Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 39 (1875)
- Issue
- Heft 18 (27.4.1875)
- Date
- 1875-04-27
- Page
- Seite 289 (sequence 11)
- Language
- German
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289 in der Folge zu Gewallthalen und Härten geführt, ähnlich denen, I samere Vorsichtsmaßregeln und Hilfsmittel finden. Diese Judenwelche die Juden zu verschiedenen Zeiten in Galizien, Böhmen, I frage ist celicater und complicirler als es im ersten Augenblick Ovesia, im Elsaß, sowie in Algier erduldet. Die außerordenlerscheint; sie scheint übrigens mil der Beruhigung und der forrliche Habgier und Unsauberkeit des jüdischen Proletariats haben schreitenden Einsicht des Volksgeistes selbst zu einer befriedigenden dazu beigetragen eine Abneigung zu vergrößern, an welcher die Lösung zu schreiten. Bemerken wir noch, daß in Bukarest selbst religiöse Unduldsamkeit keinen Antheil hat. wenigstens bei den eine Klaffe Israeliten besteht, wenig zahlreich, aber reich, sehr Rumänen nicht. Die Sache ist einfach daß die letzteren, indem! ehrenwerlh, die ihre besonderen Traditionen haben, einer allgesie die Juden als einen wunden Fleck der Moldau anfeheu, es meinen Achtung genießen, und die man nach ihrem Ursprung die bequemer gefunden haben, sie zu verfolgen als sich zu bemühen, spanischen Juden nennt, von Konstantinopel kommend, wo sie mit der Vernunft und der Gerechtigkeit übereinstimmende Minel feit mehreren Jahrhunderten nicht weniger bedeutende Häuser, zu suchen. Wir begreifen die Skrupel der rumänischen Regierung als an anderen Plätzen des Orients besitzen." -- Welche außerin Bezug einer allgemeinen Zulassung der Juden zum Genuß ordentliche Verbesserungen in allen Zweigen des öffentlichen und politischer Rechte in der Moldau; aber man kann rie Ausnahmevolkswirthschaftlichen Lebens übrigens noch nothwendig sind, um gesetze nicht billigen, welche, das allgemeine Bürger- und Eigen- Rumänien aus das Niveau eines civilisirten Landes zu erheben, thumsrechl verletzend, ausgestellt und aufrecht erhalten werden.; zählt der Verfasser am Schluffe seiner Abhandlung noch auf. Man würde auf dem Wege der allgemeinen Gesetzgebung wirki e u i I f c t o n. Religiöses Gefühl — Schwärmerei Aberglaube. IV. Geburt und Tod — das fmü die beiden Ringe, mit welchen das menschliche Dasein an die übersinnliche verdeckte Welt geknüpft ist. Der Mensch weiß nicht, woher er gekommen und wohin er geht. Wie weit auch die Forschungen gedrungen sind: das Werden wie das Sterben sind Räthsel geblieben. Daß Kind ist geworden; der Mensch ist todt — das sind Thalsachen, aber Thatsachen sind noch keine Erklärung. Wie der Mensch wird, unv wie das Sterben vor sich geht, das ist caö Unerklärte. Und dann, was darüber hinausliegt! Wer kann sagen, wann und wie das Bewußtsein als Kinresseele erwacht ist? wann die Wahrnehmungen der noch wenig geübten Sinne zu Vorstellungen im Geiste zum ersten Male geworden? wann an diese Vorstellungen stch das Denken in rer Verbindung derselben zu Urthcilen und dieser zu Schlüffen geknüpft habe? Wann und wie sich bestimmte Gefühle herausbilden aus den ersten instinktiven Regungen? wann und wie die Unterscheidung zwischen Recht und Unrecht entspringt und hieran eine so lange Kerle der bestimmenden Motive sich anschließt? Doch wie viele Fragen könnten wir hier noch anführen, auf welche weder Erfahrung noch Philosophie eine Antwort hat. Denn die Beobachtung können wir an uns selbst nicht vornehmen, unv in die Kindesseele vermögen wir nicht hineinzuschauen. Aber ist es mit den letzten Momenten des Menschen anders? Vermag die Physiologie den wirklichen Augenblick des Verscheidens und untrügliche Zeichen des eingetretenen Tores anzugeben? Wissen wir, auf welche Weise das Bewußtsein und die seelische Gefühlsfähigkeit erlöschen? Wie dies entweder blitzähnlich in einem Augenblick oder aümälig gleich einer verlöschenden Lampe geschieht? Und, wie gesagt, dann, was darüber hinausliegt'. Man weiß, wie viele denkende oder phanlasirenve Geister schon über das Scelenreich vor dem irdischen Dasein gesprochen; doch zu ernsthaften, auf rem Gebiete der Religion und Philosophie nachhaltigen Lehr- und Glaubenssätzen ist es darüber nicht gekommen. Anders mit dem jenseitigen Leben. So vielen Stoff oes Denkens und Fuhlens, aus welchem die Ueberzeugung eines Daseins unsrer Seele über das Grab hinaus geschaffen werden kann, gewährt uns doch das Dasein auf Erden, um die Unsterblichkeit zu einer für uns erwiesenenen, uns erfüllenden und beherrschenden Glaubenslehre zu machen. Nur daß wir sie nicht wissen, und über die Art des jenseitigen Daseins keine sichere Vorstellung haben. Je weniger wir also über Geburt und Tod eine Erkenntniß besitzen, desto mehr sind sie den Gefühlen, besonders auch dem religiösen Gefühle, hingegeben und von ihnen getragen. Wer vermöchte das zu schildern, was in dem Herzen der Mutter und des Vaters vorgeht, wenn sie ihr neugeborenes Kind zum ersten Male in der Wiege liegen sehen! Das Kind ist da und mit diesem Augenblicke eine Well von Empfindungen für dieses kleine unbehilstiche Wesen erwacht; ein Zauber ist darüber gebreitet, der das sonst eigennützigste Herz zu zahllosen Opfern widerstandslos nölhigt, deren Reihe in diesem Moment beginnt und erst mil dem Tode endigt, Opfer, die oft diejenigen weit übersteigen, welche wir für uns selbst zu vollbringen und zu ertragen vermögen. — Eine gleiche liefe Ouelle der Gefühle wird im Menschenherzen bei dem Hinscheiden eines seiner Theuren eröffnet. Ja, der Strom des Lebens gehr unaushaltsauk weiter, und die Stelle, an welcher Einer versinkt, wird von der nächsten Welle schnell wieder ausgefüllt. Auch liegt es in der Natur l unv ihrer weisen Fürsorge, daß jede Wunde vernarbt, und die 18*