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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-10-18 · Heft 42 (18.10.1870) · p. Seite 825

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 42 (18.10.1870)
Date
1870-10-18
Page
Seite 825 (sequence 9)
Language
German
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825 geßlich sein wird, wird auch der Name des besagten Herrn verknüpft sein. Genehmigen Sie, hochgeehrter Herr Doctor, im Boraus meinen Dank für die Aufnahme dieses Berichts in Ihre Zeitung des Judenthums und zeichne ich mit der größten Hochachtung ganz ergebenst L. Hirschberg Bice-Feldwebel «Reg. 5. 1t Comp.). Zeitungsnachrichten.' Deutschland. Berlin, 7. Oct. «Privatmitth.) Bon den Militärärzten jüdischen Glaubens hat bereits eine ziemliche Anzahl das eiserne Kreuz erhalten. Außer dem in Nr. 40 erwähnten Beispiele sind uns bekannt die Herren DD. Rosenthal in Magdeburg, Markuse in Frankfurt a. d. Oder, Schuster in Aachen. Man kömmt fast auf den Gedanken, daß diese Anerkennung des Verdienstes eine Entschädigung dafür sein soll, daß — bis jetzt wenigstens — über den Rang eines Stabsarztes hinaus kein Jude zugelassen wird. — Auch aus Magdeburg theilt man uns mit, daß sich daselbst 30 Juden unter den französischen Kriegsgefangenen befinden und zwar 12 Officiere und 18 Gemeine. Sie erhielten selbstverständlich die Erlaubniß zum Besuche des Gottesdienstes an den hohen Festtagen, von den Officieren machten aber nur 4 Gebrauch davon. Berlin, 4. Oct. (Post.) Aus dem Briefe eines preußischen Füsiliers israelittscher Religion, der mit der Cernierungsarmee vor Metz sieht, an seine hiesigen Verwandten entnehmen wir folgende Stelle: „Da der Bersöhnungsta g am Mittwoch, den 5. Octbr., fällt, haben wir Schlesier und viele Posener uns zusammengethan, um diesen unfern heiligsten Tag würdig zu begehen. Bis jetzt sind wir 1174 Mann beisammen, Unterofficier Hirschberg ist unser erster, Füsilier Seligmann unser zweiter Cantor, die Thora haben wir von Thorn bekommen und werden, so Gott will und Bazaine uns in Ruhe läßt, auf freiem Felde unfern Gottesdienst verrichten; sonderbar genug werden wir uns in Uniform, Pickelhaube und Gebettnantel ausnehmen. Unsere christlicken Kameraden werden einige hundert Schritt um uns Wacke halten, damit wir nicht gestört werden." Von der Oder, 9. Oct. «Privatmitth.) Die Auszeichnung des eisernen Kreuzes ist auch einem andern jüdischen Arzre, Herrn vr. Moritz Korn aus Breslau, sowie neuerdings auch einem jüdischen jungen Kaufmann, Herrn Bamberg aus Berlin, zu Theil geworden. Der Zuletztgenannte, ein Grenadier im Kaiser-Alexander-Regiment und schon ans dem Feldzuge von 1866 als äußerst brav und tüchtig bekannt, hat jetzt «wie die Zeitungen berichten) in der Scklacht bei Gravelorte am 18. Aug. d. I., als sämmrliche Officiere seiner Compagnie theils todr, theils verwundet waren, die letztere tapfer gegen den Feind geführt, — ohne darauf zu achten, daß auch er selbst einen Schuß in den Arm erhalten hatte, — und erst dann nach dem Verbandplätze sich begeben, als er aus die Gefahr, sich verbluten zu können, dringend war aufmerksam gemacht worden. iPost 510. Beil.). Wollen wir nun auch die Glaubwürdigkeit der Mittheilung aus Dessau über die französischen Gefangenen jüdischen Glaubens nicht anzweifeln, vielmehr das, was sie besagt, für buchstäblich wahr halten, so sind wir doch in der Lage, zwei andern ähnlichen Mittheilungen, welche ebenfalls neulich durch die Tagesblätter die Runde machten, geradezu widersprechen zu müssen. Aus Posen nämlich ward berichtet, und ein Blatt erzählte es dem andern nach, daß dortselbft zweihundert jüdische Franzosen unter den Gefangenen wären, welche aus hochherziger Erlaubniß des Feftungscommandanten, unter jüdischmilitärischer Escorte, während der hohen Festtage an dem Gottesdienste in der Synagoge Theil genommen hätten. — „Zweihundert jüdische Franzosen!" In der That, ein kühner Griff. Aber auch eine echt französische Lüge! Denn die genannte hohe Zahl reducirt sich, bei Lichte bettachter, auf das kleine Minimum von „sieben." Unter den 5,800 französischen Gefangenen, welche die Festung Posen beherbergt, sind nicht mehr als sieben Juden ermittelt worden, welche allerdings die Erlaubniß erhalten haben, die hohen Feste (Neujahr und Versöhnungstag) in der Stadt und daselbst unter ihren Glaubensbrüdern zu- 42

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