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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-11-08 · Heft 45 (8.11.1870) · p. Seite 875

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 45 (8.11.1870)
Date
1870-11-08
Page
Seite 875 (sequence 3)
Language
German
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875 Viele, wie uns insonders der Herr Großrabbiner Arnaud Aron mittheilt, haben einen großen Theil ihres Vermögens verloren, viele sind gänzlich verarmt und in der nächsten Zeit ohne Mittel des Erwerbes, nicht wenige sind erkrankt, einige wurden getödtet und haben hilflose Wittwen und Waisen hinterlaffen. Wir wissen, daß die Israeliten reichlich spenden, ohne Unterschied der Confession. Aber wir wisien auch, daß sie immer noch eine Gabe für ihre unglücklichen Glaubensgenosien übrig haben. Deshalb wenden wir uns auch in diesem Falle an ihren Edelmuth und ihre Opferfähigkeit. Alle diejenigen in Deutschland wie in anderen Landern, welche die göttliche Vorsehung vor den Greueln des Krieges gnädig bewahrt hat, muffen sich umsomehr angeregt und verpflichtet fühlen, denen mit Hülfe zu nahen, welche so furchtbaren Schlagen unterworfen waren. Wo die Thatsachen so laut sprechen, brauchen wir Worte nicht hinzuzusügen. Hülfe ist erforderlich, und schnelle Hülfe, wo Krankheit, Verarmung und die Bedürfniffe des Winters mit allen ihren - Drangsalen herrschen. Mögen daher die Gaben reichlich fließen! Wir werden die einlaufenden Spenden in diesem Blatte veröffentlichen und später einen Rechenschaftsbericht geben. Wir beginnen das Berzeichniß: Der Redacteur der Allgemeinen Zeitung des Judenthums für die verunglückten Israeliten in Straßburg 25 Thlr., für die in Metz 25 Thlr. Bei der Redaction sind bereits aus Bonn ein gelaufen: von Herrn Commerzienrath Hugo Cahn 100 Thlr., L. A. Katz 30 Thlr., Banquier Robert Golvschmidt 20 Thlr., Banquier Joseph Goldschmidt 20 Thlr., Frau Nanette Cahn 100 Frcs., Frau Seligmann 40 Frcs., Frau Reimann l5 Thlr., Frau Jeanette Simon 5 Thlr. Zusammen «einschließlich der 50 Thlr. des 1)r. Philippson) 240 Thlr. und 140 Frcs. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Ueber Schem ha-Mephorafch. Poln. Crone, im September. Jedermann weiß, daß der vierbuchstabige Name Gottes (das Tetragrammaton >, der in der gewöhnlichen Schrift mit 'rt bezeichnet wird, auch 3-1122N 23 genannt wird, welche Bezeichnung im Talmud und den Midraschim vorkommt, deren Bedeutung aber ein Gegenstand mehrfacher Discuffion geworden, ohne daß man bis jetzt zu einem sichern Ergebniß gelangte. Die Hauptstelle ist im Tractatat Sota 38 a, und lautet in der Ursprache also: nns 3H272N s-32 ,bsi3-< ■,:n ns -c-on N2 17231 r'ri 12T33 S2S 12"S IS 311272N 232 1721S .■»b irrran '723 ,’,23 ns „Also sollt ihr segnen die Söhne Israels", (5. B. M. 6, 23) also heißt mit dem Schem ha-Mephorasch. Wollte Jemand gegen diese Deutung auf den Schem ha- Mephorasch einwenden, daß ja auch irgend ein Beiname (Gottes) gemeint sein könne? so setzen wir ihm (den Schlußvers 6, 271 entgegen: „Und sie sollen meinen Namen legen auf die Söhne Israels," wo das Wort mein Name nichts anders bedeutet, als: der nur mir eigen ist." Maimuni in seinem More Nebuchim Cap. 61 giebt folgende Erklärung: Alle göttlichen Namen, welche in der heiligen Schrift vorgesunden weroen, sind von Handlungen abgeleitet, aber der vierbuchstabige Name mm ist nur ihm eigen, in welcher Hinsicht er auch Schem ha-Mephorasch genannt wird, d. i. ein Name, welcher die göttliche, jede Gemeinschaft ausschließende Individualität deutlich bezeichnet. Es bedeutet demnach: Der erklärte Name, weil Gottes Wesen an sich dadurch erklärt wird. Munk in seinem Le guide des 6gar€s p. 267 begleitet Maimunis Stelle mit folgenden Worten: „notre auteur entenä le mot 311272 dans ce sens que ee nom designe expressement lessence divine, et ne point un homonyme, c’est-ä-dire, qu’il ne s’applique pas ä la fois ä Dieu et ä d’autres etres. Er bemerkt aber, daß diese Erklärung ungenügend ist. Hingegen will Albo Jkkarim 2, 28 die Bedeutung abgesondert geltend machen und erklärt: der abgesonderte Name, weil der Schem ha-Mephorasch von allen andern Namen Gottes abgesondert ist. Diese Erklärung ist nicht sprachgemäß. Herr Dr. David Cassel giebt in seinem Commentar zum Buche Kusari in der ersten Auflage S. 78 und in der zweiten Auflage S. 85 folgende Erklärung: „Der vierbuchstabige Name Gottes mir'' hat die Bocale von Adonai und dürfte auch nur mit diesen Eonsonaten gesprochen werden. Nur ein Mal im Jahre, nämlich am Versöhnungstage sprach ihn der Hohepriester im Allerheiligsten «Lev. 16, 30) nach seinen wirklichen Lauten aus. Dieses Aus- 45*

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