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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-08-10 · Heft 33 (10.8.1875) · p. Seite 524

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 33 (10.8.1875)
Date
1875-08-10
Page
Seite 524 (sequence 4)
Language
German
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524 festgehalten wurde. In dieses Choschen, also in die Mitte zwischen die beiden umgeschlagenen Zeugstücke sollten die Urim und Thummim n-'ani hineingelegt werden. Dem Hohenpriester war nun noch ein von den Mützen der Priester verschiedener Kopfbund bestimmt und zwar aus Byffus, über dessen Gestalt das h. Wort nichts Näheres angiebt. An den Kopfbund wurde an der Vorderseite ein Goldblech durch eine tiefblaue Schnurbefestigt, so daß es sowohl auf dem Kopsbunde als auch etwas weiter herunter auf der Stirn saß. Auf dieses Stirnblech waren die Worte eingegraben: 'rsb cnp „heilig dem Ewigen". — Daß die Priester, wie wir bereits bemerkt, als ein unmittelbarer Theil des Heiligthums vom h. Worte selbst betrachtet wurden, geht aus vielen Momenten hervor. Darum wurden fie, namentlich der Hohepriester, mit Gewändern aus denselben Stoffen, wie das Heiligthum bekleidet; darum ganz wie der Altar und das Heiligthum durch Opfer und Besprengung mit Blut geheiligt und mit Salböl gesalbt; darum werden sie mit dem Zelte und dem Altar als geheiligt aufgeführt (Cap. 29), und dies durch die Vorschriften hinsichtlich "ihrer Lebensweise bekräftigt. Die Priesterkleidung prägte nun denselben Gedanken wie das Heiligthum selbst symbolisch aus, selbstverständlich unter nothwendigen Modificationen, so daß die hohepriesterliche Kleidung ein nach Außen gewandtes Heiligthum ist. Hier haben wir zuerst das Hüftkleid und den Rock, welche die heiligen Gewänder vom Leibe des Menschen trennen, beide aus Byffus, und so mit den Umhängen des Hofes ganz und gar gleichzustellen, die aus demselben Stoffe bestanden. Deshalb bedeckte der Rock enganliegend den ganzen Körper bis zu den Knöcheln herab, und hatte allein auch enganliegende Aermel. Das Hüftkleid war noch besonders nothwendig; um jene Tendenz streng durchzuführen, welche am Aufgang zum Altar die Stufen verbot, um jene geschlechtlichen Verirrungen und Ausschweifungen zu verhindern, die viele heidnische Culte, besonders in Vorderasien, schändeten. Ueber den Rock wurde der aus Byffus und den dreifarbigen Wollen buntgewirkte Gürtel angelegt; derselbe steht ganz parallel mit dem Vorhänge des Hofes, der aus denselben Stoffen bestand, während der Rock und die Umhänge des Hofes nur ' aus Byffus bestanden. Von den Gewändern des Hohenpriesters steht das Oberkleid dem Heiligen analog, das Choschen dem Allerheiligsten, und das Ephod gehört beiden an, wie die Teppiche, die Balken, die Goldbekleidung dem Heiligen und Allerheiligsten. Dies wird dadurch erwiesen, daß es einerseits heißt „das Oberkleid des Ephod" (B. 31) andererseits das Choschen auf dem Ephod unverrückbar befestigt ist (V. 28), daß das Ephod ebenso aus zwei Stücken zusammengesetzt ist, wie der innerste Teppich. Ist demnächst das Ephod mit dem innersten Teppich der Wohnung zu vergleichen, so ist der Gürtel deffelben dem Vorhänge zwischen Heiligen und Allerheiligsten gleich. Das Choschen steht, wie gesagt, dem Allerheiligsten und speciell der heiligen Lade gleich, und wie in dieser die Tafeln des Zeugniffes sich befanden, so im Choschen die Urim und Thummim. — Alles dies wird uns noch einleuchtender, wenn wir die specielle Bedeutung dieser einzelnen Stücke erkannt haben. Vom Choschen, dem obersten Gewaudfiück heißt es immer W2D2N „Brustschmuck des Rechts", und V. 30 geradezu, daß mit dem Choschen sammt seinen Theilen, den Edelsteinen, den eingegrabenen Namen, den Urim und Thummim, der Hohepriester „das 22122 der Söhne Israels auf seinem Herzen trage vor dem Ewigen beständig." Ist nun die Lade die Stätte der Offenbarung als solcher, als Erkenntniß Gottes, als allgemeiner Kundgebung Gottes an Israel: so ist das Choschen, der Schmuck des L2O2, die Stätte des nach den Bestimmungeu der Offenbarung geordneten wirklichen Lebens, des göttlichen Rechtes. Das Choschen ist also das priesterliche Allerheiligste, dem sich daS Ephod unterbreitet, während das Oberkleid, analog mit dem „Heiligen" die Vermittelung des göttlichen Rechts mit dem Menschlichen (Byffusrock) darstellt. Dieses besteht daher allein aus tiefblauer Wolle, welche, wie wir später sehen werden, die Ausführung des göttlichen Gesetzes symbolisirt. Was beim Israeliten die blaue Schnur der Schaufäden, das ist beim Hohenpriester das ganze blaue Oberkleid. An diesem Oberkleide haben wir nun als Repräsentanten der Vermittelungsmomente die Glöckchen und die Granatäpfel, gleich dem Leuchter und Schaubrodtisch im Heiligen. Die goldenen Glöckchen stehen dem goldenen Leuchter ganz parallel; dieser ist der Träger des Lichts, jene des Schalls. Daß dieser Letztere die Hauptsache ist, giebt das h. Wort zu erkennen, indem es V. 35 heißt: „Sein Klang soll gehört werden, wenn er in das Heiligthum hineingeht vor den Ewigen, und wenn er hinausgeht, daß er nicht sterbe." Das Licht ist das Mittel der Anschauung, der Schall das Mittel des Begriffs. So symbolisiren die Glöckchen am blauen Oberkleide die Aufmerksamkeit und Wachsamkeit bei der Ausführung des göttlichen Gesetzes. Der Granatapfel ist frühzeitig als Symbol guter Werke angesehen worden, und es fehlt hier an ihnen der ByffuS, andeutend, daß bei den guten Werken alle menschlichen, selbstsüchtigen Zwecke fehlen müssen. Sie stehen daher dem Schaubrodtisch parallel, und wie die Schaubrove die göttliche Führung segensreich für den Menschen, so bedeuten die Granatäpfel die guten Werke, wohlgefällig vor Gott. — Unter allen diesen analogen Momenten fehlen die Cherubim. Allerdings müssen sie, die Abscheider des Göttlichen und Menschlichen, an der Priesterkleibung fehlen, da diese doch nur innerhalb des wirklichen Lebens der Menschen und des dieses betteffenven Theiles der Offenbarung sich hält. Aber es muß doch an ihr ein Analogon vorhanden sein, und wir finden es in den Edelsteinen, in welche die Namen der Söhne Israels eiugegraben sind. Wie die Cherubim in den innersten Teppich und Vorhang eingewirkt und aus Gold auf der Sühnplatte waren: so sind auch die Namen zwei Mal eingegraben, in die Schohamsteine auf den Schultern und in die zwölf Edelsteine auf dem Choschen. Ist nun die Offenbarung allgemeiner Natur, so hatte sie doch, sobald sie in

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