Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1875-02-16 · Heft 8 (16.2.1875) · p. Seite 120

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
39 (1875)
Issue
Heft 8 (16.2.1875)
Date
1875-02-16
Page
Seite 120 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3224737-3227014-3227023--33308-3303089
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

120 347, also ein Plus von 163; die ganze Provinz: 6143 — 7761 — 13,049 — 13,037, also ein Plus von 6894. Es fand demnach in der Prov. Pommern eine Zunahme von ungefähr 100 pCt. statt, und hierin ist auch Reg.-Bez. Stralsund eingeschloffen, obschon in ihm die Zahl der Juden von 1867 bis 1871 fich um ein Geringes vermindert hat. Dieser Reg.- Bez. hat im ganzen preußischen Staate die wenigsten jüdischen Bewohner, va er diese so lange Zeiten fern gehalten und ökonomisch so sehr zurückgegangen ist. — Diejenige Provinz, welche die geringste Zahl Juden umschließt, ist Sachsen: Reg.-Bezirk Magdeburg: 2334 — 2626 — 3441 — 3372, also ein Plus von 1038; Reg.-Bez. Merseburg: 416 — 46» — 1062 — 1049, also ein Plus von 633; Reg.-Bez. Erfurt: 1339 — 1459 — 1464 — 1537, also ein Plus von 198; die ganze Provinz: 4089 — 4550 — 5967 — 5958, also ein Plus von 1869. Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in dieser Provinz zeigt nach diesen Zahlen manche Eigenthümlichkeit. Wahrend sie im Reg.-Bez. Magdeburg nur um 50 pCt., in Erfurt sogar nur um 15 pCt. zuuahm, that sie dies in Merseburg nur um 150 pCt. Letzteres ist daraus erklärlich, daß er die neusächsischen Landestheile befaßt, in welchem bis 1847 kein Jude wohnen durfte; da sie nun ein ziemlich blühendes Gebiet befaßt, so fand ein verhältnißmäßig starker Zuzug dahin statt. Es ist aber auch nicht zu verkennen, daß die Provinz Sachsen eine Zwischenstation ist, welche theils nach Osten (Berlin), theils nach Westen abgiebt, und so erklärt es sich, daß die ganze Provinz hinsichtlich rer Juden sich nur um 47 pCt. vermehrt hat, ja, während der letzten vier Jahre in den Reg.-Bez. Magdeburg und Merseburg eine geringe Verminderung eintrat. — In den beiden westlichen Provinzen ist eine ziemlich starke jüdische Bevölkerung in mittleren und kleinen Gemeinden über das ganze Land verbreitet. Aus ihnen fand eine nicht geringe Auswanderung nach Amerika statt, während nur eine geringe Anzahl von Juden sich nach den östlichen Provinzen gewendet hat. In den Volkszählungen von 1837, 1843, 1867 und 1871 hatte die Prov. Westphalen im Reg.-Bez. Münster an Juden: 2985 — 3227 — 3521 — 3403, also ein Plus von 418; im Reg.-Bez. Minden: 5237 — 5802 — 6140 — 5949, also ein Plus von 712: Reg.-Bez. Arnsberg: 4792 — 5409 — 7390 — 7895, also ein Plus von 3103; die ganze Provinz: 13,014 — 14,438 — 17,051 — 17,247, also ein Plus von 1233. Während deS ganzen Zeitraums erfuhr die Prov. Westphalen eine Vermehrung von 33 pCt., wobei die Reg.-Bez. Münster und Minden von 1867 bis 1871 eine kleine Verminderung erlitten. — Die Rheinprovinz endlich befaßt fünf Regierungsbezirke, welche hinsichtlich der Juden für die gedachten Jahre folgende Zahlen aufweisen: Köln: 4629 — 5248 — 7 899 — 8538, also ein Plus von 3909; Düffeldorf: 6622 — 7130 — 10,776 — 11,419, also ein Plus von 4797; Koblenz: 7308 — 8011 — 8877 — 8713, also ein Plus von 1405; Trier: 4377 — 4781 — 5788 — 5985, also ein Plus von 1608; Aachen: 2229 — 2524 — 3482 — 3769, also ein Plus von 1540; die ganze Provinz: 25,165 — 27,694 — 36,822 — 38,424, also ein Plus von 13,259. Die Rheinprovinz hat demnach eine Vermehrung von ungefähr 50 pCt. gehabt. Der starke Zuzug nach Köln, das sich um 85 pCt. vermehrte, erklärt es, daß Koblenz von 1867 auf 1871 eine Verminderung erfuhr. — Bekanntlich wurde das Fürstenthum Hohenzollern im Jahre 1848 zu Preußen geschlagen. Die Volkszählung von 1867 gab daselbst 884 Juden an, die von 1871 nur 721, also eine Verminderung von 163. — Unter den preußischen Soldaten, welche 1871 noch zur Occupation in Frankreich standen, waren 151 Juden. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 4. Februar. Hellenistische Studien. Heft 11. Alexander Polyhistor und die von ihm erhaltenen Reste jüdischer und samaritanifcher Geschichtswerke, Abhandlung, Anmerkungen und griechischer Text von vr. I. Freudenthal. Breslau 1875. Was wir über das erste Heft dieser ausgezeichneten literarhistorischen und philologischen Arbeit, Jahrg. 1874, S. 139 gesagt, gilt vollständig auch über den Werth dieses zweiten Heftes, welches diese Studie abschließt. Es wird darin über Eupolemos, een judäischen Geschichtsschreiber, Malchos-Kleodemos, den samaritanischen Geschichtsschreiber, Aristeas, den israelitischen Geschichtsschreiber, die Trugschrift des Artapanos und endlich über Echtheit und Bedeutung der Fragmente abschließend gehandelt, wozu ausführliche Anmerkungen und der Text der Fragmente selbst gefügt sind. Indem wir auf die Einzelnheiten hier nicht näher eingehen können, heben wir nur das Schlußcapitel über die Echtheit und Bedeutung der Fragmente rühmend hervor. Diese Fragmente haben dem Geiste der jüv. Nation keinen großen Ruhm eingetragen, vielmehr mannichfachen Tadel zugezogen. In der Sprache matt oder schwülstig, incorrect, hart und steif, im Inhalte wenig von geschichtlicher Treue und Gewiffenhastigkeit, gaben sie bei den modernen Kritikern dem Vorurtheile gegen die Juden nur neue Nahrung. Der Verfaffer, der das Material der griechischen und lateinischen Literaturgeschichte in hohem Maße beherrscht, hat dies Alles auf das rechte Maß zurückgeführt und in das rechte Licht versetzt. Er zeigt, wie die Fehler dieser jüdisch-kritischen Geschichtsschreiber aus dem Charakter und den Vorbildern stoffen, die sie in den Nationalgriechen ihrer und der vorangegangenen Zeit fanden. Indem er ferner ihre wesentlich apologetische Tendenz nachweist, und auf die durch ihre Heimathlosigkeit und Verfolgung beeinflußte halbbärtige Bildung hindeutel, weiß er das richtige Urtheil über diesen specifischen Literaturzweig festzustellen, und indem er so die Hauptmomente für alle diese

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.