Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 39 (1875)
- Issue
- Heft 16 (13.4.1875)
- Date
- 1875-04-13
- Page
- Seite 254 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3227014-3227031--33450-3303245- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
254 selbe scheint nicht zu. wissen, daß der hiesige Vorstand und ver Schreiber dieses in einer Denkschrift an den Cultnsminifier vom 15. Januar 1874, die auch dem Minister des Innern und später in circa 600 Exemplaren den beiden Häusern eingereicht wurde, diese Forderung gestellt haben. Es heißt nämlich in derselben: „Wir hegen die zuverlässige Hoffnung, daß im Etat des Cultusministeriums auch eine der Seelenzahl und der Staatssteuer der Juden entsprechende Summe für den jüd. Cultus ausgenommen wird." Dieser unserer Denkschrift stimmten circa 50 Gemeinden bei (sie wurde nur an ungefähr 100 Gemeinden geschickt), welche Beistimmungserklarungen wir zur Zeit auch an den Cultusminister gelangen ließen. Unter dem 5. Februar dieses Jahres haben wir wiederholt die Minister und Präsidenten beider Hauser an die Berücksichtigung unserer gerechten Forderung erinnert. Da diese unsere Denkschrift ihrem wesentlichen Inhalte noch in Nr. 7 der Allg. Ztg. d. Juvenrh. v. I. mitgecheilr ist, so wäre es am einfachsten und leichtesten, wenn alle Gemeinden sich diesem unserm Gesuche anschließen würden, und ist es meines Erachtens nicht nöthig, daß die Juden Preußens durch Delegirie in gemeinsamer Berathung sich darüber verständigen. Z. Kahn, Oberrabb. Unser geschätzter Herr College bar. unsrer Meinung nach, die angeführte Correspondenz aus Berlin mißverstanden. Der Antrag, dem südischen Cultus eine oerhälinißmäßige Summe aus dem Eta: zu bewilligen ist bereits wiederholt an die Staatsregierung gelangt. Hiermit ist aber so gut wie gar nichts gethan. Em Minister kann mckt sagen: Bewilligt mir so und so viel Tausende, die ick für den jüdischen Cultus verwenden will — sondern er muß sagen: Dies und dies ist ein Bedürsniß des jüdiscken Cultus, dem der Staat abzubelsen verpflichtet ist, und dieses Bedürsniß erfordert die und die ganz bestimmte Summe. Nur mit einem solchen Anträge kann der Minister vor den Landtag treten, der dann das Bedürsniß, die Verpflichtung und die erforderliche Summe prüft, bewilligt oder verweigert. Welche nun die Bedürfnisse des jüdische Cultus seien, denen zu genügen dem Staate obläge, und wie viel diese erfordern — das ist unsrer Staatsregierung noch niemals gesagt worden, und einen solchen Antrag sestzustellen, vermag Niemand außer einer Delezirtenversammlung der Juden selbst. Demjenigen, welcher genauere Kenntniß von dem Gange rer Dinge in einem ccnsritutionellen parlamentarischen Staate hat, muß dies vollständig klar sein, und unser Corresponvent harre dies auch genügend klar gemacht. Aber selbst in einem absolutistischen Staate kann die Regierung nur eine Forderung bewilligen, deren Zweck und Maß genau bestimmt ist. Die Revaction. Oesterreich - Ungarn. Wien, 26. März. lPrivatmitth.« Wenn jüngst in diesem Blatte von een Plänen „der historischen Section der Alliance in Wien" die Rede war. so fragt man gewiß nach der Thätigkeit dieser Alliance überhaupt, die so ganz im Stillen vor sich geht, während die Alliance in Paris jeden Monat ver theilnehmenden Welt ihre Berichte vorlegt. Änveß liegt uns doch auch ein Docume'nt von ver. Wiener Alliance, wenigstens ein autographirtes, vor, nämlich die „Cafsa-Gebahrung vom 1. Januar bis. 3 l. December 1874. Die Einnahmen einschließlich der Fonds betrugen zusammen 112,038 fl. und 3287 Frcs. Sehen wir von der FonvSbewegung, sowie von den Verwaltungskosten ab, so hat die Wiener Alliance im Jahre 1874 für ihre Vereinszwecke ausgegeben: 1) Subventionen zu Schulzwecken an zwei Gemeinden und einen Verein, zusammen 500 ft., 2) an Dr. Hamburger zur Fortsetzung seiner Encyklopävie 245 fl., 3) für Ankauf von 10 Exemplaren von Low „Die Lebensalter" 50 fl., 4) für den Orientalfond 1600 Frcs. und 89 fl., 5) an die Schule in Bonuschan 600 Frcs., für die Reise des Herrn Smolensky iu Rumänien 500 fl. und 6) zu diversen Unterstützungen 1000 Frcs. und 97 fl., endlich 7) für ein Memoire in Schulsachen 36 fl. Das macht zusammen 1517 fl. und 3200 Frcs., also nicht einmal so viel wie Jahresbeiträge ohne die Zinsen betragen, noch dazu da die 1600 Frcs. für den Orientalsonts noch gar nicht ausgegeben sind und deshalb in der Einnahme wieder erschienen. Nun, ein guter Haushalter sorgt für zukünftige schwere Jahre. Doch erhalten wir aus dieser Uebersicht der Ausgaben auch einen Ueberblick über die Thatigkeit des Vereins, und für riese kann das Jahr 1874 kein sehr fruchtbares genannt werden. Man muß bei dem besten Willen eingestehen, daß sie so ziemlich gleich Null gewesen. Brünn, 27. März. (Privatmitlh.) Am 25. d. fand die Generalversammlung rer Deligirten für die Verwaltung des mährisch-jüdischen Lanvesmasiasonds statt. Anwesend waren 45 Delegirte. Da bereits in Nr. 14. die Ergebnisse res Jahresberichts mitgetheilt worden, heben wir aus den Verhandlungen Folgendes hervor. Bor Uebergang zur Tagesordnung verliest der Secretär ein Schreiben des Herrn Hoftaths Ritter v. Winkler, nach welchem die Statrhalterei die Fondsgebahrung zur Kenntniß nimmt und dem Curatvrium für die ausgezeichnete Verwaltung die volle Anerkennung ausdrückl. «Bravo!) Aus dem von Dr. Oppenheim verlesenen Berrvalrungsberichte des Curatoriums entnehmen wir die folgenden substantiellen Momente: Nach einer ausführlichen und genauen Darlegung der aus die Fondsgebahrung, vas Fondsertragniß und den Aufwand bezüglichen Daten, constatin der Bericht das Bemühen des Curatoriums, veu immer zahlreicheren und weirergehenden Ansprüchen der Gemeinden an die Foudsaushilse bis au die äußerste Grenze des Möglichen gerecht zu werden. Die Zahl der Gemeinden, die zur Bedeckung ihrer Cultusberürsnisse oder zu außerordentlichen nothwendigen Ausgaben Subventionen erhielten, ist bereits aus 35 angewachsen, die durchschnittliche Höhe dieser Unrerstützungdn betrug 242 fl.,