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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-05-11 · Heft 20 (11.5.1875) · p. Seite 321

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 20 (11.5.1875)
Date
1875-05-11
Page
Seite 321 (sequence 11)
Language
German
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321 convenLus fralruru Minorum Montis Sion presentala fuerit nostro Domiuio quedam aposlolica bulla, in qua inter cetera conlinetur, qualiter perfidi Judei existentes in parlibus Terre Sancte, ex suburnationc facta Admiralis et aliis officialibus Soldano subjectis fecerant sulilrabi a diclo monasterio capellam David et alioruni Regum et Proplielarum querentes illarn ad usum Judaice superstitionis converlere, ob qnod Sinnmus Pontifex inhibuit, omnibus qui inare navigant sub pena excomunicationis quod non possint supra eorum navigiis Juden tu aliquem levare neque eormn res pro conducendo ad diclas partes et reqniril per ipsas bullas nostruru Dominium siail eliam reqnisivisse asseritur alios navigantes ad dicta loca. quod talem inhibitionein etiatn a parle nostra velinuis facere et mandarc omnibus nostris, quod eam observent sub illa pena, que nobis videhilnr. Vadit pars quod autoritate Imjus Consilii mandari debeal omnilms palronis navigiorum nostrorum iturorum ad partes Soldano subjectas quod non possint nec debeaut Judeum aliquem neque bona et barere suum conducere ad dicta loca sub pena ducaloruni 1OO in propriis bonis suis et privalionis perpelue pntronianun oinmum navigiorum noslrorurn arinatoruin et disarniaioruin et predicla commiltanUir inquirenda et exquirenda Provisoribus nostri comunis babentibus partem de penis pecuniariis nt de aliis sui officii, et sic mandetur eliam Recloribus nostris partium Levantis quod observent et facianl observari babendo partein de penis pecuniariis prout haberent Povisoris comunis. de parle 82 — de non 2 — non sincere 3. Facte fuerunl Jillere de conlinenlia partis proposile Regiminibus infra scriptis niandando quod partem observent et faciant observari videlicet: Corphoy Motoni et Coroni Rethimi Nigropontis (loc cilat. fol. IH r.) gemeine Roheit und Unwissenheit im Volke und das leere Formwesen in der Kirche liest, Schilderungen, die um so eindringlicher, als sie nicht zu einem bestimmten Zwecke entworfen, sondern einfach an die Erlebnisse des für den Gewerbeunterricht so verdienstvollen Verfassers geknüpft sind: so wundert man sich, daß erst neun Jahrzehnte seitdem verflossen, und wirr für die merkwürdigen Fortschritte der menschlichen Gesellschaft sehr dankbar gestimmt. Man schließt sich dabei gern dem Urlheile Klöden's an, daß, wenn die Veränderungen, die in den höheren Schichten der Gesellschaft vor sich gegangen, sehr bedeutend sind, diese dennoch weit von den Wandlungen übertroffen werden, welche das Volk in seinen untersten Klassen seitdem zurückgelegt hat. Wir fügen hinzu, daß man sich bewußt wird, welch' ein Glück für Preußen das Mißgeschick vor 1806 war, das den Zusammenbruch aller dieser veralteten, aber sehr zähen Einrichtungen zur Folge hatte. Nebenbei bemerkt, da für Rußland mit dem Krimkriege, für Oesterreich mit dem französisch-italienischen Kriege Aehnliches eingetreten, so zeigt sich im Leben der Völker, daß die religiösen Moralisten doch nicht Unrecht haben, wenn sie lehren, daß auch das Unglück dem Menschen zum Besten gereicht, und daß, wenn er Einsicht und Thatkrafl genug besitzt, er größer und stärker dararaus hervorgeht, als er jemals im Glücke gewesen. Doch kehren wir zu Klöden zurück. Als er zehn Jahre alt war, im Jahre 17 00, wurde sein Vater als Thorschreiber nach Märkisch-Friedland versetzt. Hier kam seine Familie in ein gewisses Zusammenleben mit den dort zahlreichen Juden. Er spricht sich daher auch über diese aus (S. 90—95). Es versteht sich jedoch, daß der Heranwachsende Knabe doch nur Aeußerliches zu beobachten verstand, und der größere Theil seiner Schilderung betrifft daher die Feier des Purimfestes und Pessachs, wobei er das Mazzothbacken ausführlich beschreibt, also Allbekanntes. Wir stellen deßhalb nur seine einleitenden Sätze her. Er sagt: „Ein Gegenstand besonderer Beachtung wurden für uns die zahlreichen Juden, deren Sitten, Gewohnheiten, Sprache und Religion uns eben so neu als interessant waren. Da sie am Orte die Mehrzahl der Einwohner bildeten, so verfuhren sie sehr offen und verhehlten keine ihrer Eigenthümlichkeiten. Sie gaben sich, wie sie waren. Alle sprachen damals den jüdisch-deutschen Dialekt, der durch ganz Polen und noch viel weiter geht, aus einer Menge verdorbener deutscher und hebräischer Worte, sowie seltsamer Redewendungen besteht und mit einer eigenen Art von Singsang gesprochen wird. Es hielt Anfangs schwer, diesen Jargon zu verstehen; allmälig gewöhnten wir uns daran, und endlich konnte ich ihn so gut sprechen, wie ein Jude. Die meisten Israeliten trugen übrigens gewöhnliche Tracht; nur ein Theil der älteren Leute kleidete sich nach Art der polnischen Juden mit schwarzen Talaren, Bärenmützen oder breiten Hüten. In ihrer besten Bestandtheile, über Zucht und Sitte, d. h. über die all- Religion waren fast Alle sehr eifrig. Dazu trug insonderheit et successorilius. Vermischtes. Es liegt uns ein in seiner Art sehr bemerkenswerthes Buch vor: „Jugenderinnerungen Karl Friedrichs von Klöden (Leipzig l874)", welche dessen Enkel M. Zähns aus hinterlassenem Manuscripte herausgegeben hat. Die Schrift gewährt einen besonderen Einblick in das Volksleben, Schul- und Kirchenwesen in Preußen, in Berlin sowohl als in den kleinen Provinzialstädten um das Jahr 1790. Wer diese wahrheitsgetreuen Schilderungen über Erziehung und Unterricht, über das Heer und

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