Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 39 (1875)
- Issue
- Heft 30 (20.7.1875)
- Date
- 1875-07-20
- Page
- Seite 473 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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wobei eine genauere Darstellung der mosaischen Gesetzgebung am Platze ist,) und zur Lectüre der Propheten, des Buches Hiob u. s. w. überzugehen. Wo der Unterricht sich auch aus die Prima der Literarischer Wochenbericht. Bonn, im Juli. In der holländischen Judenheit scheint Gymnasien erstreckt, wird eine Uebersicht der jüdischen Religions-I sich doch einmal etwas Leben zu regen; wenigstens sind uns in Philosophie und das Lesen ausgewählter Stücke aus den hervorj diesen Tagen die Probenummern zweier neuer jüdischer Wochenragenden religionsphilosophischen Schriftstellern, deren meiste wir Schriften in holländischer Sprache zugekommen: Onnfl.ankelejk jetzt in guter deutscher Uebersetzung haben, hinzuzufügen sein. Dies mag hier übersichtlich genügen. An Hülfsmitteln ist kein Mangel. Wir erinnern an unseren kleinen Katechismus, besonders den zweiten über Geschichte, Liturgie, Bibelkunde und Landeskunde Palästina's, an Herxheimer's Religionslehre, an unsere „Ausführliche Darstellung der israelitischen Religionslehre", an die übersichtliche Geschichte von Hecht und Kayserling u. s. w. Israelietisrh Organ vor Neederland das eine, Herausgeber 8. l.. Knock; Israelielische NieuwsLode das andere, Herausgeber >1. Iloest Mg. Neuen jüdischen Zeitschriften gegenüber beobachten wir den Grundsatz, sie ohne Uriheil bekannt zu geben, da wir wissen, daß jedes derartige Unternehmen erst seine Entwickelung haben müsse, um sich genau markiren zu können. Hervorheben wollen wir nur, daß mit geringer Ausnahme die jüdischen Zeit- Ueber einzelne Gegenstände werden wir Gelegenheit nehmen, uns i schriften außerhalb Deutschlands sich begnügen, statt ein richtiges noch auszusprechen. Den Ansichten Anderer werden wir gern j Bild von den Juden in den verschiedenen Ländern zu entwerfen, in diesem Blatte Raum gewähren. j anekdotische Mitrheilungen zusammenzulesen und zu bringen. — Möge diese neue Einrichtung auch allseitig eine Hebung; Der vom Buchhändler L. B l u m in Paris herausgegebene und Klärung des jüdischen Religionsunterrichtes hervorbringen,! Caleudrier ä l'nsage des ismelites ist auch für das Jahr '»036 die Einsicht stärken und die Anstrengungen steigern! Der jüd. [ in gewohnter schöner Ausstattung erschienen. Auch dies Mal Religionsunterricht tritt mit derselben aus dem Dunkel und der j ist eine genaue Statistik aller Ccnsistorien und Gemeinden nebst Jsolirtheit heraus und an das Licht des Tages. Er wird sich i deren Instituten und Beamten beigegeben. Bon dem Consistorialum so mehr vor Schwache, Vernachlässigung und Schlendrian zu hüten haben. Allerdings wird durch sie die seit vier Jahrzehnten eingeführte Gemeindereligionsschule an allen den Plätzen, wo höhere Lehranstalten sind, zur Auflösung gebracht, sobald das Princip des geordneten jüdischen Religionsunterrichtes an allen öffentlichen Schulen zur Durchführung gekommen sein wird. Allein wir haben dies nicht zu beklagen, denn trotz aller Anstrengung vermochte die jüdische Religionsschule über den Charakter einer Uebergangsperiode nicht hinwegzukommen. Aber um so größer — und dies erfreut uns am meisten — wird das Bedürfniß nach tüchtigen geschulten jüv. Religionslehrern. Der Nochbehelf, mit dem man sich in vielen Gemeinden beruhigte, muß hier aufhoren. Der Lehrer tritt hier in ein geordnetes Lehrersystem ein, soll Tüchtiges und Zeitgemäßes leisten und seine Religion in angemessener Weise vertreten. Was wir so lange ziemlich erfolglos gepredigt, daß wir vieler guter Seminarien bedürfen, wird sich nunmehr in dem Mangel an zahlreichen genügenden Lehrern fühlbar machen. Der Gang, den aber die staatlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse genommen haben, wird sür die Zukunft den Bestand gesonderter jüd. Seminarien für alle Schulfächer weniger nothwendig machen, dahingegen Seminarien speciell für jüdische Religionslehrer zum unabweislichen Bedürfniß erheben. Wir meinen nämlich Seminarien mit ein- oder zweijährigem Cursus, wo nur die jüdischen Religionsfächer gelehrt werden. Eine derartige Anstalt muß fast in jeder Provinz hergestellt werden, am süglichsten, wo es angeht, an Orten, wo ein allgemeines Seminar besteht. Wir kommen hierauf noch einmal zu sprechen und wollten heute diesen Gedanken nur hervorheben. sprenge! von Paris, welches 16 Departements umfaßt, ist die Bewohnerzahl nicht angegeben, wahrscheinlich weil sie sich jeder Berechnung bei dem Mangel an irgend einem Maßstabe entzieht. Im Sprengel Naney wird nur die Gemeinde von Nancy mit 1,5i)0 Seelen, weiter die Gemeinde von Bordeaux mit 3,2m» Seelen, von Bayonne mit 1,32», von Marseille mit 3<»oo, der Sprengel von Algier mit 14,000, von Oran mit lS,ooo und von Constantine mit 4,500 Seelen angegeben, so daß eine chatzung der jüdischen Bevölkerung nur für Algerien vorhanden. Hinter riesen wird noch immer die jüdische Statistik von Elsaß- Lothringen in aller Ausdehnung gegeben, wahrscheinlich der Verbreitung dieses Kalenders wegen. Der Sprengel von Slraßburg wird auf 20,828 Seelen, von Colmar wieder gar nicht und von Metz nur die Gemeinde dieser Stadt mit 1800 Seelen beziffert. Es ist dies also Alles sehr unzuverlässig und wir werden uns hinsichtlich des Reichslandes auf die nächste Volkszählung verlassen müssen. Es folgt noch die Beschreibung der Einweihung der großen Synagoge der nie de la Victoire zu Paris nebst den dabei gehaltenen Reden. — Die Juden in Spanien. Eine historische Skizze. In Bruchstücken vorgetragen im historischen Seminar der Münchener Universität. Bon I. S. Bloch, Rabbiner zu Rendsburg. (Leipzig, Leiner, 18151. Die arabisch-spanische Periode bildet bekanntlich in der Geschichte des Judemhums und der Juden eine Glanzepoche, und es hat sich deshalb die neuere jüdische Forschung und Geschichtsschreibung ganz besonders aus diesen Zeitraum geworfen. Er ist aber so reichhaltig, daß Nachlesen und neue Bearbeitungen immer noch ihren Platz finden. Das obige Sckriftcken bezeichnet sich bescheiden als Skizze, Bruchstücke, und Vorträge im 30*