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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-12-06 · Heft 49 (6.12.1870) · p. Seite 963

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 49 (6.12.1870)
Date
1870-12-06
Page
Seite 963 (sequence 11)
Language
German
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wiener Rothschild, war die Nichte ihres Mannes und ist ungefähr 55 Jahre alt) ist eine sehr mildthätige Frau. (Dieser Zug ist so charakteristisch für die gegenwärtigen Zustände in Paris, sowie für die edle, auch von uns Hochverehrte Dame, daß er hier nicht fehlen durste. Redact.) Aus dem Oberelsaß, 21. Novbr- (Privatmitth.) Gestatten Sie mir, mit wenigen Worten den Schlußzeilen der in d. Bl. in Nr. 45 S. 880 gegebenen Mittheilung „Aus Frankreichs entgegenzutreten. Es wird da gesagt, daß wir im Elsaß mit Hinblick auf die gegenwärtigen und bevorstehenden inneren Zustände und erdrückenden Lasten Frankreichs bald froh sein würden, nicht mehr zu diesem zu gehören. Ich muß dies im Namen vieler meiner Glaubensgenossen verneinen. Erkenntlichkeit und Patriotismus sind anerkannter Weise — wenigstens von der Geschichte erwiesene — Tugenden des jüdischen Stammes, und wie Der ein schlechtes Glied einer Familie ist, der sich durch das Unglück derselben, sei es selbst ein verdientes, von ihr gern losreißen läßt und sie verleugnet, so glichen wir diesem, wenn wir, die wir Frankreich so überaus Vieles zu danken haben, nicht auch willig die Mißgeschicke desselben.mittragen wollten. Wie sich auch die Verhältnisse für uns in Zukunft gestalten werden, gewiß werden wir unfern Pflichten auch gegen das neue Vaterland, dem wir, wenn auch nicht mit eigenem Willen, hinzugefügt werden, erfüllen, und vielleicht kommt eine Zeit, wo demselben auch unsere Herzen gehören: aber zu sagen, daß wir uns gern von Frankreich trennen, daß wir diesem schon jetzt absagen und unsre Sympathien wo anders hinwenden, und zwar nur weil jenes unglücklich ist — dafür liegen keine Beweise vor, dies sieht uns sogar wie eine Verleumdung aus. In Deutschland könnte man wenig Vertrauen zu uns fasten, wenn wir solche Gesinnungen hegten. Italien. Rom, im November. Es wird von hier aus berichtet, daß an der am 19. d. M. wieder eröffneten Universität unter den neuerwählten Professoren sich auch ein Israelit befindet. Näheres werden wir bald mitzutheilen im Stande sein. Der Contrast gegen die jüngste Vergangenheit ist zu groß, als daß wir nicht diesem Ereigniß einen hohen Werth beilegen sollten. Nordamerika. New-Aork, 11. Nov. (Hebr. Lead.) Conserenz von Rabbinern und Predigern. Erste Versammlung, abgehalten am Dienstag den 25. October 1870 im Sitzungslocale der Gemeinde Ahawath Chesed. Rev. Dr. Mayer, der Vorsitzende der Clevelander Conferenz, rief die Versammlung zur Ordnung und begrüßte die Herren in herzlicher Weise. Rev. Dr. Tuska aus Memphis und Kalisch aus New-Haven wurden zu Secretären ernannt. Rev. Dr. Hübsch bewillkommnete hierauf die Versammlung im Namen seiner Gemeinde und wünscht mit innigem Herzen den besten Erfolg und segenbringende Resultate den Arbeiten der Conferenz. Auf Antrag des Rev. Dr. Kalisch ^wurde ein Comits, bestehend aus Rev. Dr. Kalisch, Wise und Sonneschein, zur Entwerfung einer Geschäftsordnung ernannt. Ueber einen Antrag des Rev. Tuska, den Versammlungsort der Conferenz nach einem größern, dem Publicum mehr zugänglichen Locale, z. B. dem Cooper-Jnstitute zu verlegen, wurde längere Zeit verhandelt, bis der Antragsteller ihn selbst zurückzog. Rev. Dr. Sonneschein aus St. Louis bringt im Namen der Gemeinde, die er repräsentirt, folgende Resolution ein und empfiehlt deren Annahme: „Die gegenwärtig in N. Y. tagende Versammlung, welche es sich zum Zwecke gestellt hat, durch die Abfaffung eines gemeinsamen, auf Reformprincipien beruhenden Gebetbuches die lithurgische Einheit im amerikanischen Judenthume zu fördern, hat im Jntereffe der Einigung und des Friedens den Beschluß gefaßt: eine Einladung an die gleichgesinnten Herren Rabbinen in N. A. ergehen zu lasten, daß sie sich an der Zustandebringung des fraglichen Gebetbuches betheiligen mögen, und im Falle einer solchen Betheiligung sollen alle bereits vorhandenen, in amerikanischen Gemeinden adoptirten Reformgebetbücher als Basis der Arbeit genommen werden." Die. Resolution wurde ohne Debatte angenommen und ein Comit^ ernannt, um diese Beschlüsse zur Aus- 49*

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