 26, 28 wird diese Verriegelung etwas schwierig zu verstehen, so daß wir die früheren Ansichten, zurückweisen mußten. S. unseren Commentar zu 26, t. 4) Joscphus beschreibt dies genau, und die trad. Annahme, daß die silbernenFußgestcllc sich über der Erde befanden, ist ganz unstalt Haft. Sa. a. Ö. 5) Die hauptsächlichsten Gründe sind. Das h. Wort nennt diese unterste Decke „die Wohnung", die zweite (aus Ziegenhaaren) „das Zelt", und zwar „das Zelt über der Wohnung" (V. 1—14» die anderen beiden „die Decken". Aus 4«», 18. l!> und 4 Mos. 3, 25, 36 gehl her vor, daß dieser unterste Teppich die eigentliche Wohnung, das Gerüst nur zu dessen Befestigung, die zweite Hülle als Zelt über dieser und die andern als Schutz und Decke für dieses dienen sollten Der zweite Grund liegt darin, daß in diese unterste Decke Cherubim cingcwebt waren, ebenso wie in den Vorhang vor dem Allerheiligsten, nicht aber in den Vorhang vor dem Heiligen, den das Volk vom Hofe ans sab; die Cherubim als symbolische Abscheider des Göttliebcn vom Mensel»- lichcn hatten daher das ganze Heiligthum von innen zu umgeben, und zu diesem Zwecke bildete diese Decke nicht nur den Plafond, sondern auch die Bekleidung der Wände von innen; in ganz gleicher Weise waren die Cherubim im Tempel Salomons au den inneren Seilenwänden dargesteüt fl Uön. 6, 29). 1) S. Nr. 11. 14. 18. 25. 31. 32. 39*