Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 39 (1875)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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9 die ihn kannten. Erst kürzlich wurde ihm seitens des hiesigen Invaliden-Bereins das Ehren-Diplom überreicht. — Sein Andenken sei zum Segen! M. Breslau, im December. (Privatmitth.) Folgende Verfügung ist dem Vorsteher der „hebräischen Unterrichtsanstalt", Herrn. Prediger Nr. P. Neustadt, vom hiesigen Magistrat zugekornmen: Bureauzeichen IV. Breslau, den 30. November 1874. Journal Nr. 4481. 74. Verfügung. 1. Das Collegium hat unter Vorbehalt des Widerrufs beschloffen, dem Vorsteher der hebräischen Unterrichtsanstalt, Prediger Nr. P. Neustadt, vom 1. October o. ab die Zahlung der bisher von ihm beanspruchten Bergütigung für Beleuchtung und Beheizung in den ihm gunstweise zur Mitbenutzung überlassenen Lehrzimmern der städtischen kathol. höheren Bürgerschule in Nikolaistadtgraben Nr. 5» zu erlassen, vorausgesetzt, daß der bezügliche Verbrauch sich innerhalb der bekannten Grenzen halten und Seitens des Nr. Neustadt streng darauf gesehen werden wird, daß keine mißbräuchliche Ausnutzung dieser Bergütigung eintrete. 2. Abschrift hiervon erhallen Euer Wohlgeboren als Bescheid auf das Gesuch vom 18. d. Mts. An Der Magistrat. Herrn Prediger 1>r. Neustadt Beglaubigt Wohlgeboren Kempski. hier.' Die Anstalt unterrichtet in mxa, ans ■"•n ,-f": 'in rr-ia-i nr-roa ,a®n und auch in bibl. und jüd. Geschichte. Gegenwärtig besteht die Anstalt aus fünf Clasien, jede Clasie zerfällt in zwei Abtheilungen und zählt 74 Schüler. Was dieser Unterrichtsanstalt ganz besonders zum Ruhme gereicht, ist: daß sie Söhne unbemittelter Eltern, ohne Unterschied ob hiesige oder auswärtige, unentgeltlich unterrichtet, sie mit den nöthigen Schulbüchern a’nac freihält und in dringenden Fällen auch noch für die Schüler das Schulgeld in einer der hiesigen öffentlichen Lehranstalten bis zur Erlangung des einjährig-fteiwilligen Zeugnisses entrichtet. Einundzwanzig solcher Zöglinge werden jetzt auf diese Weise versorgt und alljährlich wird einer der Schüler, der sich besonders durch Fleiß und Betragen auszeichnet, zum Winter vollständig, d. h. mit der nöthigen Wäsche und allen nothwendigen Kleidungsstücken ausgestattet. Die Anstalt hat über gar keine Geldmittel zu verfügen, sie beruhet einzig und allein auf moralischer Grundlage und existirt durch vas humane Entgegenkommen vieler Edelgesinnten, vorzüglich durch die hochherzige Zuvorkommenheit des hiesigen, hochlöbl. Magistrats. Möchten I doch unsere hiesigen, wie auswärtigen Glaubensgenossen durch I diese Notiz auf diese, der Unterstützung in so hohem Maße '.werthvolle und würdige Anstalt aufmerksam geworden sein, um auch ihr ihre Wohlthaten zufließen zu lassen. Herr Nr. P. Neustadt, der Vorsteher der Anstalt, würde gern bereit sein, die Unterstützungen entgegenzunehmen und dieselben wohlweislich verwenden. So viel wir wissen, erstattet Herr Nr. Neustadt in dem alljährlich erscheinenden „Berichte" Rechnung über jede eingegangene Unterstützung ab. Oelö, 11. December. (Privatmitth.) Unser Rabbiner, Herr Nr. Cohn, welcher seit einiger Zeit auch als Religionslehrer am Gymnasium fungirr und Mitglied der städtischen. Schuldeputation ist, hatte jüngst bei hiesigem Magistrat die Bcfteiung von der Personalsteuer nachgesucht, da zu derselben auch die Geistlichen anderer Confessionen nicht herangezogen würden. Auf dieses Gesuch hat nun Herr Nr. Cohn heute folgenden Bescheid erhalten: „Es gereicht uns zur besondern Genugthuung, das von Ihnen unterm 17. m. p. eingereichte Gesuch dahin erwidern zu können, daß dasselbe nach einstimmigem Beschlüsse unseres Collegu von Neujahr 1875 ab volle Berücksichtigung findet, und nehmen wir die Versicherung treuer Hingebung für das Wohl unserer Commune dankbar entgegen. Der Magistrat." (Unterschrift des Bürgermeisters Mappes. Oesterreich-Ungarn. Pest, 13. December. (Privatmith.) Gestatten Sie mir, in Ihrem sehr geschätzten Blatte über ein seltenes und erhebendes Schulfest zu berichten, welches zu Ehren eines verdienstvollen Mannes, des emerit. Directors unserer Normalhauptschule, Herrn Salomon Kohn, der durch volle 40 Jahre auf der dornenvollen Bahn der Erziehung und des Unterrichts in der hiesigen Gemeinde mit bestem Erfolge gewirkt hat, abgehalten wurde. — Schon vor Monaten. als Herr Cohn um seine Enthebung ansuchte, entsendete die löbl. Schulsection ein Comitö, das sich mit der Art und Form der dem würdigen Manne entsprechende Auszeichnung zu befassen hatte, die ihm auch heute bei seiner Abschiednahme von der Schule in Gegenwart des lobl. Vorstandes, der Herren Prediger, des k. Schulinspectors, zweier Ministerialräthe, seiner Collegen, seiner gewesenen Schüler und sonstiger Honoratioren in unserem Prüfungssaale in so schöner Form folgender Maaßen zu Theil wurde. Herr Gemeindeprases Neuwalt hielt die Eröffnungsrede, worauf ein erhebendes Begrüßungslied vom Chorpersonale gesungen wurde. Nachdem der Präses der Schulsection Herr M. Schweiger dem Jubilar den Dank des Vorstandes abgestattet, ergriff der königl. Schulinspector Herr Boja das Wort, schilderte in einer gediegenen Rede die Verdienste des Herr» Cohn um die Schule, Gemeinde und das Vaterland und überreichte ihm im Namen des Unterrichtsministers die Auszeichnung Sr. Majestät des Königs, nämlich das goldene Berdienfikreuz. Hierauf folgte eine treffliche Ansprache des ge- 1