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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-12-27 · Heft 52 (27.12.1870) · p. Seite 1021

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 52 (27.12.1870)
Date
1870-12-27
Page
Seite 1021 (sequence 9)
Language
German
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1021 lAHSHtznS fremder Intelligenz zu bckieuen..habtz, den frage ich unparteiisch, welche Wirkung eS haben werde.., wenn sie sich diesen Stab aus Frankreich und französischem Wesen oder aus Deutschland und'deutscher Cultur holen würde? Also die französischen Sympathien der polnisch-jüdischen Bevölkerung zugestanden, will jener Artikel von der- Weichsel die Ursache jenen beiden hebräischen Zeitschriften zuschreiben, und dies ist, nach meiner Ansicht, nichts als ein Manoeuvre. Man erkennt dies schon aus dem. Umstande, daß der „Libanon", ein bis zum Beginne des Krieges in Paris erschienenes Blart. nur in wenigen Exemplaren nach. Polen gekommen, also .von sehr, geringer Wirksamkeit daselbst war. Dem „Hamazgiv" eine deutsch-patriotische Gesinnung absprechen, ist ein Unrecht, das sich aus dem Blatte selbst leicht widerlegen läßt. Wenn diesedie Tracasserien, welchen die Juden in Preußen namentlich seitens des Unterrichts'^ Ministeriums noch auSgesetzt sind^ "berichtet und dann und wann mit einer scharfen Lauge übergießt, so rhut eS nur, waS seines Amtes ist. Tie Lharsachen müsien mirgetheilt werden, und des Urtheils kann man sich nicht enthalten. Man kaM also hierfür nur die wirklichen Umstande anklagen, nicht daS Organ. das sie auS- und besprechen, muß. Zugeben will ich. daß Derartiges in der hebräischen Sprache ausgesprochen, etwas schroffer und schärfer klingt, als in einer modernen. Jene besitzt nicht die Elasticität. mit welcher die modernen. Sprächen durch'das folgende Wort wieder abschwächen, waS daS vorhergehende ausgesagt hat. oder durch eingeschobeue Partikeln den Sinn wieder dämpfen, welcher ohne diese kühn und kräftig hervorgerreten wäre, vorigengiebt damit der Korrespondent von der Weichsel der UrtheilSkrast der polnischen Juden nur ein Dementi. Ich traue diesem Scharfblick genug zu. um aüs solchen kleinlichen Borgängen nicht eine feindselige Gesinnung zu schöpfen, sondern man muß noch; . ggnz andere. Factoren voraussetzen, die hier zu besprechen ÄchtMxiue Aufgabe ist. L»L der Provinz Pose», im Dec. tPrivatmmh.) Der Unparteilichkeit wegen sehe ich mich veranlaßt, in Bezug auf einen meiner früheren Berichte mitzmheilen. daß.der Termin, welcher für eineiz^^ischeu Familienvater in Graetz auf den BersöhuunMaU angesetzt war, weil in einem summarischen Proteste, nicht von dem jüdischen Asteffor, Herr» Friedmann, sondern vom Gerichtsdirector anberaumt wurde, und dieser aus die Ver legung desselben, trotz der Vorstellung des Herrn Assessor Friedmann, der an diesem heiligen Tage von i einem Berufe befreit zu sein wünschte, nicht eingehen wollte. Auf ihre Anfrage, geehrter Herr Revacreur! in Ro. 47. d. Bl. hinsichtlich der Mitgliedschaft von Juden an städtischen Schuldepurationen verweise ich aus einen meiner früheren Berichte in d. Bl., nach welchem in unserer Provinz, je nachdem die Schulen consessionell oder simultan und die Verwaltung getrennt oder städtisch ist. in jeder Stadt, in welcher Juden wohnen, entweder besondere jüdische Vorstände oder paritätische Schuldepmanonen vorhandeu sind. Wie mir auS ganz zuverlässiger Quelle mitgetheilr wird, erhielt auch der jüdische Soldat Robert Eohn auS Danzig im October das eiserne Kreuz. Derselbe trat im April als einjähriger Freiwilliger in den Miti lairnand ein und wurde in der ersten Schlacht bei Metz zum Unterossicier ernannt. Bonn. 16. Dec. «Privarmirrh.) Der Israelit, der nach Wtstrheilung in )kr. 49. in ^auenburg lPommern,- Mitglied der städtischen Schuldepurarion ist, ist der" Kaufmann Herr Isidor Stein daselbst. — Aus Dt. Ci re ne schreibt man uns unter dem 13.: Auch am hiesigen Orte ist ein Jude Bkirglied der städtischen Schuldeputanon. Es ist dies jedoch nicht eine zufällige Folge eines Dahlerfolges, sondern in der.Organisa lion der Schuldepmarion begründet. ES exisriren hj^r eine jüdische, eine evangelische und eine katholische Schule, für'-welche drei eine gemeinschaftliche Schuldepmarion besteht. In dieselbe wähltder Magistrat 3 tvrirglicder. die Stadtverordneten 3 Mitglieder und der Vorstand der? magogen-Gemeinde 1 Mitglied. Außerdem find noch.-die Geistlichen der evangelischen und katholischen Gemeinde Mitglieder derselben. Ein Rabbiner befinde:-sich nicht in der Sradt. Denn ich recht murrrichtet bin. besteht diese Eiurichmng seit dem'Jahre 1863 aus Anordnung der Regierung iti Mariemverver. Bis dahin bestanden 3 gesonderte Schulvorstände für die 3 erwähnten Schulen. Bona, im'Dec. (Privatmitth.« Den 14. Februar 1871 begeht der Landesrabbiner Dr. Herxheimer in Beruburg seinen 70. GeburrSlag. Er gehört zu den wenigen jüdischen Geistlichen, die in einer äußerst bescheidenen Lebensstellung weit über ein Menschenalter 52

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