Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 34 (1870)
- Issue
- Heft 43 (25.10.1870)
- Date
- 1870-10-25
- Page
- Seite 843 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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843 Jeitungsnachrichteu. Deutschland. Dresden, 12. Ott. «Privatmitth.) Am Simchath- Thora-Feste wird in hies. Synagoge zum ersten Äcale die Orgel erklingen, um durch ihre wundersamen Töne die Andächtigen immer mehr zu erheben. Möge diese Reform nur den beabsichtigten Zweck erreichen, den Besuch des Gottesdienstes zu bestärken und die schönen großen Räume unserer Synagoge recht oft wieder zu Men! (Auch in Königsberg ist die Ausstellung der Orgel in der Synagoge beendet.) Berlin, 9. Oct. Man berichtet: Im Schlöffe zu Ferridres, das dem Baron von Rothschild gehört und wo jüngst der König von Preußen sein Hauptquartier hielt, befindet sich eine Synagoge, in welcher aus Befehl des Königs an den hohen jüdischen Feiertagen für die Soldaten jüdischen Glaubens ein feierlicher Gottesdienst stattgesunden hat. Berlin, 12. October. lPrivatmitth.) Die Angelegenheit des' Herrn Dr. Laster, welche so lange in „Im ersten Theil ist das jüdische Volk völlig ignorirt, es ist ihm die Nothwendigkeit des Bestandes gewissermaßen abgesprochen, der Sieg des Gottglaubens über das Heidenthum wird von einer geringsten Zahl Gottgetreuer (4) getragen und vollbracht, die jüdische Nation mag bestehen wo und wie sie will; ja selbst der jüdische Nationalcultus erscheint überflüssig, denn es genügt, daß die directe Gottesverehrung von Daniel allein auf zum großen Theil selbst geschassene oder doch gestaltete Weise vollführt werde (6, 11) — im zweiten Th eile liegt der ganze Schwerpunct im jüdischen Volke, die Beseitigung des täglichen Opfers, die Aufstellung von Götzengreueln im Tempel ist der Höhepunct der Drangsale, aber auch der Wendepuntt des göttlichen Gerichts, die Läuterung Juda's ist der Zweck aller, die ganze Menschenwelt erschütternden Ereignisse, die Herrlichkeit und Herrschaft Juda's deren Endziel." Nicht minder unterscheidet sich der zweite vom ersten Theile durch eigenthümliche, charakteristische Lehren, die dem ersten noch völlig fremd sind. Wir begnügen uns mit diesen Andeutungen, da wir an dieser Stelle nur darauf aufmerksam machen wollten. Bekanntlich laßt der Talmud (Baba bathra 15, 1) das Buch Daniel erst von den „Männern der großen Versammlung" niederschreiben. der Schwebe war, ist endlich entschieden. Nachdem er 12 Jahre unbesoldeter Assessor gewesen und, wie die Blätter bemerken, die Ehre des höchsten Alters im Assessorat „seines jüdischen Glaubens wegen" genossen, ist ihm die Wahl gelassen worden, hiesiger Stadtgerichtsrath oder Rechtsanwalt und Notar zu werden. Er hat das letztere vorgezogen und wird damit seine parlamentarische Thätigkeit auch fernerhin verbinden. Die Bemerkung der Blätter „seines jüdischen Glaubens wegen," die vollständig richtig ist, giebt der früheren preußischen Justiz eine derbe Lection. Die nunmehrige Zulassung muß doch wohl verfassungsmäßig sein, und hiermit ist das Verfahren der bisherigen Justizminister seit 1851 für verfassungswidrig erklärt worden. Gerade auf dem Gebiete der Rechtspflege ist dies aber von hervorragenderer Bedeutung als z. B. auf dem des Kriegsministeriums. Wir hoffen indeß, daß diesem Vorgänge gemäß auch in anderen Ministerien das Verfassungswidrige ihres Vorgehens erkannt und Abhülfe geschaffen wird. „Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt!" wollen wir Juden gern ausrufen, wenn wir überhaupt nur Gelegenheit finden, es auszurufen. Coblenz, 14. Ott. (Privatmitth.) An den eben verlebten hohen Feiertagen wurde unsere Synagoge von Soldaten aller Waffengattungen besucht. Ein sonderbares Bild bot es aber dem Auge, als die hier gefangen gehaltenen französischen Israeliten, unter denen sich Söhne von mehreren Rabbinen aus Elsaß befinden, unter Escorte preußischer Soldaten zur Synagoge gebracht und von denselben nach beendigtem Gottesdienst, und nachdem sie, auf Kosten der h. israel. Gemeinde, wohl gespeist und getränkt waren, auch wieder zurückgeführr wurden. Es ist jedoch weniger der Synagogenbesuch der Franzosen, welchen ich Ihnen hervorheben wollte, denn vielen unter ihnen mag es blos darum zu rhun gewesen sein einmal in die Stadt am Rhein zu kommen. Bemerken wollte ich Ihnen blos, wie sich auch hier wieder das echt jüdische Herz gezeigt hat. Kaum war es kund geworden, daß den Franzosen während der Feiertage gestattet sei die Synagoge zu besuchen, als auch schon die Mittel zu ihrer Beköstigung für Rosch-haschonoh, Jom-Kippur und Succoth durch freiwillige Gaben herbeigebracht waren. Hier zeigte es sich, daß der Jude in seiner Wohl- und Mildrhätigkeit keinen Feind kennt und bewährten