Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 92 (2.8.1838)
- Date
- 1838-08-02
- Page
- Seite 372 (sequence 2)
- Language
- German
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372 Denjenigen Zöglingen, die sich für das Lehrfach eignen, wird der Aufenthalt in der Anstalt bis zum zurückgelegten achtzehnten Jahre gestattet. Sie werden, um sich für ihren Beruf praktisch vorzubereiten, unter Anleitung der Lehrer einen Theil des Elementar-Unterrichts besorgen. Ihre Anzahl ist jedoch im Verhältniß zu der Zahl der übrigen Schüler zu beschränken. — Die Anstalt übernimmt die Erziehung von Pensionären gegen eine jährliche Entschädigung von mindestens 120 Thlrn. Pr.Court., welche Summe in halbjährlichen Terminen pränumerando an den Direktor zu entrichten ist, dafür erhalten dieselben Unterricht, Kost und Wohnung frei. Für Bekleidung, Bett, Bücher und Schreibmaterialien muß besonders gesorgt werden. — Die christlichen Zöglinge und Stadtschüler werden von Allem, was auf die mosaische Religion Bezug hat, dispenst'rt, und wird dagegen abseiten der Anstalt, Sorge getragen, daß jeder Zögling in Beziehung auf Religionsunterricht und Kirchen^ besuch, der Leitung des Geistlichen seiner Eonfession anvertraut werde. — Auf die Gesundheit und körperliche Tüchtigkeit der Knaben soll ein vorzügliches Augenmerk gerichtet werden. Reinlichkeit, streng geregelte Lebensweise, einfache, dem jugendlichen Alter angemessene Kost, Bewegung in freier Luft, Leibesübungen, körperliche Beschäftigung, vorsichtige Abhärtung, kleine Touren in die benachbarten Gebirge, das sind die Mittel, welche zu diesem Behufs in Anwendung gebracht werden sollen. — Unter den einzelnen Lehrfächern steht die'Religion oben an. Sie soll nicht blos zur lebendigen Erkenntniß werden, sondern zu einer bleibenden Nahrung für das Herz dienen, zur dauernden Veredlung des Wandels führen. Das kann nicht der Unterricht allein erreichen, sondern die ganze Erziehung und Behandlung der Zöglinge muß die Erweckung einer echt religiösen Gesinnung eines frommen gottesfürchtigen Verhaltens bezwecken. Besonders sollen Gebete und Andachtsübungen, verbunden mit Choral-Gesang und erbaulichen Vorträgen, so wie der Aufenthalt in der freien Natur als Hauptmittel, echte Religiosität den jugendlichen Gemüthern einzuprägen, umsichtig benutzt werden. — Ein möglichst vollständiger Eursus der deutschen Sprache ist eine der hauptsächlichsten Aufgaben der Schule. Jeden ihr anvertrauten Knaben sucht sie wo möglich so weit zu bringen, daß er sich mit Correctheit, Gewandtheit und Geschmack in der Muttersprache mündlich und schriftlich auszudrücken vermöge. In der obersten Klasse sollen auch — außer der Grammatik und Stilübung — dem Verstandniß der vaterländischen Literatur einige Lehrstunden gewidmet werden. — Da die hebräische Sprache Kirchensprache der mosaischen Glaubensgenossen ist, so soll bei ihrer Behandlung ganz besonders auf das Verständniß der üblichen Gebete und der heiligen Urkunden hingearbeitet werden. Doch ist ein erweiterter tzursus für die Fähigem nicht ausgeschlossen. — Von neuern. Sprachen soll mindestens die Französische einen permanenten Lehrgegenstand bilden. Ob auch die Englische hinzukommen kann, muß von dem Standpunkte und der Frequenz der Schüler abhängen. — Von den Realwissenschaften: Naturkunde, Geographie, Geschichte, Mathematik wird so viel getrieben, als einerseits für das Leben und Wirken des gebildeten Bürgerstandes bedürftig ist, anderseits als gründliche Basis zur weitern Fortbildung genügt. — Außer der unentbehrlichen Fertigkeit im Schreiben und Rechnen ist auch dem Singen und Zeichnen, als zwei vorzüglichen Bildungsmitteln ein angemessener Platz in dem Lectionsplan anzuweisen. — Um neben den geistigen Beschäftigungen auch den Sinn für körperliche Thatigkeit und Handarbeit zu wecken, soll jede, durch die Oertlichkeit sich darbietende Gelegenheit benutzt werden. Hierher gehören Haus-, Garten- und Feldarbeit, wozu man die Zöglinge, welche dazu geneigt sind, unter gehöriger Aufsicht, anhalten wird. Gestatten es die Umstande, so wird auch eine angemessene Unterweisung in Papparberten, Korbflechten, regelmäßige Turnübungen und mehr dergleichen emgeführt werden." Theologie. Die jüdisch-theologische Facnltät. (Fortsetzung.) Transport 10,400 20 Gr. 1511) Herr I. Ahrend, Kfm. inMagdeb. 5 - — « Nachträgliches aus Berg he im s. No. 55. 1512) Herr Hons, K. P. Lieut. 4 ggr. 13) Hr. Harsch, Apotheker, 8 ggr. 14) Hr. L. Bodewi'g, Kfm. 4 ggr. 15) Hr. A. Oeppen, Posthalter, 8 ggr. 16) Hr. Nattcs, Communal-Empfänger, 8. ggr. 17) Hr. I. Fleischhauer, Bürgermeister, 8 ggr. '18) Hr. Bauer, Pharmamaceut, 4 ggr. *) 19) Hr. M. I. Lewin, 8 ggr. Zusammen.... . 2 - 4 - Sammlung zu Neukirchen bei Rietberg, eingesandt durch Herrn Jsaac Löwenstein. 1520) Ww. Löwenstein u. Söhne, Kflte 21) Herr I. I. Eltzbacher, Rentier 22) - S. I. Eltzbacher, Kaufm. 23) Fraul. Henriette Eltzbacher, . . 24) Herr R. Marcus, Dr. med. . . 25) - Simon Porta, Goldarbeitcr 26) - L. S. Porta, Kaufmann. 27) - S.L.Liepmannssohn, Lehrer 28) - Samuel Kempen, Kaufm. 29) - Simon Kempen, Kaufm. 3 5 4 3 3 1 2 1 I 1 - — - - 12 , - 12 - Latus 10,433 Thlr. — Gr. *) Die vorbenannten Herren find sämmtlich christlichen Glaubens, und verdienen also doppelt unfern Dank, Red.