Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 39 (1875)
- Issue
- Heft 38 (14.9.1875)
- Date
- 1875-09-14
- Page
- Seite 608 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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608 müsse. Der vorliegende zweite Theil erweist dies selbst. Er geht bereits in den Gedankengang der prophetischen und hagiographischen Schristen ein, und um Liesen recht zu verstehen, bedars es bei den Schülern einer bereits geweckten und geübten Einsicht in die Religionswahrheiten in schon abstrakterer Formulirung. Wir sind in diese allgemeine Besprechung eingegangen, weil die Methode des Religionsunterrichtes an den höheren Lehranstalten jetzt eine Tagessrage ist. Die vorliegende Schrist geht bis zur Makkabäerzeit, welche letztere jedoch allzudürftig behandelt ist. Für die nachbiblische Geschichte verspricht der Verfasser einen dritten Theil. Wir begnügen uns mit diesem Referate; renn es versteht sich von selbst, daß man im Einzelnen oft anders wünscht, was in einer solchen Schrist gegeben worden. Am meisten findet dies in dem Anhang statt. — Erstes Buch Moses, Theil I, zunächst für die israelitische Jugend, bearbeitet von H. Goldstern, Lehrer an der Gemeindeschule zu Gleiwitz. Gleiwitz Jäger, 1875. In der jüdischen Schulliteratur scheint sich wieder ein frischeres Leben zu regen, und dies begrüßen wir mit Befriedigung. Wir erinnern an die von Marx und Freund herausgegebenen Präparationen zu den meisten Büchern der heil. Schrist. Der Verfasser des vorliegenden Merkchens erstrebt ein gleiches Ziel auf einem anderen Wege. Er theilt das erste Buck- Moses in drei Theile, die Urgeschichte, das Leben der Patriarchen und das Leben Josephs. Aus jedem Theile will er einige Capitel des Textes auswählen, und jedem der letzteren die Präparation voranstellen; aus dem ersten, der hier vorliegt, soll der Schüler das' Nomen in Bezug auf Numerus und Genus, aus dem zweiten das regelmäßige, aus dem dritten das unregelmäßige Berbum kennen lernen. Der Verfasser glaubt, indem er jedem Theile die „grammatischen Ergebnisse" hinzufügt, daß der Schüler alsdann weit genug gebracht sein würde, um die folgenden Bücher mit Hülfe eines Lexikons selbst lesen zu können. Obgleich wir diesen Glauben nicht theilen, weil wir bis zu diesem Ziele eine viel längere und häufigere Uebung und ausgedehntere grammatische Kenntniß für erforderlich halten, so erkennen wir doch gern die Nützlichkeit des vorliegenden Schriftchens an und wünschen, daß die beiden anderen Heftchen bald folgen mögen. Ganz können wir rer genossenen Auswahl von Stücken nicht beistimmen, und würden z. B. die dunkelen Verse l Mos 6, 1—4 nicht ausgenommen haben. — Es ist wohl an der Zeit für uns, an dieser Stelle eine Reihe von Predigten anzuführen, die uns seit längerer Zeit zugekommen. Wir halten eine Beurtheilung derselben für nicht nöthig, sondern nur, daß wir es dem Leser möglich machen, von ihnen Kennrniß zu nehmen. „Die Lehre ist das Licht". Rede, gehalten am Sabbath Chanukkah im Jahre d. W. 5635, unmittelbar nach Bekanntwerden der von circa 20 Mitgliedern des hiesigen sogenannten Cultusvereins angemeldeten „Austrittserklärung aus dem Judenthume" von Dr. Herrmann Tietz, jüdischem Gemeindeprediger und Religionslehrer am Königl. Gymnasium zu Schrimm. — Die religiöse Erziehung, eine Probepredigt, gehalten am 13. Juni 1874 von Jakob Oppenheim, Lehrer in Barchfeld. Eßlingen, 1874.— Abschiedspredigt in der Liffaer Synagoge zu Breslau von Dr. P. Neustadt, Prediger in Breslau. Fiedler und Hentschel, 1874. Ebendaselbst von demselben Verfasser: Die zwei ersten Peßach-Predigten in der Synagoge „zum Tempel". — Betrüget nicht Einer den Andern! (!!) Predigt, gehalten im israelitischen Tempel zu Pilsen am Sabbath „Behar-Bechukothaj" (9. Mai 1874) von Rabbiner Dr. H. Vogel stein. Pilsen, 1874. — Predigt, gehalten bei der Einweihung der neuen Synagoge in der Residenzstadt Karlsruhe am 12. Mai 1875 von Dr. Adolph Schwarz. Karlsruhe, 1875. — Die Berechtigung des Gotteshauses. Weiherede, gehalten bei der Einweihung der neuen Synagoge zu Nürnberg am 8. September 1874 von Dr. Moritz Lewin, Rabbiner daselbst. Nürnberg, Korn, 1874. —Zwölf Tischreden an zwölf Festabenden der israelit. Wohlthatigkeitsgesellschast zu Baltimore. Von H. Hochheimer, Rabbiner.— Grabrede am Grabe des am 19. October 1874 gestorbenen Herrn Samson Selig Goldschmidt, gehalten von Dr. L. Adler, Landrabbiner. Cassel, 1874. — Rede an der Bahre des Oberrabbiners und Seminardirectors Dr. Zacharias Frankel, gehalten von Dr. M. Joel, Rabbiner der israelitischen Gemeinde zu Breslau. Breslau, Skutsch, 1875. — Erinnerungsdenkmal. Gedächtnißrede auf Se. Majestät den hochseligen Ferdinand V., gehalten am 18. Juli 1875 in der innerstäbtischen Synagoge zu Temesvär von Dr. Alexander Kohut, Oberrabbiner zu Fünfkirchen. — Din själsstvrka i lifvets prüfningar, und Skiljde härnedan, men förenade derofvan. Zwei Grabreden (in schwedischer Sprache) vom 14. April und 7. Mai 1874, gehalten von Dr. L. Lewysohn, Rabbiner zu Stockholm. Stockholm, Marcus, 1874. 2£>ettinLg dttocdatxc&fcett. Deutschland. Berlin, Bl. August. (Privatmittheil.) Die Wünsche der hiesigen jüdischen Einwohner, eine Anzahl von Synagogen in den verschiedenen Stadttheilen, wo es Bedürfniß ist, erstehen zu sehen, werden immer mehr erfüllt, und zwar ebenso für den orthodoxen Theil, der durch den Zuzug von Osten verstärkt wird, wie für den reformistischen. Am Sonntag, den 22. d. M., feierte eine der ältesten hiesigen selbstständigen Synagogengemeinden, Ahabath Schalom (Friedensliebe), die Einweihung ihrer neu