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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-07-27 · Heft 31 (27.7.1875) · p. Seite 497

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 31 (27.7.1875)
Date
1875-07-27
Page
Seite 497 (sequence 11)
Language
German
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497 prätendirten Vagabunden leidet, zum mindesten dasselbe Recht' Bukarest, 13. Juli. Die Depulirtenkammer hat die Handelswie diese zu beanspruchen Grund. convention mit großer Majorität angenommen. Die Oppo- Trotzdem aber hat die Convention Aussicht, so wie sie ist, > sition. an der Spitze Joan Bratianu, hat ihr Mandat niedergelegt, adoptirt zu werden. Bon den sieben Sectionen haben sich fünf! (Glück aus den Weg!) unanim zu ihren Gunsten ausgesprochen, und ein Theil der Mit-1 glieder der vierten und siebenten Section hat blos eine Vertagung - — . Auch der Senat hat mit großer Mehrheit die Handelsverlangt, damit die Regierung einige dunkle Stellen bester be-! convention angenommen, so daß diese bald perfect sein wird, leuchten und studiren möge. Den Schwerpunkt dieser Discussion,! Hiermit ist endlich eine, wenn auch noch schmale Bresche in die das kann man mit Sicherheit schon sehen, wird der wiederholt! Mauer gelegt, welche die Rumänen um die Juden gezogen haben, angeführte Artikel bilden, denn darin ist genug Platz zur Entwicklung von Angriffen. I I e u i l f e t o n. Die Treue. Erzählung.') 1. Auf einer weiten Ebene, deren Horizont höchstens hier und da durch einen Kirchthurm oder eine kleine Gruppe hoher Baume unterbrochen ward, sehen wir beim Sonnenaufgang eines Apriltages zwei Personen langsam nach Osten wandeln, ohne einen bestimmten Pfad zu verfolgen. Der Morgen war klar, der Himmel rein; aus der feurigen Morgenröthe hob sich eben der goldene Sonnenball hervor, und blitzte in Millionen Thautropfen an Grashalm und Strauch. Nur ein langer Nebelstreif, der in einer weiten Schlangenlinie sich rechts erhob, zeigte den Lauf eines Stromes an, der die Ebene durchschnitt. Die beiden Personen kamen von den Wiesen her und versenkten sich bald in das wilde Gestrüpp, das bis zum Ufer des Flusses den Boden dicht bedeckte, und bei dem günstigen Frühlingswetter des Jahres zu üppig belaubten Gebüschen emporgeschosten war. Es war ein Mann und ein Knabe; der Mann im kräftigsten Mannesaller, mit scharf markirten Zügen, ernstem, fast melancholischem Blicke, den Kopf etwas nach der Seite und vornüber gebeugt, so daß die linke Schulter hervortrat, als ob sie gewohnt sei, schwere Lasten zu tragen, und jeden Augenblick bereit, solche auf sich zu nehmen. Der Knabe, der hinter dem Mann ging und fast sorgfältig in besten Fußtapfen trat, war schlank gebaut, etwas aufgeschoffen, von schönem, frischem Antlitz; aus seinen Augen leuchtete noch die Unschuld der Jugend, doch aber auch eine ge- Nordost. Die Sonne war unlerdeß schon heraufgestiegen und wiste Schlauheit, die da besagt: ich erwarte gar seltsame und > überstrahlte Ebene, Gebüsch und Fluß, indem sie die Nebel zerbunte Dinge in der Welt, denn es scheint mir darin nicht Alles streute, von welchen nur leichte Bällchen an den Föhrenwalrungen so beschaffen, wie es sein sollte, und wie man es wünscht. -des gegenüberliegenden Ufers noch längere Zeit hangen blieben. Die beiden Personen, offenbar Vater und Sohn, drangen| Daher zeichneten sich am Horizonte deutlich die hohen Thürme mitten in das Gebüsch hinein, und hatten sich bald darin verj eines Domes ab, ja man gewahrte das mächtige Bauwerk der -! Kirche, um welches sich zahllose Häuser und die geraden Linien \\ Die Grundlage dieser Erzählung ist historisch. EronHolm, ^r Wälle und Mauern hier und da von raaenden Thürmen Gustav II. Adolf in Deutschland. Aus dem Schwedischen von He l m s.j , 7 ' 9tet unD Da , O7 Bd. I. S. 35»». Leipzig, 1975. , unterbrochen, gelagert zelgten. Alles dies leuchtete IM Morgen- ZI* loren. Sie waren jedem Blick entschwunden, und nur von einer Höhe herab, die aber freilich hier nicht zu finden war, hätte man aus der Bewegung des Buschwerks schließen muffen, daß dort lebende Wesen und zwar nicht ohne Anstrengung vorwärts drangen. Der Mann mußte jedoch in der Gegend genau Bescheid wisten, um in dem unwegsamen, weithin sich streckenden Gebüsch die Richtung nicht zu verlieren und dahin zu gelangen, wohin er wollte. Nach ungefähr einer halben Stunde kamen die beiden Personen aus dem Gebüsch heraus und standen nun an einer Ecke des Ufers, wo der Elbstrom eine Wendung nach Nordwest machte. Die Stelle war günstig gewählt. Man konnte von hier aus den Lauf des breiten Stromes aufwärts und abwärts weithin überschauen, während man vom Gebüsch so gedeckt war, daß man nur von dem gesehen werden konnte, der eben Diese Windung des Flusses pafstrte; und auch da hätten der Mann und sein Knabe, von dem Geplätscher des Wassers um das nahende Fahrzeug oder den Ruderschlägen gewarnt, noch im letzten Augenblicke in das Gebüsch schlüpfend, sich unsichtbar machen können. Aber der Fluß, der seine etwas angescbwollenen und darum lehmigten Wasser an dieser Stelle rasch vorüberdrängte, war zu dieser Zeit still und unbefahren; denn weiter aufwärts hatten ihn die Feinde gesperrt, so daß selbst im Dunkel der Nacht auch nicht das kleinste Fahrzeug hindurchschlüpfen konnte. Als die beiden die Stelle erreicht hatten, stand der Mann still und wandte sein Gesicht nach dem Laufe des Stromes gen

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