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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-11-01 · Heft 44 (1.11.1870) · p. Seite 870

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 44 (1.11.1870)
Date
1870-11-01
Page
Seite 870 (sequence 14)
Language
German
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870 ziehen, und rasten können — gleich Deiner Erde — für neues, segenvolles Schaffen — Amen! Das Grabmal der Makkabäer. Der französtsche Gelehrte, Herr Victor Guörin, der 1863 das Grabmal Josuas gefunden haben wollte, berichtete an die französische Akademie der Inschriften, daß er das bis jetzt vergebens gesuchte berühmte Mausoleum der makkabäischen Familie in Kirbeth el Medieh, dem wirklichen Modin der heiligen Bücher, der Vaterstadt dieser Familie, entdeckt habe. Indem Herr Victor Guvrin in der Discussion, in welche er sich einläßt, die verschiedenen Texte der Bücher der Makkabäer zusammenstellt, in welchen das zu Modin von Simon auf dem Grabe seines Vaters, seiner Mutter, seiner Brüder und verschiedener Anderer errichtete Grabmal beschrieben wird, und nachdem er an Ort und Stelle die schon von einigen Mönchen in den letzten Zeiten ausgesprochene Vermuthung verisicirt hatte, ist es ihm gelungen einerseits festzustellen, daß Modin wirklich el Medieh war, daß die Ruinen, welche sich dort befinden, den Platz mit Bestimmtheit bezeichnen; andererseits, daß das Grabmal der Makkabäer und deren Gräber unter den Ruinen und dies zwar der letzthin von einer englischen Revue aufrecht gehaltenen Meinung zuwider aufgesucht werden müffen n cht in Kirbeth el Jehud, wohl aber in Kirbeth de Gherbaui gegen Nord-Nord-West, auf einer schönen Plattform, welche die Spuren eines großen rechteckigen, 28 Meter langen und 6 Meter 56 breiten Gebäudes zeigt. Nachdem Hrrr Gu^rin mehrere Male dahin zurückgekehrt war, gelang es ihm unter seinen Augen reguläre Ausgrabungen ausführen zu lasten, welche ihm den Plan dieses Gebäudes ausdeckten, den Bestand von sieben Grabgemächern für die sieben Glieder der berühmten Familie bestimmt und bedeckt von sieben Pyramiden, die auf einer und derselben Z^inie errichtet waren, eine jede ruhte auf dem Balken je eines der Gemächer. Zuletzt fand er noch inmitten der Ruinen der muselmännischen Wohnungen, die bei dem großen Gebäude errichtet waren, eine Anzahl von Säulen aus einem Stein, sehr beschädigt, von selbigem Durchmesser «47 Centimeter), Trümmer der herrlichen Säulenhalle des Einganges, welches die Front des Monumentes schmückte. Dies war die letzte Bestätigung seiner Entdeckung. Die Gräber wurden ausgeforscht; sie sind im Grunde ausgeschmückt mit kleinen Mosaikwürfeln, bald noch zusammenhängend, bald zerstreut. Eins dieser Gräber zeigte fünf oder sechs menschliche Gebeine, welche mit Ehrfurcht ausgenommen wurden. Herr Guörin ist so von der Wirklichkeit und der Größe seiner Entdeckung überzeugt, daß er nicht ansteht, um die Erhaltung des Monumentes zu sichern, besten Plan Herr Mauß, französischer Architekt in Jerusalem, ausgenommen hat, zu verlangen, daß es französisches Eigenthum werde und so der Zerstörung entgehe, welche es seit der Ausgrabung mehr als je bedroht. In der That, man weiß, daß die Araber eine Art fanatischer Eigenliebe darein setzen alle Monumente, die wir untersuchen, zu zerstören. Herr Guörin wünscht nicht, daß eine andere Nation sich die Resultate aneignen könne, welche durch die Forschungen eines Franzosen erreicht wurden. Uebrigens drängt auch die Zeit: die Habgier wird um diese ehrfurchtsvollen Reste entstehen, und der Kaufpreis wird sicherlich mit der Länge des Aufschubs sich steigern. Folglich erbietet sich unser Gelehrter, indem er einer großmüthigen und patriotischen Eingebung nachgiebt, für den Fall, daß der Minister der nöthigen Gelder entbehre, von der zweiten Snbsidie von dreitausend Franken, die ihm gewährt worden, abzustehen und diese Summe zu verwenden erstens das Terrain zu kaufen, zweitens dasselbe mit einer kleinen Mauer zu umgeben, drittens die angefangenen Ausgrabungen zu vollenden. Die Commission der Akademie trat den Anträgen des Herr Guörin vollständig bei, und ihrem Antrag folgt die gelehrte Körperschaft selbst. Am 26. August theilte die Regierung der Akademie mit, daß sie alle Forderungen des Herrn Gu«rin bewillige, und so wird das vermuthliche Grab der Makkabäer in den Besitz Frankreichs übergehen. Eine mysteriöse Geschichte. Es mögen ungefähr drei Jahre sein, seitdem, wie auch in diesem Blatte damals berichtet worden, der Goldarbeiter I. Schw., der sich in Angelegenheiten seines Geschäfts von Pest nach Wien begab, spurlos verschwand. Alle Nachforschungen, alle Recherchen der Polizei führten nur zu vagen Vermuthungen, und die verzweifelte Gattin wartete vergeblich auf einen Strahl, der dieses geheimnißvolle Dunkel erhellen sollte, die widersprechendsten Versionen, die sich bald zur Annahme eines Unfalls, bald eines Verbrechens hinneigten, wurden zur Zeit, als der Vorfall bekannt wurde, geltend gemacht. Wie über viele wichtigere, so schien auch über dieses Ereigniß Gras gewachsen zu sein, als dieser Tage ein Fall eintrat, der dem ,,P. L." von competenter Seite mitgetheilt wurde, und der geeignet ist die Erinnerung an das Verschwinden des Sch. wieder zu beleben. Vor etwa acht Tagen langte an das Ofener Oberrabbinat ein recommandirtes Schreiben aus Wien an, dem ein weißes Leinentaschentuch mit den Initialen I. S. und eine Factura über gelieferte Goldwaaren vom Jahre 1866 beigelegt war. Der anonyme Briefschreiber leitet seine Mittheilung mit den Worten ein, daß er, der am Rande des Grabes stehe, nicht ruhig werde sterben kön-

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