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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-09-07 · Heft 37 (7.9.1875) · p. Seite 593

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 37 (7.9.1875)
Date
1875-09-07
Page
Seite 593 (sequence 5)
Language
German
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593 Unterrichte — nicht zu Grunde legen, aber — benutzen, um! oorsproukeüjke Verhalen door .1. L. Wert he im. Amsterdam, ihm größere Reichhaltigkeit zu geben, und den Jüngling darauf: Gebreeders Binger 1870. Außer diesem Originalwerke hat der hinzuweisen, daß der jüdischen ReligionSanschauung die philosophische Verfasser 1874 eine metrische Uebersetzung eines Dramas aus Weihe nicht fehlt. — Wir hatten neulichst zu bemerken Beran-' dem Französischen von E. Manuel «ebenfalls Glaubensgenosse) lassung, daß sich neuerdings bei unsren Glaubensgenosien in veröffentlicht: De Afwezige. (Amsterdam, Binger, 187 4). Holland mehr geistige Regsamkeit zu zeigen beginne. Als ein In jüngster Zeit (1875) erschien von ihm in fünffüßigen Beweis dafür führen wir die Schriften eines jungen Glaubens-! Jamben (dem Versmaß des Originals« die bekannte Fischeridylle: genoffen an, die in de» letzten Jahren erschienen, und vielen j Eh och Arden des englischen Dichters Tennyson in holländischer Beifall gefunden haben: Tusschen Licht en Donker. DrieI Uebersetzung. 2&eitu/HCj AiLoccßicLC&teLt. Deutschland. Boun, 26. August. (Privatmitth.) Es ist gegenwärtig für uns ein betrübendes Geschäft, fast in jeder Nummer Angriffe gegen Judenthum und Juden registriren zu müffen, Angriffe gewöhnlich der gröbsten Art auf Unwiffenheit und noch lange nicht verschwundenes Borurtheil in der Menge berechnet. Wir wissen, daß es auch vielen unsrer Leser nicht angenehm ist, davon zu hören und gewissermaßen in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Würden diese Angriffe nur vereinzelt und sporadisch auftreten, so würden wir sie mit Stillschweigen übergehen, da die Tendenz unsres Blattes keine örtliche, sondern auf alle Länder der civilisirten Welt gerichtet ist. Da dieselben aber seit geraumer Zeit durch alle Theile der letzteren gehen, bald an der Newa, der oberen und unteren Donau, der Weichsel und der Spree, bald am Tiber, am Rhein und an der Seine und selbst an den Strömen Nordamerika's sich mit wahrhafter Wuth und Zähigkeit verlautbar machen: so ist es unsere traurige Pflicht, von ihnen in ihrer ganzen Ausdehnung Kenntniß zu nehmen und sie als ein charakteristisches- Zeichen der Gegenwart in dieses Zeitblatt zu verzeichnen. Es lassen sich hierbei mancherlei Beobachtungen machen. Zunächst kommt hier der ganze Gegensatz, in welchem sich unsere Zeit bewegt, zu Tage. Wir haben ebenso in jeder Nummer Fortschritte zu verzeichnen, welche im Ganzen wie im Einzelnen betreffs unserer Glaubensgenoffenschast und Glaubensgenossen gemacht werden, der Gleichstellung, deren wir uns zu erfreuen haben, der Tüchtigkeit, welche Männer unserer Religion bethätigen, und durch die sie zu öffentlichen Aemtern und ausgedehnter Wirksamkeit gelangen. Diese thatsächlichen Beweise und jene boshaften Angriffe stehen sich gegenüber. Wir müssen ferner hervorheben, daß, wenn diese Feindseligkeiten örtlich und vereinzelt geschehen, man voraussetzen könnte, daß die Juden dieser Oertlichkeit durch ihr bürgerliches und sittliches Verhalten jene veranlaßt hätten und wenigstens zum Theil rechtfertigten. Da aber dies nicht der Fall ist, da die Widersacher überall und in gleicher Weise erstehen, so geht überklar daraus hervor, daß wir es mit einem allgemeinen Plan aus bestimmten Parteimotiven zu thun haben, und daher auch für uns eine gemeinsame Sache darin liegt. Früher konnte man bemerken, daß, wenn in der christlichen Welt und Kirche ein gewaltiger Kampf entbrannt war, man der Juden vergaß und sie in Ruhe ließ. Gegenwättig verhält es sich anders. Der mächtige Streit, der zwischen Kirche und Staat und in der Kirche selbst sich entzündet hat, hält die eine Partei nicht ab, die Juden ganz besonders in den Kampf mit herein zu ziehen und sie aus passiven zu offensiven Gegnern zu machen, es zeigt dies auf die völlig veränderte Position hin, welche gegenwärtig die Juden in der gesammten Gesellschaft einnehmen. Endlich sei noch bemerkt, daß, wenn unsere Angreifer stets behaupten, die Presse sei in den Händen der Juden, sie durch sich selbst den Gegenbeweis führen. Ueberall die unbeschränktesten Änvectiven gegen die Juden und meist die größte Noth und sogar beträchtliche Einrückungskosten, um eine Bertheidigung in die Oeffentlichkeit zu bringen. Wir könnten hierüber nicht geringe Beweise betreffs der liberalen Blätter bringen. Fulda, im August. (Privatmittheil.) Das Rottenseuer, welches die Presse der Ultramontanen gegen die Juden feit langer Zeit eröffnet hat und unterhält, hebt, wenn es an dem einen Orte verpufft ist, an einem anderen Orte wieder an. Nachdem in Würzburg alles Pulver verschossen ist, begann in Fulda der Angriff. Das Schlachtmanöver ist übrigens überall dasselbe. Es unterscheidet sich von der Fechtweise der protestantischen Schwarzen wesentlich. Diese liebäugeln mit den sg. orthodoxen Juden und eifern gegen die, welche sie Reformjuden zu nennen belieben. Die Ulttamvntanen machen diesen Unterschied nicht. Sie rechnen auf das unwissende Volk. Sie erklären alle Juden für solche, welche jeden Buchstaben des Talmuds für göttlich ansehen, und nun häufen sie auf den Talmud die schamlosesten Schmähungen, sagen ihm die schändlichsten Lehren und Vorschriften nach und suchen so Judenthum und Juden dem Volke auf's Tiefste verhaßt zu machen. Hierzu hat ihnen der berüchtigte durchgegangene Prof. Rohling aus Munster mit seinem „Talmudjude" das Schibolerh ausgegeben und den Stoff geliefert. So oft dieser Schrift auch die Verdrehung und Fälschung von

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