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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1870-10-04 · Heft 40 (4.10.1870) · p. Seite 784

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
34 (1870)
Issue
Heft 40 (4.10.1870)
Date
1870-10-04
Page
Seite 784 (sequence 8)
Language
German
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784 Blatte eine Zukunft zu sichern, und wichtige Manuscr. aus den Bibliotheken zu Paris, London, München rc. behufs Veröffentlichung zu copiren. Der erste Jahrgang ist fast gänzlich vergriffen, jedoch sind Separatabdrücke von allen in demselben erschienenen größeren Arbeiten zu haben. Der Jahrgang kostet 6 fl. ■= 4 Thlr. und sind Briefe an den Redacteur P. Smolensky in Wien, Leopoldst. Maiergaffe zu richten. 3g- Friedlieber. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 25. Sept. lPrivatmitth.) Jene heiligen Feste beginnen heute Abend, welche seit vielen Jahrhunderten dem Israeliten die geweihtesten sind, an denen von frühester Kindheit an seine Ehrfurcht und sein Herz hängen, und an denen im Schooße seiner Familie zu sein ihn der dringendste Wunsch, ein wahres Herzensbedürfniß antreibt. Gestatten Sie mir daher, heute an dieser Stelle unserer tapferen Söhne, Brüder, ja Ehemänner zu gedenken, welche diesmal fern von der Heimath und den Ihrigen, im rauhen Felde, vielleicht gar in der „tobenden Männerschlacht" die h. Feste verbringen müssen! Sicherlich ist Keiner unter ihnen, der nicht mit klopfendem Herzen, mit bangem Gemüthe heute den Tag begrüßt, den er so ganz zu begehen gewohnt ist; die Erinnerung an schöne Tage der Vergangenheit wird sich ihm stärker aufdrängen; Gefühle der Angehörigkeit, des seelischen Zusammenhangs mit den für ihn bangenden und sorgenden Theuern zu Hause fließen warm durch die Kammern seiner Brust, und ein heißes Gebet steigt aus tiefem Geistesgrunde zu Dem empor, der der Gott des Friedens, aber auch der weise Lenker des Krieges ist! Dieser stille Gottesdienst, dem er vielleicht die Worte hinzufügt in der uralten Sprache seiner Religion, welche er auswendig kennt, genügt ihm, und er weiß sich unter dem Schutze seines himmlischen Vaters, ob er in den ehrwürdigen Hallen einer Synagoge, oder in der Vcrtheidigung des Vaterlandes unter dem blauen Himmelsgewölbe weilt. Wir wollen dies ausdrücklich hier hervorheben, um diejenigen zu beruhigen. denen es ein besonderes Herzweh ist, einen oder mehrere der Ihrigen an diesen Tagen den geheiligten Riten des Festes entzogen zu wissen. — Herzweh werden sie demungeachtet genug empfinden, und aus manchem Vater- und Mutterauge werden reichliche Thränen fließen, die denen gelten, welche sie sonst an ihrer Seite, jetzt in weiter Ferne unter den Gefahren und Beschwerden des Krieges haben! Doch der Friede wird ja kommen, ehrenvoll und dauernd, und die Sieger werden heimkehren, ruhmgekrönt und, was noch mehr sagen will, mit dem Bewußtsein, für die Sicherheit des Vaterlandes treu ihre Pflicht gechan zu haben bis in den Tod! Wieder wird ein Jahr seinen Lauf gehalten haben, das Rosch-Haschanahfest abermals zurückkehren, und die Thrane des Kummers und der Besorgniß wird eine Thräne der Freude und der glücklichen Erinnerung sein. Hannover, 19. September. <Privatmitth.) Am vorigen Donnerstag fand die Einweihung unserer neuen Synagoge statt. Nachdem der Abschiedsgottesdienst in der alten Synagoge gehalten und ein Abschiedswort in derselben durch den Landrabbiner von der Kanzel gesprochen war, begab sich der Zug der Thorarollenträger nach dem neuen Gotteshause, in dessen Borhalle sich bereits die zu der Feier eingeladenen Gäste, unter denen wir den General-Gouverneur, den General v. Kamphengst, den Oberpräsidenten, den Landdrosten, den Stadtdirettor nebst vielen anderen Mitgliedern des Magistrats und des Bürgervorstehercollegiums, den Polizeipräsidenten, den Senior Boedeker nebst mehreren anderen Geistlichen evangelischer und katholischer Confession, die Direttoren der hiesigen Schulen wie auch sonstige Notabilitäten unserer Stadt bemerkten, versammelt hatten. Se. Erlaucht der Herr Oberpräsident, als der Vertreter der königlichen Regierung, öffnete das Gotteshaus, worauf der Zug, nachdem der Landrabbiner die Eröffnungsworte gesprochen hatte, sich in die Synagoge begab, welche, in ihrem Innern mit Blumen und sonstigen Gewächsen aufs reichste ausgeschmückt, auf sämmtliche Anwesende einen fast überwältigenden Eindruck machte, der durch die nunmehr beginnende religiöse Feier nur noch erhöhet wurde. Der von dem Vorsänger und dem Ehore mit Musikbegleitung unter der Leitung des Hofcapellmeisters Fischer ausgeführte Gesang ging mit größter Präcision von statten und die auf den Umzug

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