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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-06-01 · Heft 23 (1.6.1875) · p. Seite 364

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 23 (1.6.1875)
Date
1875-06-01
Page
Seite 364 (sequence 6)
Language
German
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364 Baltimore „tlie Jewish Chronide“ ausgetreten, so folgte ihr in Philadelphia „ihe Jewidi Ueeord“. Die Ausstattung ist in der That von der feinsten Art. Dem Inhalte nach gleichen sich diese amerikanisch-jüdischen Zeitschriften ziemlich allesammt. Einige jüdisch-religiöse und literarische Artikel, Notizen des Tages, dann ausführliche Artikel über die unter der Form von Logen weitverbreiteten Chebroth, Theater- und Concertkritiken, auch Aufsätze über mondäne und naturhistorische Gegenstände, Abdruck und Uebersetzungen von Romanen und Novellen (auch nichtjüdischen Inhalts) — dies Alles bildet den ziemlich zusammengewürfelten Inhalt dieser Journale. Der neue Renern! hält, wie es scheint, doch einen ernsteren Charakter inne, hat keine Sammlung von Witzen und Späßen, wie einige Collegen von ihm, und bringt mehr Tagesneuigkeiten aus der alten Welt. Vom Rheine, l8. Mai. Bor uns liegt ein mit echt französischer Eleganz ausgestatteres Werk: F. de. Saulcy, Xtiinismalique de la Terre Sainle; descriplion des nionnaies autonomes et imperiales de la I'alestiiie et de l'Aral»ie Pelree; Paris, I. Rothschild, 1874, 4». Ter als tüchtiger Gelehrte bekannte Verfasser hat es sich zur Ausgabe gestellt, die großen Lücken, welche noch in Betreff der Münzkunde des heiligen Landes vorhanden sind, durch eine möglichst vollständige Veröffentlichung aller noch vorhandenen Münzen des letztern auszufüllen. So folgt einem ersten Werke, welches die eigentlich jüdischen Münzen behandelte, diese Arbeit, welche die autonomen und die kaiserlichen Münzen der palästinensischen Städte umfaßt. Eine dritte Abthcilung soll später die königlichen Münzen Paläsiina's enthalten. Die römischen Provinzen, deren Münzen in dem vorliegenden Werte bestimmt, classisicirt und beschrieben wurden, sind: l)Phönizien am Libanon, 2) Erstes Palästina, 3) Zweites Palästina, 4) Drittes Palästina, 5) (Römisch) Arabien — d. h. alle diejenigen Gegenden, welche jemals unter jüdischer Herrschaft standen. Der Verfasser hat nun aus riesen fünf Provinzen Münzen von 44 Städten beschrieben. Leider befinden sich die autonomen und kaiserlichen Münzen Palastina's — fast ausschließlich Kupfermünzen — meist in sehr schlechtem Zustande; dadurch wird die Bestimmung der Münzen oft sehr schwer, und in der Thal hat sich unserer Meinung nach der Verfasier mehrere Jrrthümer zu Schulden kommen lasien, auf die wir indeß an dieser Stelle nicht näher eingehen können. Doch durch solche unvermeidliche Einzelfehler wird das außerordentliche Verdienst einer Arbeit nicht geschmälert, welche uns zahlreiche palästinensische Münzen zum ersten Male mittheilt, und bei der die meisten Münzen de visu und jedenfalls mit der minutiösesten Sorgfalt beschrieben sind. Dagegen wird das Werk durch einen großen Mangel entstellt, welchen der Verfasier demselben ganz freiwillig und, wie der Franzose sagen würde, de gaieie de coeur zugezogen hat. Er sagt in einer Nachschrift zu seinem Vorworte: „Ich habe in diesem Werke alles beschrieben, was die französischen und englischen Sammlungen meiner Prüfung darboten. Ich zweifle nicht, daß die deutschen Sammlungen noch viele Stücke enthalten, die mir unbekannt sind. Da ich durchaus keine Lust habe, sie an Ort und Stelle zu studiren, so überlasie ich aus vollem Herzen den Herren deutschen Nujnismatikern die Sorge, jene selbst zu beschreiben und das Vergnügen, mein Werk so bitter, wie sie wollen, zu kritisiren." Wir unsrerseits halten eS nicht der Mühe werth, über solche Gesinnungen und Aeußerungen nur ein Wort zu verlieren. Man braucht diese Sätze des Verfasiers nur hinzustellen und der Welt das Urtheil zu überlasten, ob sie der Ausfluß eines wisienschaftlichen oder eines — wahrhaft kindischen Geistes sind. Bei ruhiger Ueberlegung muß sich Herr v. Saulcy sagen, daß er dadurch seinen Zweck, eine vollständige Numismatik Palästinas zu geben, selbst vollkommen vereitelt hat.! Eine kostbare und nützliche Zugabe sind die 25, von Herrn! Tardcl trefflich auszeführten Tafeln mit ausgewählten Abbildungen der Münzen der verschiedenen Städte. —n — n. Sloeitiuicj 611 ' Deutschland. I haben deshalb durch freiwillige Beiträge zu diesem Zweck ein Capital aufgebracht und auch von Seiten der Commune ist eine Berlin, IS. Mai. Mit Rücksicht auf die Bestimmungen! ansehnliche Beihülfe zu dem Baufond bewilligt worden, aber des allgemeinen Eisenbahn-Betriebs-Reglements, toonnd) fcic (immerhin reichen die vorhandenen Gelder zur Ausführung deS nähme und Auslieferung von Frachtgut an Sonn- und Feier- Baues, wofür bereits eine Zeichnung entworfen worden ist, nicht lagen ausgeschlossen ist, soll jetzt erläuternd darauf aufmerksam i aus. Der Vorstand der Gemeinde hat daher vom königlichen gemacht werden, daß unter diesen letzteren Tagen nur die gesetzlich Oberprästdium der Provinz Schlesien die Erlaubniß zur Verangeboleneu Feiertage zu verstehen sind. Für alle übrigen, aus-! staltung einer „Lotterie znm Besten des Synagogenbaues" ausschließlich kirchlichen Festtage tritt eine gleiche Befreiung von j gewirkt und ist bereits mit dem Verkauf der Loose begonnen Lagergeld und Wagen-Srrasmierhe nicht ein. worden. Es werden 5000 Loose ä 3 Mark ausgegeben. Zur Bunzlau, 18. Mai. Die hiesige israelitische Gemeind^ Berloosung kommen angemessene Gewinne, und wird sie im beabsichtigt eine Synagoge zu erbauen. Die Gemeindemitglieder j September stallfinden.

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