Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 34 (1870)
- Issue
- Heft 52 (27.12.1870)
- Date
- 1870-12-27
- Page
- Seite 1023 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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1023 - düng an ihn geknüpft, nicht getäuscht. Dxr wohlchätige Einfluß, den dieser Verein auf daS geistige Leben der. ganzen Gemeinde aitsübt. ist unverkennbar. Ge» gen Ende des SommerS miethete der Verein ein schönes, geräumiges Local mitten in der Stadl, richtete daselbst ein Lesezimmer mit einer ziemlich reichen Aus» mahl von jüdischen Zeitschriften ein und machte auch schon den Anfang Prr-Gründung einer Vereinsbiblio-« thek, indem er dio^ihm von verschiedenen Teilen gemachten Schenkungen an kleinen Büchersammlungen, deren noch mehrere in naher' Aussicht stehen, .zur allgemeinen Benutzung aufstelltc. Er hat dadurch einem schon längst und tief gefühlten Bedürfnisie ivenigstenS nochdürftig abgehelfcn. ES wäre höchst wünschenS» rverth, daß zwischen ihm und der EultuSrepräsentan; . eine Vereinbarung betreffs der Uebernahme der bedeu- . tenden und noch immer unbenutzt liegenden Gemeinde» bibliothek getrosten werde. Auf ein Zustandekommen einer solchen Vereinbarung ist jetzt umso mehr Hoffnung vorhanden, als der Verein in der Thar schon in Verbindung mit.der Regierung steht, indem er die Religionsschulc iTalmikd'-Torahschule), welche ein Gemeindeinstitut ist. mit jährlichen 500 fl. subventionirt. Auch die populär -wissenschaftlichen Vorttäge haben seit dem Beginne des Winters wieder ihren Anfang genommen, und wieder war cs Herr Prof. Kämpf, der die Reche derselben eröffnete. Der Vortrag hatte: „Hillel Präsident des Lynhedriums zu Jerusalem" zum Gegenstände und war' eine würdige Fortsetzung seines vorjährigen Borttages „Ueber das große Synhedrium zu Jerusalem." Rach Herrn Prof. ft. hielt Herr Wolf einen Borttag über die Bedeumng und Wichtigkeit >er Familie bei den Juden und im Judenthume, der r^ich an Citatcn, unter Andern auch auS ihren Schriften, und mit großem Beifall ausgenommen wurde. Herr Wolf verdient umso'mehr Anerkennung, alMderselbe kein Gelehrter von Profession, sondern Kaufmann ist. Am Saboach Schemoth wird Herr Prof. Kämpf sein 25-jähriges AmtSjubiläum als Prediger der Tempelgemeinde feiern.' Nach den von benannter Ge> .meigde hierzu gettoffenen Vorbereitungen zu schließen, wird sie diese Feier in einer ihrer würdigen Weise begehen und außerdem noch ihrem verdienstlichen, geistlichen Leiter an dessen Ehrentage, der ja auch chr Ehrentag ist. einen unzweideutigen Beweis ihrer riebe und ihres LerttauenS zu chu: gebew - Äa* de» Tokayergebirge, im Decemb. «Privat«.» Mehrere orthodoxe Gemeinden de« Bezirks haben sich bereits organisier und chre Vorstände gewählt. Nach« dem sich dch^äongreßpartei diestt Gegend vorläufig ganz zurückgezogen har. vie Ehassidäer aber schon sett lange sich käuflich getrennt-haben, dürfte die orthodoxe Partei für-jetzt in überwiegender Majorität sein. Im Ganzen und Großen muß man die Srganilarion alS einen Fortschritt-aniehen, da die Anarchie theilweiie wenigstens die Gemeinden verläßt. Ein unS vorliegender Ministerialerlaß bestimmt die Auflassung der königlichen Vkusrerschulen. Da die Fortschrittspartei zur Drganisirung der Talmudtorahschulen vor allen Geld benelhigr, die Drrhodoxen aber ü»ohl schwer sich für »e be standene n Musterschulen inlereifiren'werden, so st'r die Auslastung mehr als wahrscheinlich. Die Eongreßbe schlüste bestimmen, daß die Musterlehrer forran den Gemeinden übergeben werden; nachdem jedoch einige dieser Geineinden. in welchen Musterschulen sind, sich Nicht im -Sinne der Ecngreßstarpren organifiren. w3Le es wünschenswerth. daß die bettestenden Lehrer mir einem mehrjährigen Erhalte abgeferriA werden, oder in ein« solche Gemeinde geschickt werden. die sich im Sinne der Eongreßbeschlüsse organisiren werden. In S. a. Ujhely haben sich seit mehreren Mo naren die Ehassidäer gänzlich von den Aschkenafim losgefagt. habest einen eignen Schächter berufen und der Bkuttergemeinde den t-öehori'am gekündigt. ^lachdem sich die Gemeinde größremheilS auS den ftofcherfleifchtteuzern erhälr^der chassidische Schächter, der billiger, schlachtet, einen bedemenden Zuspruch har,, so ist die Gemeinde nahe daran ohne Revenuen >u bleiben. Wie wir soeben erfahren, find die Ehassidäer zum Ausgleiche bereit, verlangen jedoch I, Anstellung eines Ehassidäer-Rabbi. 2, Anstellung eines Stramel- Bekesch-Schocher, 3) Aussöhnung mir den Fortschritts männern. So hätten wir denn » der .Hauptgemeinde Sberungarns ein Ehassidäer-Reologenbündniß. Sb wohl unsere- Stthodofta sich nicht'Sünden vergangener Tage erinnern! Im benachbarten Eomitare. Ungh gedecht die FortschrittSgemeinde und dürfte der Friede in den Gemeinden bald einkehren. In Laschau läßt es der In», disterenrismus zu keiner Vorstandswahl kommen. Die-Schube gedeiht vorttestlich und erhebe sich unter' den Herren M. 9L. uud Davio Rottfaberg zu einer wahren Ülkusteranstall. Aucb die Eperieser Haupt- 52*