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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-11-22 · Heft 47 (22.11.1870) · p. Seite 916

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 47 (22.11.1870)
Date
1870-11-22
Page
Seite 916 (sequence 8)
Language
German
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916 dein, I. Stern je 10 Sgr-, H. Sternberg 71/* Sgr., A. Rathheim 5 Sgr. Zusammen 19 Thlr. 2iri Sgr. Gesammtsumme 411 Thlr. 21/s Sgr. Die Redactivn. Zeituugsuachrichteu. Deutschland. Berlin, 14. Nov. Man schreibt von hier.- Herr Laster har vor einigen Tagen mit seinem College« Herrn von Unruh vor seinen Wählern in Magdeburg gesprochen und großen Eindruck gemacht, so daß auch dort eine socialdemokratische Demonstration völlig wirkungslos blieb. Die Wiederwahl der beiden Herren in Magdeburg ist zweifellos. Hr. Laster wird nur eine beschränkte Rechtsanwaltspraxis annehmen, dagegen, wo sie an ihn herantreten, Bertheidigungen führen. In der ersten Bert heidigung, die er in seiner neuen Eigenschaft vor dem Appellationsgericht in Frankfurt a. O. führte, erzielte er durch seine glänzende Beweisführung die Freisprechung seines Clienten: die feudalen Blätter haben sich also mit ihrem Jubel über das verunglückte Debm bei Bertheidigung des vr. Max Hirsch geirrt. Wie man hört, soll Herrn Laster das Syndikat des Berliner Pfandbriefinstituts als Nachfolger Twestens übertragen werden. «Wir hoffen übrigens, daß die überaus klare und gründliche Bertheidigung Lasters in Sachen des vr. Max Hirsch in der Appellinstan; eine, das erste Urrheil reformirende Wirkung haben werde. Redacr. > Bonn, 11. Nov. (Aufforderung.) Ein specieller Fall macht es uns wünschenswerth, genau die preußischen Städte zu erfahren, in welchen Juden in die städtische Schuldeputation gewählt sind. Wir bitten daher, uns allseitig mit den desfallsigen Notizen zu versehen, und sprechen hierfür im Voraus unseren Dank aus. Die Redaction. Bonn, 13. Nov. lPrivatm.) Aus dem benachbarten Städtchen Königswinter hat ein junger Israelit, Bernhard Sommer, Handlungscommis, jetzt Grenadier im Franz-Regiment der zweiten Garde- Division, 2. Comp., wegen seiner in dem blutigen Gefecht bei Le Bourget am 30. v. M. bewiesenen Tapferkeit das eiserne Kreuz erhalten, und zwar ist er der einzige seiner Compagnie. Der junge Mann hat bereits alle Schlachten, welche die Garde mit so schweren Opfern bestanden hat, wie bei Gravelotte und Sedan, mitgemacht, und das Glück gehabt, unverwundet zu bleiben. Wir gestatten uns, aus seinem Briefe an seine Aeltern, den er schrieb, bevor er die Auszeichnung bekommen, einige Worte hier anzuführen: „Ihr werdet jedenfalls schon aus der Zeitung ersehen haben, daß unsere Division ein großes Gefecht gehabt und das Dorf Le Bourget mit Sturm genommen hat. Ich war dabei und Gott sei Lob und Dank, bin ich unversehrt davon gekommen, was wirklich ein Wunder ist, denn wir gingen auf das Dorf los. ohne daß uns nur ein wenig Deckung geboten war. Unser Bataillon und von diesem unsere und die 10. Compagnie an der T«te, waren wir auch zuerst im Dorfe, welches der Feind hartnäckig vercheidigte und das von 3000 Mann besetzt war; Ihr könnt Euch keinen Begriff machen, wag für ein Feuer wir bekamen, die Kugeln sausten über und an mir vorbei und hatte ich in Gedanken schon Abschied von Euch genommen und mich mit Gott versöhnt. Doch derselbe hatte es anders mit mir beschloffen und ich lebe noch. Unser Hauptmann fiel an meiner Seite von einer Kugel durch die Schläfe getroffen; hätte ich, anstatt gekniet, gestanden, so wäre ich statt seiner wohl das Opfer geworden." Der Kampf im Dorfe selbst dauerte von 10—2 Uhr, bevor der Feind gänzlich aus ihm entsernt war. — Auch aus dem benachbarten Siegburg wird uns mitgetheilt, daß ein Jude das eiserne Kreuz erhalten: den Namen konnte man uns nickt alsbald angeben. Oesterreichischungarische Monarchie. Wien, 8. Nov. ' Privatrnitth.) Ich habe heute von einer neuen schönen Spende eines hies. Wohlthäters zu berichten. Herr Gustav Ritter von Epstein hat für den Bau eines israel. Waisenhauses in Wien 40,000 fl. gespendet. So mehren sich die wohlthätigen Jnstitttte der hies. Gemeinde in außergewöhnlichem Maße, und ist dies um so höher anzuschlagen, als nicht allein die hiesigen Israeliten, sondern die Glaubensgenossen aller Kronländer von diesen Anstalten

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