Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 34 (1870)
- Issue
- Heft 41 (11.10.1870)
- Date
- 1870-10-11
- Page
- Seite 804 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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804 Vom Institute zur Förderung -er israelitischen Literatur. Unsere Hoffnung, die wir in Nr. 31 ausgesprochen, hat uns nicht getauscht. Trotz des furchtbaren Krieges, der jedes andere Intereffe verschlungen, trotz der Mitleidenschaft, in welche so viele Abonnenten unseres Institutes theils persönlich, theils durch ihre Angehörigen hineingezogen sind, trotz der schweren Verluste an Besitz und Erwerb, welche mit diesem außerordentlichen Ereigniffe verknüpft sein mußten, hat sich die warme Theilnahme an der israelitischen Literatur und an der, dieser dienenden Anstalt bewährt, und von der Mehrzahl der Orte, an welchen diese seit so langen Jahren Wurzel gefaßt, sind bis zum 30. September die Abonnentenverzerchnifse und Geldbeiträge in unverminderter Weise angelangt. Wie es jedes Jahr zu geschehen Pflegt, daß hier einige Abonnenten weniger, dort mehr sich finden, so auch dies Mal an allen diesen Plätzen, so daß der Bestand des Institutes auch unter so ungünstigen Umständen, auch in einer so stürmischen Zeit gesichert ist. Es gereicht dies sicherlich nicht blos dem Institute, sondern auch unseren Glaubensgenossen zu wahrhafter Ehre. Die thatkrästige Liebe zu unserer ehrwürdigen Religion und zu deren Literatur kann nicht starker bezeugt werden. Das Herz des Israeliten, so sehr es auch von den Triebfedern des Lebens, von dessen mannigfaltigen Bewegungen ergriffen wird, bewahrt sich als einen festen Anker die Anhänglichkeit an dem Höheren, Geistigen, Religiösen. Mehrere unserer Herren Agenten, namentlich an den größeren, den Erschütterungen der Zeit am meisten ausgesetzten Platzen, sprachen jedoch den Wunsch aus, daß der Abonnementstermin dies Mal hinausgeschoben werde, weil sie im Augenblicke von mehreren ihrer Abonnenten, theils wegen deren Abwesenheit, theils unter den obwaltenden Verhältnissen die Willensmeinung und die Beiträge nicht entgegenzunehmen vermöchten, und deshalb eine immerhin beträchtliche Zahl von Abonnenten ihnen ausfallen würde, auf welche das Institut als auf mehrjährige treue Theilnehmer Rücksicht zu nehmen verpflichtet sei! Aus diesem Grunde haben wir beschlossen den diesjährigen AbonuementSterruin auf den 31. Deeernber 1870 zu verlegen. Allerdings können wir nach der Einrichtung unseres Instituts auch nicht eher den Druck der diesjährigen Schriften beginnen lassen, weil wir erst mit diesem Schlußtermin die Höhe der diesjährigen Auflage bestimmen können. Wir machen dies mit dem Ersuchen bekannt, daß unsre Herren Agenten diese Frist benutzen mögen, um für das Institut mit allen Kräften zu wirken. Wir hoffen zu Gott, daß er uns in seiner Gnade während dieser Zeit den Frieden wieder schenken werde, nach welchem die Sehnsucht aller Herzen steht. Mit diesem Frieden wird mit frischer Kraft all' die geistige und materielle Arbeit wieder beginnen, durch welche sich unsre Zeit und besonders unser Vaterland auszeichnet, der Segen des Friedens wird sich wieder über alle Länder der civilisirten Welt ergießen und die Wunden, die geschlagen worden, so tief sie auch seien, heilen. Unter diesem neu belebenden Hauche wird es auch unseren Herren Agenten gelingen, alle alten Freunde des Instituts wieder zu gewinnen, und die Zahl derselben beträchtlich zu mehren. Die Schriften, welche wir in diesem Jahre liefern werden, verdienen dies, wie wir meinen, in vollem Maße. Am 2. October 1870. Daö Institut zur Ford. d. iörael. Literatur. 3eitu»gs»achrichten. Deutschland. Berlin, 28. Sept. (Privatmitth.) 6. Vergangenen Freitag, vor dem Beginn des Sabbaths, wurde die Adaß Jisroel Synagoge lBischofslr. 25) eingeweiht. Es hatten sich zur Feier des Tages, wie natürlich die Vorsteher und Repräsentanten des Vereins, sowie außer den Mitgliedern auch einzelne Gäste schon um 4 Uhr eingefunden. Mehrere Arbeiter waren noch an dem heiligen Bade beschäftigt, Leitern und Werkzeuge aller Art lagen noch umher, so daß man es sich kaum denken konnte, daß in kurzer Zeit die Weihe des Gotteshauses beginnen könne. Das Gotteshaus macht im Allgemeinen und zwar durch die Glasanlagen einen recht freundlichen Eindruck und scheint sich dem Style der Hauptsynagoge in der Heidereutergasse zu nähern. Es versieht sich von selbst, daß man sich hier besonders bemühte, das conservative Element recht durchblicken